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Magazin für Tradition, Mythos und Kultur
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  unabhängige Vereinspage über die Profimannschaft des VfB Stuttgart 1893 e.V.      11. Jahrgang

 
 
 


 
 
 
 
  
Donnerstag, 04.11.2004, 18:15 Uhr

VfB Stuttgart - Benfica Lissabon    3:0 (1:0)


Zuschauer: 44.000
Schiedsrichter: Bertrand Layec (Frankreich)

Aufstellungen:

VfB Stuttgart

Benfica Lissabon

1Timo Hildebrand1José Filipe Moreira
2Andreas Hinkel2Amoreirinha
3Martin Stranzl4Luisao
5Markus Babbel5Paulo Almeida
7Silvio Meißner11Geovanni
10Alexander Hleb18Manuel dos Santos
16Horst Heldt20Simao (C)
18Jeronimo Cacau21Nuno Gomes
20Zvonimir Soldo (C)33Ricardo Rocha
21Philipp Lahm37Manuel Fernandes
22Kevin Kuranyi47Joao Pereira
Auswechslungen:

73. Min.Christian Tiffert
Horst Heldt
77. Min.Imre Szabics
Kevin Kuranyi
87. Min.Jurica Vranjes
Alexander Hleb
44. Min.Argel
Ricardo Rocha
55. Min.Azar Karadas
Joao Pereira
64. Min.Bruno Aguiar
Nuno Gomes
Karten:

45. Min.Horst Heldt
67. Min.Silvio Meißner
19. Min.Ricardo Rocha
49. Min.Joao Pereira
Tore:

1:032. Min.Torschütze: Jeronimo Cacau

 
2:052. Min.Torschütze: Silvio Meißner(Vorlage: Philipp Lahm)

 
3:072. Min.Torschütze: Kevin Kuranyi(Vorlage: Zvonimir Soldo)

 

Souveräner Sieg

für grösseres Bild hier klickenMit gleich vier neuen Akteuren im Vergleich zum liegenden Bundesligaspiel auf Schalke (3:2) schickte VfB-Cheftrainer Matthias Sammer sein Team im zweiten Gruppenspiel des UEFA-Cups gegen Benfica Lissabon ins Rennen. In der Viererkette rückte der zuletzt in der Liga rotgesperrte Martin Stranzl wieder an die Seite von Markus Babbel und ersetzte damit Matthieu Delpierre, der genauso auf der Bank Platz nehmen musste, wie die beiden Mittelfeldspieler Jurica Vranjes und Christian Tiffert. Dafür waren die jüngst noch angeschlagenen Silvio Meißner und Horst Heldt wieder mit dabei. Und last but not least stürmte Kevin Kuranyi nach seiner schöpferischen Pause in den ersten 45 Minuten in Gelsenkirchen wieder neben Cacau, auch weil Imre Szabics derzeit mit leichten Adduktorenproblemen zu kämpfen hat und deshalb nur Reservist war.
Nach fünf eher langweiligen Anfangsminuten sorgte Alexander Hleb mit einem tollen Heber in zentraler Position für die erste VfB-Chance. Sein Ball erreichte Silvio Meißner, der im Strafraum bei der Ballannahme in höchster Not von Benficas Innenverteidiger Ricardo Rocha gestört wurde, weshalb der VfB-Mittelfeldspieler nicht richtig zum Abschluss kam. Silvio Meißner war dann zwei Minuten später auch an der nächsten brenzligen Situation beteiligt, als Lissabons Keeper José Moreira seine flache Hereingabe nicht zu fassen bekam, dann aber im Glück war, dass kein Gegner sondern nur ein Mitspieler in Ballbesitz kam. Der VfB war auch fortan das spielbestimmende Team und nach exakt einer Viertelstunde hatten die 44.000 Zuschauer im fast ausverkauften Gottlieb-Daimler-Stadion den Torschrei schon auf den Lippen, doch ein Kopfball von Kapitän Zvonimir Soldo nach Linksflanke von Horst Heldt strich Zentimeter über das Lissaboner Tor. VfB-Keeper Timo Hildebrand musste nach knapp 20 Minuten das erste Mal eingreifen, war aber bei einem Distanzschuss von Geovanni nicht wirklich gefordert. Ähnlich erging es wenig später seinem Gegenüber José Moreira, der erst gar nicht einzugreifen brauchte, da Kevin Kuranyi seinen Schuss aus halbrechter Position letztlich weit am linken Pfosten vorbeisetzte.

Cacaus satter Schuss brachte die 1:0-Pausenführung

Mitte des ersten Durchgangs kamen die Gäste dann zu einer erstklassigen Chance als Nuno Gomes mit einem Steilpass Simao fand, der zwar VfB-Keeper Timo Hildebrand ausspielen konnte, dann aber abgedrängt wurde. Dennoch fand der Kapitän der Portugiesen mit einem Rückpass seinen Mitspieler Joao Pereira, dessen Schuss Timo Hildebrand aber parieren konnte. Der VfB wirkte in dieser Phase des Spieles ungewohnt unkonzentriert, was den Gästen zwei weitere Halbchancen einbrachte. Zunächst konnte Martin Stranzl nach einem Steilpass von Joao Pereira auf Geovanni im Strafraum gerade noch klären und wenig später behinderten sich Martin Stranzl und Timo Hildebrand bei einer Flanke gegenseitig, weshalb der VfB-Keeper die Kugel nicht zu fassen bekam, was die Lissaboner freilich nicht nutzen konnten. Auf der anderen Seite drosch Andreas Hinkel eine weite Freistoßflanke von Horst Heldt nach 27 Minuten weit am Tor vorbei und auch Cacaus Versuch aus 20 Metern nach exakt einer halben Stunde verfehlte das Ziel letztlich klar. Doch diese zwei wenig gefährlichen Möglichkeiten waren immerhin ein Zeichen dafür, dass der VfB wieder zu mehr Sicherheit im Spiel fand, was sich nach 32 Minuten auch im Ergebnis niederschlagen sollte. Einen Freistoß von Alexander Hleb köpfte Amoreirinha unglücklich vor die Füße von Cacau, der mit einem satten Schuss von der Strafraumgrenze ins linke untere Eck zum 1:0 des VfB traf. Die Spielanteile verlagerten sich nach dem 1:0 und Benfica war fortan optisch im Vorteil, weil sich die Sammer-Elf etwas zog und auf Konter lauerte. Klare Gelegenheiten konnte sich Lissabon aber nicht erspielen. Deshalb gab es nur noch zwei Halbchancen und eine Auswechslung vor dem Pausenpfiff zu sehen. Zunächst konnte Benfica-Keeper José Moreira eine Meißner-Flanke vor Kevin Kuranyi aus der Gefahrenzone fausten und auf der anderen Seite verzog Geovanni in halbrechter Position mit einem 20-Meter-Schuss weit. Die letzte nennenswerte Aktion der ersten 45 Minuten war ein Wechsel der Gäste. Benfica-Coach Giovanni Trapattoni musste den angeschlagenen Innenverteidiger Ricardo Rocha durch Argel ersetzen, was an der nicht unverdienten 1:0-Pausenführung des VfB freilich nichts ändern konnte.

Meißner traf im zweiten Anlauf

Auf weitere Veränderungen verzichteten beide Trainer zu Beginn des zweiten Durchgangs, in dem Benfica die erste Gelegenheit hatte, doch Joao Pereira drosch einen Freistoß aus gut 23 Metern in halbrechter Position in die VfB-Mauer. Auch auf VfB-Seite brachte eine Standardsituation die nächste Chance ein, doch Silvio Meißner köpfte nach 51 Minuten einen Freistoß von Horst Heldt genau in die Arme von José Moreira im Benfica-Tor. Besser machte es "Meise" eine Zeigerumdrehung später. Alexander Hleb hatte Philipp Lahm am linken Flügel bedient und dessen weiten Flankenschlag versenkte der 31-Jährige per Kopf aus Nahdistanz zum viel umjubelten 2:0 der Sammer-Elf. Gästecoach Giovanni Trapattoni reagierte auf das zweite Gegentor umgehend und verstärkte mit der Einwechslung der zweiten echten Spitze, dem Norweger Azar Karadas, anstelle von Mittelfeldspieler Joao Pereira die Offensive. Es war aber der VfB, der die nächsten Impulse in der Offensive setzte, allerdings fehlte gleich zweimal innerhalb von nur wenigen Sekunden die letzte Präzision. Zunächst fand bei einem Konter über Alexander Hleb und Philipp Lahm der finale Pass von Martin Stranzl nicht den mitgelaufenen Kevin Kuranyi und Sekunden später verpasste der Nationalspieler in halblinker Position den Abschluss zur rechten Zeit und passte stattdessen weiter auf Cacau, der Horst Heldt am linken Flügel fand, doch dessen Zuspiel setzte Alexander Hleb rechts am Tor vorbei. In ähnlicher Position verzog danach auch Cacau nach einem Zuspiel von Philipp Lahm von der Grundlinie aus. Der eingewechselte Azar Karadas konnte nach gut einer Stunde gleich zweimal für Gefahr vor dem VfB-Tor sorgen, doch zunächst wurde ein Distanzschuss des Stürmers geblockt und einen Kopfball nach Simao-Flanke lenkte der aufmerksame Timo Hildebrand über die Latte zur Ecke. Die gut 5.000 angereisten portugiesischen Fans waren nach 64 Minuten mit der dritten Auswechslung von Benfica-Coach Giovanni Trapattoni nicht einverstanden und ließen ihrem Unmut durch lautes Pfeifen freien Lauf, denn Publikumsliebling Nuno Gomes wurde fortan durch Bruno Aguiar ersetzt, der aber gleich Akzente setzte. Zunächst fand seine Ecke den Kopf von Verteidiger Argel, doch Timo Hildebrand griff dabei genauso sicher zu wie wenig später bei einem Distanzschuss von Aguiar.

Kuranyi mit dem dritten Streich

Die letzte Aktion von Horst Heldt vor seiner Auswechslung - für ihn kam Christian Tiffert ins Spiel – sorgte in der 72. Minute für das dritte VfB-Tor. Eine Freistoßflanke des Linksfußes köpfte Kapitän Zvonimir Soldo auf das Lissaboner Tor, wo José Moreira gerade noch die Fäusten hochreißen konnte, doch gegen den nachsetzenden Kevin Kuranyi war dann auch die Nummer eins von Benfica machtlos. Der Nationalstürmer hatte wenig Mühe die Kugel per Kopf zum 3:0 über die Linie zu drücken. Eher zufällig kam Benfica unmittelbar danach zu einer guten Chance, als ein Distanzschuss von Manuel Fernandes gefährlich abgefälscht wurde und am linken Außenpfosten des VfB-Tores landete. Timo Hildebrand wäre bei diesem Versuch wohl ohne Chance gewesen. 13 Minuten vor dem Ende durfte dann Nationalstürmer Kevin Kuranyi frühzeitig Feierabend machen und wurde in der Schlussphase durch Imre Szabics ersetzt. Der Ungar stand dann auch gleich bei einem Zweikampf mit Luisao im Mittelpunkt, denn Szabics landete nach einem Wischer des Verteidigers, der Szabics am Hals traf, am Boden, doch Schiedsrichter Bertrand Layec ließ Gnade vor Recht ergehen und sprach weder eine Verwarnung noch einen Platzverweis für Luisao aus. Sportlich sorgte VfB-Linksverteidiger Philipp Lahm für den nächsten und zugleich letzten Höhepunkt. Der Nationalspieler setzte sich am linken Flügel durch, zog in die Mitte und prüfte José Moreira mit einem Flachschuss, den der Benfica-Keeper nur mit Mühe halten konnte. Kurz vor Schluss wechselte VfB-Chefcoach Matthias Sammer das letzte Mal aus und ersetzte den starken Alexander Hleb durch Jurica Vranjes. Die spielstarken Gäste kombinierten derweil bis zum Schluss munter weiter, ohne dabei Effektivität an den Tag zu legen. So plätscherte die Partie dem Schlusspfiff entgegen, der nach knapp zwei Minuten Nachspielzeit auch erfolgen sollte.

Der VfB setzte sich verdientermaßen und auch in der Höhe verdient gegen den portugiesischen Rekordmeister durch. Lediglich Mitte des ersten Durchgangs hatten die Gäste aufgrund einiger Nachlässigkeiten des VfB eine wirkliche Chance zu einem Torerfolg. Doch gerade als Benfica seine Chance witterte, schlug Cacau eiskalt zu und setzte die Zeichen auf Sieg. Im zweiten Durchgang legten dann Silvio Meißner und Kevin Kuranyi jeweils im richtigen Moment die weiteren Treffer nach und ließen damit keinen Zweifel am zweiten VfB-Dreier in der Gruppenphase.

Stimmen zum Spiel

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