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Hanns-Martin-Schleyer-Halle
Symbol für den Aufstieg zur Sporthauptstad
Hier haben schon Tennis-Superstar Boris Becker,
Leichtathletik-King Carl Lewis und Rad-Koloss Michael Hübner ihre
Gegner in Grund und Boden gespielt, gelaufen und gefahren. Nicht nur
sie. Nahezu alles, was Rang und Namen hat, war schon in der
Hanns-Martin-Schleyer-Halle zu Gast.
Einer
Arena, die untrennbar mit dem Aufstieg Stuttgarts zu Deutschlands
Sporthauptstadt verbunden und nach dem 1977 ermordeten
Arbeitgeberpräsidenten benannt ist.
Dabei genoss der Bau einer derartigen Halle beim
damaligen OB Ende der siebziger Jahre nicht einmal oberste
Priorität. Trotz der 15 Millionen Mark, die Daimler-Benz im Tausch
für ein städtisches Gelände locker gemacht hatte, wo zuvor eine
Sommer-Radrennbahn stand. Ehrlich gesagt, Manfred Rommel hätte für
dieses Geld bessere Verwendung gehabt. Wenn es nach ihm gegangen
wäre. Doch in diesem Fall zogen andere Leute die Strippen:
Sportbürgermeister Jürgen Hahn und Sportamtsleiter Adolf Haas, die
als Väter der am 14. September 1983 eröffneten Schleyer-Halle
gelten.
Mit Deutschlands erster Großarena gehörte
Stuttgarts verstaubtes Image als Sportprovinz endgültig der
Vergangenheit an. Zumal Rainer Vögele als Chef der Messe- und
Kongressgesellschaft in der Folgezeit ein Top-Event nach dem anderen
in die Stadt und die Schleyer-Halle holte. Neben Weltmeisterschaften
im Radsport, Ringen, Tischtennis, Turnen und Volleyball etablierte
sich die Arena auch als regelmäßiger Austragungsort von so
hochklassigen Veranstaltungen wie dem Hofbräu-Sechstagerennen,
Leichtathletik-Sparkassen-Cup, ADAC-Super- Cross, Internationalen
Reit- und Springturnier oder dem Internationalem DTB-Pokal.
Auch
musikalisch geht in der Schleyer-Halle seit 1983 die Post ab: von
Pavarotti bis Pur, von Phil Collins bis zu den Kastelruther Spatzen,
von Maffay bis Molk — nahezu sämtliche Superstars aus Klassik, Pop,
Rock und Volksmusik waren hier schon zu Gast. Insgesamt zählt die
vielseitig nutzbare Halle (Innenraum 100 x 42 Meter) rund 130
Veranstaltungen und circa 600 000 Zuschauer pro Jahr.
Heute ist Stuttgart längst nicht mehr exklusiver
Standort einer derartigen Großevent-Halle. Diverse deutsche Städte
wie Köln, Hamburg oder Mannheim haben in den vergangenen Jahren so
genannte Multifunktions-Arenen errichtet. Motto: größer, schöner,
moderner. Um weiterhin im Konzert der Eines von vielen Top-Events in
der Stuttgarter Schleyer-Halle:
der Leichtathletik Sparkassen-Cup Großveranstaltungen mitmischen zu
können, wurde die Schleyer-Halle im Sommer 2005 renoviert und
erweitert. Kosten: circa 16 Millionen Euro.
Die wichtigsten Maßnahmen umfassen einen neuen,
zweiten Zuschauerrang und die Überbauung der Kurven der Radrennbahn
mit demontierbaren Tribünen. Damit erhöht sich die Kapazität von
bisher 5000 auf 8900 Sitzplätze. Wird der Innenraum bestuhlt, stehen
12 500 Sitzplätze zur Verfügung. Das maximale Fassungsvermögen liegt
nun bei 15 000 Besuchern. An die Schleyer-Halle angedockt wurde die
neu gebaute Porsche-Arena, die über eine Kapazität von 7500
Zuschauern verfügt. |