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Magazin für Tradition, Mythos und Kultur
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  unabhängige Vereinspage über die Profimannschaft des VfB Stuttgart 1893 e.V.       10. Jahrgang

 
 
 


 
    
Champions League, 12.12.2007

FC Barcelona - VfB Stuttgart

3 : 1  (1 : 1)

 
Schiedsrichter Zuschauer
Stéphane Lannoy (FRA) 52.651
Aufstellung
25 Albert Jorquera
3 Gabriel Milito
4 Rafael Márquez
5 Carles Puyol
6 Xavi Hernández
7 Eidur Smari Gudjohnsen
9 Samuel Eto´o
10 Ronaldinho
16 Sylvinho
17 Giovani dos Santos
21 Lilian Thuram
1 Raphael Schäfer
3 Ricardo Osorio
5 Serdar Tasci
6 Fernando Meira
8 Alexander Farnerud
9 Ewerthon
10 Yildiray Bastürk
15 Arthur Boka
17 Matthieu Delpierre
20 Ciprian Marica
25 Antonio da Silva
Tore
36. Min. 1:1  Giovani dos Santos
57. Min. 2:1  Samuel Eto´o
67. Min. 3:1  Ronaldinho
3. Min. 0:1  Antonio da Silva
    
    
Auswechslungen
52. Min. Eidur Smari Gudjohnsen
  Bojan Krkic
62. Min. Samuel Eto´o
  Andrés Iniesta
70. Min. Xavi Hernández
  Marc Crosas
58. Min. Alexander Farnerud
  Roberto Hilbert
71. Min. Yildiray Bastürk
  Silvio Meißner
71. Min. Ciprian Marica
  Manuel Fischer
Karten
90. Min. Rafael Márquez
 
37. Min. Raphael Schäfer
48. Min. Fernando Meira
Trainer
Frank Rijkaard Armin Veh

Niederlage trotz Führung

Dass es sportlich im letzten Spiel der UEFA Champions League Gruppe E zwischen dem FC Barcelona und dem VfB um nichts mehr ging, war bereits den Aufstellungen beider Teams zu entnehmen. Denn sowohl bei Barcelona als auch beim VfB kamen einige Akteure zum Zug, die zuletzt nicht allzu häufig im Einsatz waren. Armin Veh brachte im Vergleich zum 3:1-Ligasieg am vergangenen Wochenende gegen Wolfsburg gleich fünf frische Spieler. Für Ludovic Magnin, Roberto Hilbert, Pavel Pardo, Thomas Hitzlsperger und den verletzten Cacau liefen von Beginn an Arthur Boka, Serdar Tasci, Alexander Farnerud, Antonio da Silva und Ewerthon auf.
Im längst nicht ausverkauften Camp Nou Stadion musste der Gastgeber kurzfristig auf den von Beginn an eingeplanten Portugiesen Deco verzichten, der beim Warmlaufen signalisierte, dass er nach langer Verletzungspause doch noch nicht einsatzbereit sei. Für ihn rückte Xavi Hernández in die Startelf. Der VfB begann munter und flankte bereits nach wenigen Sekunden in Person von Ricardo Osorio gefährlich in den Strafraum der Hausherren, wo Ciprian Marica die Kugel jedoch genauso knapp verpasste wie Barcas Schlussmann Albert Jorqura. Nach drei Minuten war der Ersatzkeeper der Spanier dann aber geschlagen. Einen Freistoß aus halbrechter Position und gut 22 Metern zirkelte Antonio da Silva sehenswert zum frühen 0:1 genau unter die Latte. Ein Fehlpass von Alexander Farnerud lud jedoch nur wenig später Samuel Eto´o zur ersten Großchance der Katalanen ein, doch der Kameruner scheiterte frei stehend am glänzend reagierenden Raphael Schäfer. Ein abgefälschter Schuss von Ronaldinho flog nach knapp zehn Minuten dann letztlich weit über das VfB-Tor. Die Hausherren übernahmen das Kommando und hatten durch Xavi nach einem Pass von Eidur Gudjohnsen eine weitere Großchance zum Ausgleich, die aber Raphael Schäfer genauso zunichte machen konnte, wie den Nachschuss von Giovani dos Santos aus spitzem Winkel.

Der VfB versuchte mit Kontern dagegenzuhalten und kam durch Ewerthons Distanzschuss nach einer knappen Viertelstunde zu einer guten Gelegenheit.

Regulärer Ausgleich?

Allerdings verfehlte der Brasilianer das Ziel genauso wie auf der anderen Seite Giovani dos Santos mit einem Weitschuss. Der junge Mexikaner blieb zunächst der auffälligste Akteur und prüfte Raphael Schäfer anschließend gleich noch einmal aus halbrechter Position. Die Gastgeber waren in dieser Phase klar dominant, auch weil dem VfB in der Defensive die Ordnung und notwendige Bissigkeit im Zweikampf fehlte und der Gegner so geradezu zu Angriffen eingeladen wurde. So rutschte Samuel Eto´o in eine Hereingabe von Carles Puyol und setzte die Kugel nur knapp über das VfB-Tor. Für etwas Entlastung konnte Ciprian Marica mit einem Schuss von der Strafraumgrenze aus sorgen, der jedoch genau in den Armen von Albert Jorquera landete. Armin Veh stellte nach knapp zwanzig Minuten in der Viererkette um und tauschte die beiden Außenverteidiger gegeneinander aus, da Arthur Boka mit dem flinken Giovani dos Santos mehr Probleme hatte, als dem Ivorer lieb sein konnte. Der ganz große Druck von Barca ließ Mitte des ersten Durchgangs etwas nach und um ein Haar hätte ein leichtsinniger Rückpass von Lilian Thuram Ciprian Marica zum Torschuss eingeladen, doch Albert Jorquera konnte die Kugel gerade noch aus der Gefahrenzone schlagen. Nach einer guten halben Stunde war es dann wieder Giovani dos Santos der den Abschluss suchte, mit einem Schlenzer vom rechten Strafraumeck aus aber das Ziel verfehlte. In Minute 36 fing sich das Team von Armin Veh dann aber doch den Ausgleich ein, wobei die VfB-Hintermannschaft beim 1:1 kräftig mithalf. Ronaldinho luchste Arthur Boka den schon eroberten Ball ab und flankte in die Mitte, wo Giovani dos Santos abstauben konnte. Der Mexikaner drückte den Ball halb mit der Brust, halb mit dem Oberarm über die Linie, worüber sich Raphael Schäfer derart echauffierte, dass er dafür die gelbe Karte sah. Die Antwort auf dem Platz gab beim VfB Antonio da Silva mit einem weiteren Freistoß. Der noch abgefälschte Versuch des Brasilianers von der Strafraumgrenze strich über das Tor der Katalanen. Wenig später ging es dann für die beiden Teams in die Kabinen.

Eto´o und Ronaldinho machten alles klar - Debüt von Fischer

Ohne personelle Veränderungen ging es auf beiden Seiten zunächst weiter. In den ersten Minuten passierte vor beiden Toren nicht viel, so dass erst ein Wechsel auf Seiten von Barca nach 52 Minuten wieder für etwas Aufregung sorgte. Der 17-jährige Bojan Krkic kam für Eidur Gudjohnsen in die Partie. Die nächste Chance gehörte aber dem anderen Youngster der Hausherren. Ronaldinho spielte im Strafraum Giovani dos Santos frei, dessen Schuss jedoch Matthieu Delpierre noch abblocken konnte. Auf der anderen Seite legte Fernando Meira vom rechten Flügel überlegt auf Ewerthon . Der Brasilianer zog ab und verfehlte das Ziel mit einem noch abgefälschten Schuss. Wenig später versuchte es Antonio da Silva aus der Distanz, doch Albert Jorquera konnte parieren. Ein unnötiger Ballverlust lud den FC Barcelona danach zu einem Konter ein, an dessen Ende das 2:1 fiel. Xavi passte genau im richtigen Moment auf Samuel Eto´o, der alleine vor Raphael Schäfer per Flachschuss vollenden konnte. Armin Veh reagierte mit einem prompten Wechsel und ersetzte Alexander Farnerud durch Roberto Hilbert. Den nächsten Akzent setzte indes Yildiray Bastürk mit einem Weitschuss, der das Ziel jedoch verfehlte. Kurz danach durfte Torschütze Eto´o dann vorzeitig Feierabend machen. Für den Kameruner kam Andrés Iniesta ins Spiel. Die Chance zum Ausgleich hatte Ciprian Marica nach einem flachen Zuspiel aus dem linken Halbfeld. Allerdings brachte der Rumäne die Kugel in zentraler Position nicht an Albert Jorquera vorbei. Statt des möglichen 2:2 fiel wenig später gar das 3:1. Eine Linksflanke von Sylvinho drückte Ronaldinho mit einer Grätsche am chancenlosen Raphael Schäfer vorbei ins VfB-Tor. 20 Minuten vor dem Ende durfte dann auch Xavi vorzeitig unter die Dusche. Für den Nationalspieler kam Marc Crosas auf den Platz, auf dem Raphael Schäfer einen Freistoß Ronaldinhos erstklassig parierte. Beim VfB kam es kurz darauf zu einem Debüt, denn Armin Veh brachte für Yildiray Bastürk und Ciprian Marica Silvio Meißner und Manuel Fischer ins Spiel. Der VfB-Nachwuchsstürmer feierte damit sein Profidebüt in der UEFA Champions League, so wie es einst auch schon Mario Gomez widerfuhr. Die beiden Neuen waren kaum mit dabei, als Ewerthon mit einem satten Distanzschuss nur die Querlatte traf und damit die Chance verpasste, noch einmal zu verkürzen. Barcelona nahm danach einen Gang raus und so plätscherte die Partie ohne große Höhepunkte - Bojan Krkic und Ronaldinho versuchten es noch erfolglos aus der Distanz - dem Ende entgegen.

Trotz einer frühen 1:0-Führung konnte der VfB im Camp Nou gegen den großen Favoriten nicht für eine Überraschung sorgen. Die Dominanz der Hausherren und die daraus resultierende Überlegenheit war über weite Strecken zu deutlich und wurde auch durch Passivität und schlechtes Zweikampfverhalten der Veh-Elf noch begünstigt. Zwar ließ sich darüber diskutieren, ob das 1:1 von Giovani dos Santos regelkonform war, dass der Ausgleich von den Spielanteilen und Chancen her in Ordnung ging, stand jedoch außer Frage. Nach der Pause brachten Samuel Eto´o und Ronaldinho durch ihre Treffer die Überlegenheit des Gastgebers auch im Ergebnis vollends zum Ausdruck, während der VfB zwar noch den einen oder anderen Akzent setzen konnte, wie beispielsweise Ewerthons Lattentreffer, sich unter dem Strich jedoch klar geschlagen geben musste.

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