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Magazin für Tradition, Mythos und Kultur
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  unabhängige Vereinspage über die Profimannschaft des VfB Stuttgart 1893 e.V.       11. Jahrgang

 
 
 


 
    
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Krieg und Chaos im „Wurstkessel"

1945 beschlagnahmen die amerikanischen Besatzer das bei Luftangriffen durch Brandbomben beschädigte Stadion, die Tribüne bleibt allerdings heil: Obwohl Deutschen der Zutritt ins Century Stadium - wie die Amerikaner es nennen - zunächst verboten ist, plant das städtische Turn- und Sportamt bereits die Zukunft. Deutlich wird dies an einem 1946 herausgegebenen Bericht, in dem schon vom „Neckarstadion" die Rede ist, obwohl die zwischenzeitlich „Kampfbahn" genannte Arena diesen Namen offiziell erst 1949 erhält: Century-Stadium für Baseball„Stuttgart muss als die Sportstadt im Süden der amerikanischen Besatzungszone darauf bedacht sein, eine Sportstätte größten Stils zur Abhaltung von Großveranstaltungen wie Länderspielen u. Ä. zu schaffen; hierdurch wird nicht nur der regionale Sport, sondern auch das ganze Wirtschaftsleben fördernd beeinflusst." Gesagt, getan. Zwischen 1949 und 1951 entsteht unter Leitung des früheren Stadtbaudirektors Schmidt, inzwischen freier Architekt, eine offene Gegentribüne mit 4872 Sitzplätzen und ein Neubau der Vortribüne (748 Plätze). Um den Leichtathleten bessere Voraussetzungen zu bieten, wird zudem die Aschenbahn ab 1. April 1950 für Radrennen gesperrt. Während dieser Zeit kommt es allerdings zu einem Rückschlag: Das Provisorium Neckarstadion ist dem Massenandrang beim Fußball-Länderspiel Deutschland gegen die Schweiz, dem ersten nach dem Krieg, nicht gewachsen. Offiziell 97 533, manche Beobachter sprechen von bis zu 115 000 Besuchern, drängen sich am 22. November 1950 in den engen „Wurstkessel", wo lebensgefährliche Zustände herrschen. Wege und Stehwälle versinken im Schlamm, schmale Zugänge werden zu Menschenfallen, und die auf der Gegengerade wogende Menge wird „wie ein vom Sturm gepeitschtes Ährenfeld" geschüttelt, wie sich der Sportjournalist Hans Blickensdörfer später in der Stuttgarter Zeitung erinnert. „Die leere Arena sah nach dem Spiel aus, als ob eine Luftmine niedergegangen wäre." inale der Deutschen Meisterschaft 1949/1950 - So 25.06.1949 - VfB Stuttgart - Kickers Offenbach 2:1 (2:0)Die Folge davon sind 263 Verletzte, 23 davon schwer, von zehntausenden verdreckten und verärgerten Zuschauern sowie 20 000 Mark Sachschaden ganz zu schweigen. „Die Stuttgarter Stadtverwaltung", schreibt der „Sportbericht", „wird viel Geld und Mühe aufwenden müssen, um das Stadion für große Veranstaltungen salonfähig zu machen."

Der Gemeinderat handelt schnell und stellt 1951 550 000 Mark zur Verfügung - zusätzlich zu den im Haushalt bereits aufgenommen 60 000 Mark. Insbesondere für die Instandsetzung des Stehplatzwalles, wo verschobene und teils stark beschädigte Betonplatten auszubessern oder zu ersetzen sind. Außerdem werden die bislang 10 großen Zuschauerblöcke in 24 kleinere eingeteilt. Dafür sind Abschrankungen und neun weitere Treppen notwendig. Hinzu kommen Wegbefestigungen und -verbreiterungen, die Instandsetzung der offenen Tribüne und ein neuer Abort. Als Ergänzung zur kommunalen Finanzierung wird ein Stadiongroschen erhoben: Mit 10, 20 beziehungsweise 30 Pfennig sind die Besucher dabei.

 
 
     
   
     
   
     
   
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