Kaum ist die Stunde vergangen, als Königin Elizabeth den Weltmeister 1966 in Wembley krönte, da steht schon neuer Kampf an. Gerufen ist zur Deutschen Meisterschaft. 18 Mannschaften sind angetreten, die besten im Lande. 16 von ihnen sind schon bewährt im großen Streit, erprobt in harten Kämpfen, zwei stießen als Neulinge vor in den Kreis der Auserwählten: Fortuna Düsseldorf und Rot-Weiß Essen, die beiden Aufsteiger. Eine Million aktive Fußballer kämpfen darum, bei den Spielen der Bundesliga dabei zu sein, doch nur knapp 500 von ihnen ist die Erfüllung des Traumes vergönnt. Es sind dies die Schnellsten, Stärksten, Härtesten, die als Elite blieben im Sieb der Qualifikation, das unerbittlich Spreu vom Weizen sondert. Gekleidet in den Dreß der 18 Vereine, die zugelassen sind zum entscheidenden Kampf, streiten sie alle um den höchsten Lorbeer, den der deutsche Fußballsport bietet: um die Deutsche Meisterschaft. Zum 56. Male seit 1903 ist der Titel des „Deutschen Meisters" zu gewinnen. Verankert ist in dieser Liste der Meister die Geschichte des deutschen Fußballsports: Achtmal gewann Nürnberg, der berühmte „Club", den Titel, siebenmal war Schalke erfolgreich. Auch Hertha BSC steht in dieser Chronik, ebenso wie der Dresdner SC, der Hamburger SV und Borussia Dortmund. Und erst die Namen der Spieler, die im Mittelpunkt der Mannschaften standen, die den Titel errangen: Kalb und Stuhlfauth aus Nürnberg, Hanne Sobek aus Berlin, Szepan aus Schalke, Helmut Schön, der Dresdner, Fritz Walter aus Kaiserslautern und Max Michallek (Borussia Dortmund). Sie zu nennen, animiert an Theken und Tresen zu Gesprächen, die Bier und Branntwein fließen lassen. Die Bundesliga, 1963 vom Bundestag des DFB in Dortmund geschaffen, ist Krönung der Entwicklung. Denn sie ist Auslese unter den 70000 Mannschaften, die in der Bundesrepublik und in Westberlin an jedem Wochenende kicken. Und sie ist Sammelbecken der besten Spieler. Der Kampf um die Talente, die geboren werden in den Vereinen der Kreisklasse, war nie härter als in den Wochen vor der Saison 1966/67. Denn es stand ja die Zukunft auf dem Spiel, die bestimmt wird von Toren und Siegen. Wer siegt, wird bestehen, wer verliert, ist verurteilt zum Abstieg. Nachdem der Bundesliga-Fußball zu einem erstrangigen Wirtschaftsfaktor geworden ist, können sich die Vereine gegen das Abstiegsgespenst wappnen. Sie müssen nur „bei Kasse" sein, um die teils recht hohen Ablösesummen für die erstrebten Neuzugänge von Spielern an deren bisherige Vereine zahlen zu können. „Wir brauchen" heißt das Zauberwort der Vorstandsmitglieder und Trainer, die vor Beginn der Saison über das Wohl und Wehe des Clubs nachdenken.
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