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Magazin für Tradition, Mythos und Kultur
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  unabhängige Vereinspage über die Profimannschaft des VfB Stuttgart 1893 e.V.       11. Jahrgang

 
 
 


 
    
  Baugeschichte Meilensteine  
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"Propaganda für ein großes Stadion"

Um keine Missverständnisse aufkommen zu lassen, sollen gleich zu Beginn zwei Dinge klargestellt werden: Zum einen ist das Gottlieb-Daimler-Stadion zwar Stuttgarts größtes, aber nicht ältestes Stadion. Bereits am 18. Juni 1905 wird auf der Waldau der erste geschlossene Sportplatz eingeweiht, das heutige Gazi-Stadion der Stuttgarter Kickers. Mit einer Originalnachbildung der Holztribüne von Arsenal London im Maßstab eins zu drei ist sie bei ihrem Abriss am 13. Juni 1975 die älteste Tribüne Deutschlands. Das zweite Stadion Stuttgarts wird am 24. Mai 1914 anlässlich der „Ausstellung für Gesundheitspflege" eröffnet. Allerdings ist der städtischen Anlage auf dem Cannstatter Wasen keine lange Lebensdauer vergönnt. Das Stadion, nach Ausbruch des Ersten Weltkriegs als Lager für vor der Abschiebung stehende Italiener und als Gemüsefeld genutzt, geht bereits am 11. August 1914 in Flammen auf. Grund: eine achtlos weggeworfene Zigarette. Die zweite Klarstellung betrifft den Stadionnamen: Trotz der ursprünglichen Bezeichnung „Adolf-HitlerKampfbahn" geht das Bauwerk nicht auf die NaziIdeologie zurück. Nachdem Stuttgart 1925 die einzige Großstadt ohne Kampfbahn ist, macht der neu ins Leben gerufene „Verein Stadion Stuttgart" Dampf.

Zusammen mit Hans Trapp, dem Vorsitzenden des „Stadtverbandes für Leibesübungen", der mit einer Denkschrift bereits 1919 „die Propaganda für ein großes Stadion" aufgenommen hat. 1924 greift auch der einflussreiche Carl Diem in die Diskussion ein. „Wenn sich in Stuttgart das unabwendbare Bedürfnis für ein Stadion ergibt, dann kann dies nur eine städtische Sache sein, denn die Vereine sind nicht in der Lage, ein Stadion zu betreiben."  Professor Paul BonatzDiesen Forderungen kann sich die Politik nicht länger verschließen. Am 1. Juni 1926 gründet sich das Stadtamt für Leibesübungen, am 28. Oktober 1928 werden kommunale Flächen auf dem Burgholzhof gegen das im Besitz des Staates Württemberg stehende Gelände auf dem Cannstatter Wasen mit 139 Hektar getauscht. Damit ist der Weg frei für die im März 1928 abgegebene Bewerbung für das Deutsche Turnfest 1933.

Im Sommer 1929 wird ein Planungswettbewerb ausgeschrieben. Sieger: Professor Paul Bonatz, der Architekt des Stuttgarter Hauptbahnhofs. Am 2. Oktober ist es endgültig so weit: Mit 21 zu 12 Stimmen erhält Stuttgart den Zuschlag gegenüber Breslau, die Arbeiten auf dem zuvor als Exerzier- und Flugplatz genutzten Gelände können beginnen.

 
 
     
   
     
   
     
   
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