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Die VIP's aus der Werkstatt
Die Schlosser
Dieter
Ruben hat zwar selten ein freies Wochenende — dafür aber einen
„Traumjob", wie er selbst sagt. Zumindest, wenn man es aus seiner
Warte als Sport- und Musikfan betrachtet. Denn ohne auch nur einen
Cent zu bezahlen, hat der Stadionschlosser schon unzählige
Veranstaltungen im Daimlerstadion erlebt und viele Superstars
persönlich kennen gelernt. Angefangen von Franz Beckenbauer über
Diego Armando Maradona bis hin zu Ronaldo.
Aber ein Ereignis hat alle anderen getoppt. „1999", erzählt der
Rock-Liebhaber stolz, „haben die Rolling Stones für mich ein
Extra-Konzert gegeben." Jedenfalls hat es Ruben so empfunden, als er
bei einer Probe der Band auf dem Cannstatter Wasen die letzten
Vorbereitungen für den Auftritt am nächsten Tag verrichtete.
Natürlich läuft der Job von Vorarbeiter Ruben und
dessen Kollegen Jose Alves längst nicht immer so spektakulär ab.
Obwohl auch sie very important persons sind. Denn ohne die beiden
Herren der Schlüssel, von denen es hunderte gibt, ließe sich keine
einzige Stadiontür öffnen. Das heißt bei Veranstaltungen früh raus,
um als Erster parat zu stehen. Auch im eher grauen Alltag hat sich
bislang weder Ruben noch Alves über Arbeitslosigkeit beklagt. Das
liegt nicht nur daran, dass der Job bei der Stadt ziemlich sicher
ist. Denn in der Schlosserwerkstatt unter der Cannstatter Kurve gibt
es immer was zu tun: Zäune für die Fan-Blocks auf-, ab- und umbauen,
Prototypen für Schließzylinder anfertigen, Türen und Sitze
reparieren, Griffe an Mülltonnen schweißen ... Nicht zu vergessen
die neue Auswechselbank aus Aluminium, die vor kurzem gefertigt
wurde. Abwechslung, die Ruben viel Spaß macht. „Ich", versichert der
Kapo, „möchte mit niemandem tauschen." Schon gar nicht vor dem
großen Stadionjahr 2006. Denn kurz nach der WM kommen die Stones. |