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Magazin für Tradition, Mythos und Kultur
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  unabhängige Vereinspage über die Profimannschaft des VfB Stuttgart 1893 e.V.      11. Jahrgang

 
 
 


 
 
 
 
  
UEFA-Pokal, 23.10.2008
FC Sevilla - VfB Stuttgart

2 : 0  (2 : 0)

 
SchiedsrichterZuschauer
Stanislav Sukhina (RUS)
30.000
Aufstellung
1 Andrés Palop
4 Sebastien Squillaci
6 Adriano
7 Jesús Navas
11 Renato
14 Julien Escudé
18 Fernando Navarro
21 Lautaro Acosta
22 Romaric
23 Federico Fazio
24 Abdoulay Konko
1 Jens Lehmann
4 Khalid Boulahrouz
7 Martin Lanig
11 Thomas Hitzlsperger
13 Pavel Pardo
15 Arthur Boka
17 Matthieu Delpierre
19 Roberto Hilbert
21 Ludovic Magnin
33 Mario Gomez
35 Christian Träsch
 Tore
15. Min.1:0  Romaric
16. Min.2:0  Renato
   
   
Auswechslungen
20. Min.Lautaro Acosta
 Tom de Mul
62. Min.Renato
 Enzo Maresca
75. Min.Jesús Navas
 Fernando Rodríguez Ortega
46. Min.Christian Träsch
 Ciprian Marica
57. Min.Martin Lanig
 Elson
73. Min.Arthur Boka
 Sebastian Rudy
Karten
70. Min.Andrés Palop
70. Min.Pavel Pardo
Trainer
Manuel Jiménez
Armin Veh

Früher Doppelschlag entschied das Spiel

Der Respekt vor dem zweifachen UEFA-Cup-Gewinner aus Sevilla war auf Seiten des VfB groß, was auch die Aufstellung von Cheftrainer Armin Veh im ersten Spiel der Gruppe C zum Ausdruck brachte. Denn gegen die offensivstarken und kombinationssicheren Andalusier setzte Veh auf eine 4-2-3-1-Formation und brachte damit Mario Gomez als Solospitze. Im Vergleich zum letzten Bundesligaspiel gab es folglich gleich zwei Veränderungen. Khalid Boulahrouz spielte wie angekündigt an alter Wirkungsstätte anstelle von Serdar Tasci in der Innenverteidigung und Martin Lanig verstärkte das Mittelfeld, was auf Kosten von Angreifer Cacau ging, der beim Anstoß nur auf der Bank saß.
Im Estadio Ramón Sánchez Pizjuan dauerte es rund sieben Minuten bis zur ersten Möglichkeit. Nach einer Ecke brachte die VfB-Defensive den Ball nicht schnell genug aus der Gefahrenzone, was Romaric zum Abschluss einlud, der zum Glück der Veh-Elf jedoch nicht präzise genug war. Auf der anderen Seite geriet ein Rückpass von Sebastien Squillaci etwas kurz, doch FC-Keeper Andrés Palop war letztlich noch eher am Ball als VfB-Angreifer Mario Gomez, der auf seine erste Möglichkeit gelauert hatte. Nach einer Viertelstunde führte eine Standardsituation dann zum 1:0 für die Hausherren. Romaric war am linken Strafraumeck gefoult worden und führte den fälligen Freistoß selbst aus. Der Ivorer traf mit einem platzierten Schuss ins linke obere Eck zum 1:0 für die Hausherren. Diesen Nackenschlag hatte die Veh-Elf noch nicht richtig verdaut, als der Ball bereits zum zweiten Mal im Gehäuse von Jens Lehmann lag. Denn nur 60 Sekunden später flankte Abdoulay Konko von der rechten Seite und fand den Kopf von Renato, der am langen Pfosten am chancenlosen VfB-Schlussmann vorbei mit einem Hechtsprung zum 2:0 einnickte. Die Hausherren waren anschließend früh im Spiel zu einem ersten Wechsel gezwungen.

Lautaro Acosta hatte sich bei einem Zweikampf verletzt und musste vom Feld. Für den Argentinier kam der junge Belgier Tom de Mul ins Spiel. Der Gastgeber war derweil mit der sicheren Führung im Rücken klar Herr im eigenen Hause und kontrollierte Ball und Gegner. Zahlreiche Positionswechsel in der Offensive - auch bedingt durch den Umstand, dass dem FC verletzungsbedingt kein einziger nomineller Angreifer zur Verfügung stand - stellten den VfB immer wieder vor Probleme, wenngleich bei den Bemühungen des FC Sevilla Mitte der ersten Hälfte etwas die Zielstrebigkeit fehlte und deshalb klare Chancen ausblieben. Die besaß auf der anderen Seite jedoch auch die Veh-Elf nicht, die kaum einmal für Entlastung sorgen konnte. Erst nach 32 Minuten kam Martin Lanig aus der Distanz zum Schuss, sein Versuch strich jedoch knapp über das Tor von Andrés Palop. Diese eine Möglichkeit konnte allerdings nicht darüber hinweg täuschen, dass Sevilla auch in der Folgezeit das dominierende und bessere Team auf dem Platz war. Erst kurz vor der Pause bot sich schließlich erneut Martin Lanig eine Möglichkeit. Eine Freistoßflanke von Thomas Hitzlsperger drückte der Blondschopf per Kopf auf das Tor und verfehlte das Ziel dabei nicht weit. Doch auch auf der Gegenseite wurde es nochmals gefährlich. Adriano konnte sich in halbrechter Position in Szene setzen und stand schließlich frei vor Jens Lehmann, der dem Brasilianer aber gerade noch den Ball vom Fuß nahm und somit einen weiteren Gegentreffer verhinderte. Wenig später ging es dann in die Kabinen.

Zweite Hälfte deutlich weniger unterhaltsam

Armin Veh brachte zum zweiten Durchgang mit Ciprian Marica eine zweite Spitze. Dafür blieb Christian Träsch in der Kabine und Roberto Hilbert spielte fortan rechts in der Viererkette. Manuel Jiménez, der Coach des Gastgebers, verzichtete unterdessen zunächst auf weitere personelle Veränderungen. Einen ersten Warnschuss nach der Pause gab Adriano in Minute 48 ab, der jedoch genauso erfolglos blieb, wie der Gegenzug über Martin Lanig und Mario Gomez, an dessen Ende Andrés Palop die Kugel sicher aufnehmen konnte. Gefährlicher war anschließend ein Freistoß von Thomas Hitzlsperger, den Sevillas Schlussmann mit den Fäusten entschärfte und auch beim Nachschuss von Arthur Boka auf der Hut war. Auf der Gegenseite verfehlte hernach ein Distanzschuss des eingewechselten Tom de Mul das Ziel. Nach einer knappen Stunde Spielzeit wechselte Armin Veh schließlich zum zweiten Mal aus und ersetzte im Mittelfeld Martin Lanig durch Elson. Nach exakt 60 Minuten kam Ciprian Marica etwas unverhofft zu einer Möglichkeit, als der Rumäne einen missglückten Befreiungsschlag von Andrés Palop erreichte und aus großer Distanz den direkten Abschluss suchte, allerdings sollte auch dieser Versuch letztlich ohne Erfolg bleiben. Kurz danach tauschten auch die Hausherren zum zweiten Mal aus. Der Italiener Enzo Maresca kam für den Torschützen Renato ins Spiel. Der neue Mann stand kaum auf dem Platz, als er Zeuge der bis dato besten VfB-Chance wurde. Wie aus dem Nichts traf Mario Gomez mit einem Drehschuss von der Strafraumgrenze zum Entsetzen der mitgereisten VfB-Anhänger allerdings nur den Pfosten. In der Folgezeit waren die Hausherren wieder Ton angebend und bauten für einige Minuten Druck auf, konnten aber auch nach diversen Standardsituationen das VfB-Tor nicht entscheidend in Gefahr bringen. 17 Minuten vor dem Ende wechselte Armin Veh zum dritten und letzten Mal aus. Sebastian Rudy nahm den Platz von Arthur Boka ein. Und wenig später ersetzte bei Sevilla dann noch Fernando Rodríguez Ortega, ein Mann aus dem B-Team des FC, Mittelfeldspieler Jesús Navas. In der Schlussphase nahm Sevilla schließlich einen Gang raus und versuchte, die Partie vollends über die Runden zu bringen. Die eine oder andere Nachlässigkeit im Defensivverhalten hätte um ein Haar doch noch zum Anschlusstreffer des VfB geführt. Denn sechs Minuten vor Schluss hatte Pavel Pardo Elson auf die Reise geschickt, dessen Flanke Mario Gomez nur um Zentimeter am Tor der Spanier vorbei köpfte. Auf den Tribünen des Estadio Ramón Sánchez Pizjuan sorgte unterdessen "La Ola", die Welle, für Kurzweil. Davon fühlte sich ganz offensichtlich der Ivorer Romaric drei Minuten vor dem Ende nochmals richtig inspiriert. Nach einem Konter prüfte Sevillas Mann mit der Nummer 22 Jens Lehmann mit einem Schuss aus zehn Metern, doch der Ex-Nationalkeeper verhinderte mit einer Glanztat ein drittes Gegentor. Bis zum Abpfiff von Schiedsrichter Stanislav Sukhina passierte dann nicht mehr allzu viel.

Der VfB war gegen den UEFA-Cup-Sieger der Jahre 2006 und 2007 an diesem Abend das klar unterlegene Team. Nach einem nervösen Beginn schien sich die Veh-Elf gerade zu finden, als Romarics Freistoßtor nicht nur für das 1:0, sondern auch für neuerliche Verunsicherung im VfB-Team verantwortlich war. Da Renato nur 60 Sekunden später bereits das zweite Tor nachlegen konnte, war die Partie früh zugunsten der Andalusier entschieden. Trotz der Ausfälle zahlreicher Stammkräfte spielten die Spanier den Erfolg anschließend sicher und souverän nach Hause und gingen deshalb auch als verdienter Sieger der Partie hervor.
 

   
  
   
   
  
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