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Porsche-Arena
(Fast) nichts ist unmöglich
Schnell,
schneller, Porsche-Arena. Da der Weltfußballverband Fifa während der
WM im Umfeld der Stadien weder Bagger, Krans und Handwerker noch
Schuttberge sehen wollte, musste die Bauleitung den Turbo
einschalten — und die ursprünglich veranschlagte Bauzeit für die
neue Halle fast halbieren: von 24 auf 14 Monate.
Relativ lang zog es sich dagegen hin, bis ein
Namenspatron für die Arena gefunden wurde. Als Porsche im Oktober
2005 schließlich seine Zusage gab, atmete man bei der Stadt befreit
auf. Denn die zehn Millionen Euro, mit denen das
Automobilunternehmen die Namensrechte für 20 Jahre erwarb, waren im
Finanzierungskonzept fest eingeplant.
Der 26,6 Millionen Euro teure Neubau soll
Stuttgarts bisherige Kapazitätslücke zwischen dem Kultur- und
Kongresszentrum Liederhalle (3400 Plätze) und der umgebauten
Hans-Martin-Schleyer-Halle (15 000 Plätze) schließen. 7500 Menschen
(6300 Sitzplätze) finden in der Porsche-Arena Platz, die durch einen
gemeinsamen Eingangsbereich und ein Foyer mit ihrer „großen
Schwester", der Schleyer-Halle, verbunden ist.
Kurze Umrüstzeiten erlauben eine flexible Nutzung
der Arena und eröffnen zahlreiche Möglichkeiten.
Porsche-Vorstandschef Wendelin Wiedeking freute sich schon im
Vorfeld „auf interessante Veranstaltungen, die die Attraktivität der
Landeshauptstadt weiter erhöhen" — und machte gleich den Anfang,
indem er den Porsche-Tennis-Grand-Prix, bis 2005 jahrzehntelang in
Filderstadt beheimatet, nach Stuttgart holte. Neben den Turn- und
Handball-Weltmeisterschaften (2007) sollen zudem die jährliche
Hauptversammlung sowie weitere Porsche-Veranstaltungen künftig hier
stattfinden.
Auch
Stuttgarts OB Wolfgang Schuster zeigte sich nach Vertragsabschluss
mit dem „Premium-Partner Porsche" sehr zuversichtlich, was die
Vermarktungschancen der neuen Arena betrifft. Zumal kurze
Umrüstzeiten eine flexible Nutzung der Halle und des circa 2000
Quadratmeter großen Innenraums erlauben: Handball, Basketball,
Volleyball, Tennis, Eishockey, Konzerte, Eisrevuen,
Hauptversammlungen, Firmenveranstaltungen, — fast nichts ist
unmöglich. Voraussetzung für die Wirtschaftlichkeit einer Halle
dieser Größenordnung ist jedoch dass sie durch einen regelmäßigen
sportlichen Spielbetrieb mit Leben gefüllt wird. Doch in dieser
Richtung vermisste bisher nicht nur VfB-Präsident Erwin Staudt „ein
klares Konzept und eine schlüssige Strategie".
Zumal die beiden einzigen Mannschaften aus der
Region Stuttgart, die einen Erstligaplatz sicher haben, als
Zugpferde für die Porsche-Arena mit hoher Wahrscheinlichkeit
ausscheiden: Die Handballer von Frisch Auf sind in der
Hohenstaufenhalle Göppingen fest verankert. Auch das Basketballteam
der EnBW Ludwigsburg möchte nach Möglichkeit in seiner Heimatstadt
bleiben — sofern dort eine Halle gebaut wird.
Eher nach Ludwigsburg denn nach Stuttgart
orientieren sich auch die beiden Handball-Zweitligisten TV
Kornwestheim und TSG Oßweil, die eine Kooperation und den Aufstieg
in Klasse eins anstreben. Ähnlich sieht es mit dem von Porsche
unterstützen Zweitliga-Team der Steelers aus, das weiterhin in
Bietigheim-Bissingen Eishockey spielen soll.
Da zudem die Handballer des VfL
Pfullingen-Stuttgart nach der Saison 2005/06 in die zweite Liga
abgestiegen sind, konnte die neue Veranstaltungsgesellschaft in
Stuttgart (VGS) zunächst keinen erstklassigen Dauernutzer der
Porsche-Arena präsentieren. Der Anspruch von VGS-Geschäftsführer
Andreas Kroll („Die Porsche-Arena verdient Spitzensport") soll
jedoch spätestens ab 2007 in die Tat umgesetzt werden. Deshalb
drücken die Hallenbetreiber dem VfL ganz fest die Daumen, dass es
mit dem sofortigen Wiederaufstieg klappt. Außerdem will sich die VGS
nach einem weiteren Nutzer aus dem Bereich Eishockey oder Basketball
umschauen. |