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WM-Ampeln auf grün gestellt
„Deutschland ist Gastgeber der
Fußballweltmeisterschaft 2006!" Kaum hat Sepp Blatter, der Präsident
des internationalen Fußballverbandes Fifa, diesen Beschluss am 6.
Juli 2000 verkündet, beginnen die Planungen in den Bewerberstädten
auf Hochtouren zu laufen.
Auch in Stuttgart. Im Oktober 2003 stimmt der
Gemeinderat der weiteren Modernisierung des Daimlerstadions mit nur
einer Gegenstimme zu. Für 51,253 Millionen Euro wird die Arena
WM-tauglich gemacht. 15,3 Millionen Euro davon sind Landeszuschüsse,
für vier Millionen Euro erwirbt die EnBW AG die Namensrechte an der
Gegentribüne für zehn Jahre. 31,953 Millionen Euro zahlt die Stadt,
ebenso weitere 3,7 Millionen Euro für temporäre, von der Fifa
vorgeschriebene Maßnahmen wie die Kosten für Organisation oder
Präsentationsflächen von Sponsoren. Zugrunde gelegt sind dieser
Investition Mehreinnahmen durch die erhöhte Sitzplatzkapazität sowie
durch Champions-League-Spiele des VfB in der Saison 2003/04. Der
dritte Bauabschnitt startet am 21. Januar 2004 durch einen
Baggerbiss, ausgeführt von Oberbürgermeister
Wolfgang Schuster, der
baden-württembergischen Kultusministerin Annette Schavan, Utz Claasen, Vorstandsvorsitzender der EnBW, VfB-Präsident Erwin Staudt
und WM-Botschafter Guido Buchwald.
Unter der Projektleitung des Hochbauamts sind
folgende Firmen an dem Umbau beteiligt: Arat, Siegel und Partner,
Schlaich Bergermann und Partner GmbH (beide Stuttgart),
Ebert-Ingenieure Leipzig GmbH, Schmidt Reuter Ingenieure
Gesellschaft mbH & Partner KG, Köln. Schwerpunkt ist der Umbau und
die Aufstockung der Gegengeraden um einen Oberrang, wo 2150 neue
Sitzplätze entstehen. Die wesentliche Aufwertung dieser deutlich
steileren Tribüne kommt nicht nur optisch zum Ausdruck: Neben
Gastronomieeinrichtungen innerhalb des 300 Quadratmeter großen so
genannten FoodCourts bieten die sechs Ebenen der Gegengeraden unter
anderem Platz für fünf Kanzeln, in denen Polizei, Sicherheits- und
Rettungsdienste untergebracht sind. Von hier aus werden auch die
modernisierte Beschallungsanlage mit 149 Lautsprechern
(Gesamtleistung: 96 000 Watt) sowie die Videoüberwachung gesteuert.
Ebenso zur technischen Verbesserung gehören die Aufrüstung der
Flutlichtanlage (Gesamtleistung: 520 Kilowatt) von 1200 auf 1600 Lux
und der Einbau von zwei neuen Videotafeln, jeweils 17,12 Meter
breit, 7,22 Meter hoch, 90 Zentimeter tief und 11 Tonnen schwer.
Diese werden im Sommer 2004 an der Dachkonstruktion befestigt und
sind derzeit die größten Europas. Der Ausbau der alten Videoleinwand
ermöglicht 1815 neue Sitzplätze in der Untertürkheimer Kurve. Dafür
fallen die untersten drei Sitzreihen und damit 800 Plätze in beiden
Kurven weg. Grund: der von der Fifa geforderte Abriss der
Gitterzäune. Die Zuschauer sind jetzt nur noch durch eine 90
Zentimeter hohe Mauer und einen 2,50 Meter breiten Graben vom
sportlichen Geschehen getrennt.
Umgestaltet werden auch die Außenanlagen sowie
das komplette Kassen- und Zugangssystem. Statt Ordnern kontrollieren
nun elektronische Lesegeräte die mit einem Chip oder Barcode
versehenen Tickets. Ebenfalls neu sind die Trennung der Fanblöcke
sowie separate Zutrittsmöglichkeiten für Anhänger der
Gästemannschaft. Zudem soll die Einführung eines Park- und
Leitsystems für einen verbesserten Verkehrsfluss rund um den
Cannstatter Wasen sorgen. Last but not least umfasst der dritte
Bauabschnitt auch ökologische Maßnahmen: Nach guten Erfahrungen mit
einer ähnlichen Anlage auf der Waldau wird in einer großen Zisterne
das Regenwasser des Stadiondachs gesammelt und für die Toiletten und
zur Rasensprengung genutzt.
Nach der Fertigstellung bietet das Stadion 57 000
Menschen Platz. Bei internationalen Veranstaltungen wie der WM und
reiner Sitzplatznutzung reduziert sich das Fassungsvermögen auf 54
000 Zuschauer.
Fertigstellung dritter
Bauabschnitt, Einweihung/ Tag
der offenen Tür am 15.01.2006
Mitte Januar
war es endlich soweit. Der
dritte Bauabschnitt wurde
offiziell mit dem Tag der
offenen Tür am 15.01.06,
abgeschlossen. Damit zählt das
Gottlieb-Daimler-Stadion nicht
nur zu den modernsten, sondern
an vierter Stelle auch zu den
größten Stadien der FIFA WM 2006
in Deutschland. Seit Januar 2004
wurde fieberhaft an den
Modernisierungsmaßnahmen
gearbeitet um die
Landeshauptstadt und die
Bundesrepublik Deutschland
während der Weltmeisterschaft
2006 in der Welt angemessen
vertreten zu können, was in
eindrucksvoller Weise gelungen
ist.
Der dritte
Bauabschnitt beinhaltete
folgende bauliche Maßnahmen:
- Umbau des Oberranges der
Gegentribüne
- Neubau eines 2.
Zuschauerranges auf der
Gegentribüne
- Neugestaltung des
gesamten Kassen- und
Zugangssystems
- Aufrüstung der
Flutlichtanlage
- Modernisierung der
Beschallungsanlage
- Erneuerung des
Videoüberwachungssystems
- Sanierung von sanitären
Anlagen und Außenanlagen
- Neuordnung der Fanblöcke
und Schaffung einer
getrennten Führung der
Gastfans
- Verbesserung der
Infrastruktur im direkten
Stadionumfeld
- Einbau neuer Videotafeln
Die
Gesamtkapazität des Stadions hat
sich damit bei der Nutzung als
reines Sitzplatzstadion von
50.348 auf 53.198 Sitzplätze
erhöht. Im Spielbetrieb der
Bundesliga, also bei Nutzung mit
Stehplätzen, können nun 55.896
Zuschauer (vorher 54.267) das
Spielgeschehen verfolgen.
Das
eingeplante Budget von ca. € 51
Mio. wurde nicht überschritten
und mit dem 15.01.06 fand das
Mammutprojekt pünktlich seinen
Abschluss. Der dritte
Bauabschnitt kann insofern als
Erfolg auf ganzer Linie
bezeichnet werden. Daher wollten
sich ca. 100.000 Menschen am Tag
der offenen Tür selbst davon
überzeugen, dass sich die
Investitionen gelohnt haben.
Offiziell
wurde der Festakt durch Reden
des Bauherrn, Herr
Oberbürgermeister Dr. Wolfgang
Schuster, durch den
Baden-Württembergischen
Ministerpräsidenten Herr Günther
H. Oettinger, den 1.
Vizepräsidenten des
Organisationskommittees und
Generalsekretärs des DFB Herrn
Horst R. Schmidt, sowie anderen
Grußworten, begangen.
Anschließend erfolgte die
symbolische Schlüsselübergabe an
den Herrn Oberbürgermeister Dr.
Wolfgang Schuster durch Herrn
Mete Arat von Arat-Siegel &
Partner aus Stuttgart.
Die gewaltige
Resonanz auf die Einladung zur
Einweihung des modernisierten
Stadions lässt sich jedoch nicht
zuletzt auch auf den
ansprechenden Rundgang durch das
Stadion zurückführen, bei dem
die zahlreichen Gäste nicht nur
die Gelegenheit hatten das
Business Center zu besuchen oder
durch das Marathontor und den
Spielertunnel ins Stadion zu
schreiten. Auch der für
Pressekonferenzen vorgesehene
Raum, die Umkleidekabinen der
Spieler, Ehrenlogen und viele
andere Highlights befanden sich
auf der Tour. Abschließend wurde
das Fußball WM Jahr 2006 mit
einem sehr schönen Feuerwerk
eingeläutet und der Tag der
offenen Tür beendet.
Weitere
Highlights 2006 sind das am 3.
August 2006 stattfindende Open
Air-Konzert der Rolling Stones,
das erste Europameisterschaft
Qualifikationsspiel der
deutschen Nationalmannschaft am
2. September 2006 gegen Irland
und nicht zu vergessen das
Weltfinale der Leichtathletik am
9./10. September 2006 (World
Athletics Final), sowie viele
weitere Veranstaltungen.
  
  

Bauherr
Landeshauptstadt Stuttgart
Referat Kultur, Bildung und
Sport
Sportamt
Projektleitung
Technisches Referat
Hochbauamt
Projektsteuerung
Ernst & Young Real Estate /
Prof. Weiss & Partner
Projektsteuerungsgesellschaft
mbH, Stuttgart
Planer
Architekten Arat - Siegel &
Partner, Stuttgart
Schlaich Bergermann und Partner
GmbH, Stuttgart
Ebert-Ingenieure Leipzig GmbH
Schmidt Reuter Ingenieure
Gesellschaft mbH & Partner KG,
Köln
Bauvorhaben
Umbau / Modernisierung
Investitionsvolumen
51,253 Millionen Euro
Bauzeit 2004-2005
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