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Magazin für Tradition, Mythos und Kultur
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  unabhängige Vereinspage über die Profimannschaft des VfB Stuttgart 1893 e.V.      11. Jahrgang

 
 
 


 
 
 
 
  
Dienstag, 09.12.2003, Uhr

Manchester United - VfB Stuttgart     2:0 (1:0)


Zuschauer: 67.180
Schiedsrichter: Eric Poulat (Frankreich)

Aufstellungen 
Manchester UnitedVfB Stuttgart
13Roy Carroll1Timo Hildebrand
2Gary Neville2Andreas Hinkel
3Phil Neville3Timo Wenzel
5Rio Ferdinand6Fernando Meira
10Ruud van Nistelrooy8Jurica Vranjes
11Ryan Giggs (C)15Alexander Hleb
18Paul Scholes16Horst Heldt
22John O´Shea19Imre Szabics
24Darren Fletcher20Zvonimir Soldo (C)
25Quinton Fortune21Philipp Lahm
27Mickael Silvestre22Kevin Kuranyi


Auswechslungen 

70 Min.David Bellion
Ryan Giggs
70 Min.Diego Forlan
Ruud van Nistelrooy
79 Min.Eric Djemba-Djemba
Paul Scholes
46 Min.Christian Tiffert
Jurica Vranjes
46 Min.Jeronimo Cacau
Imre Szabics
75 Min.Emanuel Centurión
Alexander Hleb

Karten 

39 Min.Paul Scholes
74 Min.Quinton Fortune

Tore

1:045. Min.Torschütze: Ruud van Nistelrooy(Vorlage: Ryan Giggs)

2:058. Min.Torschütze: Ryan Giggs(Vorlage: Ruud van Nistelrooy)



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Der VfB ist Zweiter

Trotz des torlosen Remis am vergangenen Wochenende in der Bundesliga schenkte VfB-Teammanager Felix Magath beim letzten Gruppenspiel in der UEFA Champions League bei Manchester United denselben elf Spielern das Vertrauen von Beginn an wie zuletzt gegen den Hamburger SV.
Beide Mannschaften begannen engagiert, doch richtige Torraumszenen waren in den ersten Minuten nicht zu sehen. Selbst ein Freistoß nach sieben Minuten in aussichtsreicher Position brachte keine Gefahr, da Horst Heldt den Ball zwar über die Mauer von United drehte, doch letztlich war sein Versuch viel zu schwach und unplatziert, um Roy Carroll im ManU-Tor vor Probleme zu stellen. Manchesters Offensivabteilung brachte nach exakt zehn Minuten den ersten brauchbaren Versuch zustande, als es Paul Scholes mit einem Schuss aus gut 20 Metern versuchte, doch Timo Hildebrand griff sicher zu.
Nach einer knappen Viertelstunde war der VfB im Glück, als Timo Hildebrand zunächst eine Ecke von United mit der Faust klärte und Imre Szabics den Ball danach in halblinker Position auf Philipp Lahm passte. Sein Zuspiel war aber zu ungenau und landete vor den Füßen von Ruud van Nistelrooy, der aus spitzem Winkel im Strafraum an Timo Hildebrand scheiterte. Doch selbst wenn der Holländer den Ball in dieser Situation im Tor versenkt hätte, wäre es wohl beim 0:0 geblieben, da der Schiedsrichterassistent unverständlicher Weise auf abseits entschied. 

ManU optisch im Vorteil 
Mitte des ersten Durchgangs erhöhte der Gastgeber den Druck und hatte nach 27 Minuten die bis dato klarste Chance. Ruud van Nistelrooy spielte den Ball in halblinker Position in die Gasse auf Darren Fletcher, der am herausstürzenden Timo Hildebrand vorbei quer auf Ryan Giggs passte, doch der Waliser haute die Kugel aus gut acht Metern freistehend über das weitestgehend leere VfB-Tor.
ManU blieb das aktivere Team und wäre gut zehn Minuten vor der Pause beinahe durch einen Glückstreffer in Führung gegangen. Phil Neville zog aus gut 22 Metern ab und der Ball wäre weit am Tor vorbeigeflogen, wenn ihn Horst Heldt nicht unglücklich abgefälscht hätte. Doch Timo Hildebrand war hellwach und drehte die Kugel um den Pfosten zur Ecke. Und praktisch im Gegenzug sorgte ein ebenso krummes Ding für Gefahr vor dem Tor von Roy Carroll. Eine abgefälschte Rechtsflanke von Andreas Hinkel senkte sich gefährlich in Richtung ManU-Tor, doch Carroll lenkte die Kugel über den Querbalken.
Ein Freistoß an der Strafraumgrenze nach Foul von Timo Wenzel an Ruud van Nistelrooy brachte United acht Minuten vor dem Pausenpfiff eine erstklassige Möglichkeit ein, doch Ryan Giggs haute den Ball in die gut postierte VfB-Abwehrmauer, so dass auch diese Chance ungenutzt blieb. 

Gegentor in der Nachspielzeit
 
Drei Minuten vor der Pause bot sich dem VfB eine gute Konterchance, als Alexander Hleb und Kevin Kuranyi in halblinker Position in Richtung United-Tor marschierten. Kuranyi zog dabei geschickt einen Verteidiger nach außen und Hleb hatte nach einem Haken freie Bahn. Doch anstatt zu schießen, legte der Weißrusse quer, wo er Imre Szabics fand. Dessen neuerlicher Querpass landete vor den Füßen von Horst Heldt, der sofort abzog, doch der Ball wurde geblockt, so dass Jurica Vranjes eine weitere Schussmöglichkeit hatte, aber der Kroate verzog letztlich klar. Und auch Andreas Hinkel hatte danach kein Glück, als er von der rechten Seite in den Strafraum eindrang und mit links den Ball über das Tor des Gastgebers setzte.
In der Nachspielzeit der ersten 45 Minuten zeigte sich dann, dass man Ruud van Nistelrooy keine Sekunde aus den Augen lassen darf. Die bis dahin weitestgehend sichere VfB-Defensive leistete sich einen ersten kleinen Fehler, den der Holländer eiskalt ausnutzte. Fernando Meira und Jurica Vranjes konnten Ryan Giggs auf der linken Seite nicht am Flanken hindern und van Nistelrooy sprang im Zentrum höher als alle VfB-Verteidiger, so dass er aus Nahdistanz per Kopf zum 1:0 einnicken konnte. VfB-Keeper Timo Hildebrand war zwar noch am Ball, doch auch er konnte den Rückstand nicht mehr verhindern.
Während der Gastgeber unverändert aus den Kabinen kam, wechselte VfB-Teammanager Felix Magath gleich doppelt aus. Christian Tiffert und Cacau ersetzen Jurica Vranjes und Imre Szabics. Für den ersten Aufreger sorgte aber Schiedsrichter Poulat, der dem gelb-verwarnten Paul Scholes nach einer rüden Attacke gegen Christian Tiffert auf Höhe der Mittellinie den vorzeitigen Gang unter die Dusche ersparte und Scholes fälschlicherweise nicht zum zweiten Mal verwarnte. 

Giggs mit dem zweiten Tor
 
Einen hart geschossenen Freistoß aus 22 Metern von Timo Wenzel konnte Roy Carroll drei Minuten nach Wiederbeginn sicher parieren und auf der Gegenseite brachte Wenzel seinen Namensvetter Hildebrand im VfB-Tor nach einer Flanke von Quinton Fortune in Gefahr, als er den Ball aus der Gefahrenzone schlagen wollte, obwohl ihn Hildebrand sicher hätte abfangen können. Dies brachte Ruud van Nistelrooy in Ballbesitz, doch der Holländer zögerte zu lange und vergab deshalb am Ende. Gerade als der VfB die Schlagzahl erhöhen wollte und sich etwas energischer in Richtung ManU-Tor bewegte, machte United den zweiten Treffer. Auf Höhe der Mittellinie spielte van Nistelrooy einen schönen Pass in die Tiefe und die Abseitsfalle des VfB schnappte nicht zu, so dass Ryan Giggs alleine in Richtung VfB-Tor laufen konnte. In halblinker Position ließ er dem herausstürzenden VfB-Keeper Timo Hildebrand keine Chance und verwandelte mit einem Schuss ins kurze Eck zum 2:0.
Manchester nahm nach dem zweiten Tor einen Gang raus und beschränkte sich auf die Spielkontrolle gegen eine VfB-Mannschaft, die zwar bemüht war, sich aber vor allem im Offensivspiel durch zu viele Fehler selbst das Leben schwer machte. 

Keine Höhepunkte in der Schlussphase
 Dass beide Teams danach bereits an die nächste schwierige Aufgabe in der Liga dachten, verdeutlichten ihre Trainer mit Auswechslungen Mitte des zweiten Durchgangs. Während ManU-Coach Alex Ferguson 20 Minuten vor dem Ende seine beiden besten Akteure Ruud van Nistelrooy und Ryan Giggs vom Platz holte, um sie für das Derby am Wochenende gegen Manchester City zu schonen, gönnte Felix Magath wenig später Alexander Hleb einen vorzeitigen Feierabend. Für den Weißrussen kam Emanuel Centurión zum Einsatz und auf Seiten ManUs wirkten fortan David Bellion und Diego Forlan mit.
Danach war das Spannendste im Stadion „Old Trafford“ der Sangeswettbewerb, den sich die VfB-Schlachtenbummler in schöner Abwechslung mit den United-Anhänger lieferten. Auf dem Platz passierte derweil vor beiden Toren praktisch gar nichts mehr. Erst in der Schlussminute bot sich Diego Forlan noch einmal eine gute Möglichkeit, als er aus acht Metern nach schöner Vorarbeit von David Bellion überhastet abschloss und den Ball neben das VfB-Tor setzte. Und auf der anderen Seite verzog Kevin Kuranyi Sekunden später aus der Distanz nur knapp. Der Unterschied zweier zumindest 45 Minuten ebenbürtiger Mannschaften hieß Ruud van Nistelrooy. Der Holländer war stets anspielbar, immer gefährlich und ebnete Manchetser mit seinem Tor in der Nachspielzeit der ersten Hälfte den Weg zum Sieg. Auch beim zweiten Tor war der Holländer maßgeblich beteiligt, als er Giggs mit einem Traumpass ins Szene setzte. Nach diesem Treffer rauchten beide Teams die fußballerische Friedenspfeife und taten sich nicht mehr weh.
Trotz der Niederlage wurde die Mannschaft von Felix Magath von den mitgereisten Fans gefeiert und mit der La-Ola-Welle verabschiedet.

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