Dienstag, 26.07.2005, 20:30 Uhr  FC Bayern München - VfB Stuttgart 1:2 (1:1)  Zuschauer: 50.000 Schiedsrichter: Thorsten Kinhöfer (Herne)  Aufstellungen: |  |  |  |  |  |  |  | | FC Bayern München |  | VfB Stuttgart |  | | 22 |  | Michael Rensing |  | 1 |  | Timo Hildebrand | | 2 |  | Willy Sagnol (C) |  | 3 |  | Martin Stranzl | | 3 |  | Lucio |  | 6 |  | Fernando Meira | | 10 |  | Roy Makaay |  | 7 |  | Silvio Meißner | | 20 |  | Hasan Salihamidzic |  | 11 |  | Thomas Hitzlsperger | | 23 |  | Owen Hargreaves |  | 13 |  | Christian Tiffert | | 24 |  | Roque Santa Cruz |  | 17 |  | Matthieu Delpierre | | 25 |  | Valerién Ismael |  | 18 |  | Jeronimo Cacau | | 26 |  | Sebastian Deisler |  | 20 |  | Zvonimir Soldo (C) | | 31 |  | Bastian Schweinsteiger |  | 21 |  | Ludovic Magnin | | 69 |  | Bixente Lizarazu |  | 33 |  | Mario Gomez |
Auswechslungen:  |  |  |  |  | | 46. Min. |  | Ali Karimi |  |  | Owen Hargreaves |  | | 59. Min. |  | Martin Demichelis |  |  | Sebastian Deisler |  | | 80. Min. |  | Claudio Pizarro |  |  | Bastian Schweinsteiger |  |
|  |  |  | | 30. Min. |  | Christian Gentner |  |  | Christian Tiffert |  | | 43. Min. |  | Boris Zivkovic |  |  | Silvio Meißner |  | | 77. Min. |  | Jon Dahl Tomasson |  |  | Mario Gomez |  |
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Karten:  |  |  |  |  | | 28. Min. |  | Owen Hargreaves |  | | 45. Min. |  | Valerién Ismael |  | | 50. Min. |  | Lucio |  |
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Tore:  |  |  |  |  | | 1:0 |  | 18. Min. |  | Torschütze: Roy Makaay (Vorlage: Bastian Schweinsteiger) |  | | 1:1 |  | 21. Min. |  | Torschütze: Thomas Hitzlsperger (Vorlage: Zvonimir Soldo) |  | | 1:2 |  | 90. Min. |  | Torschütze: Martin Stranzl (Vorlage: Jon Dahl Tomasson) |  | 
Später Siegtreffer Mit einer im Vergleich zum Viertelfinale des premiere-Ligapokals gegen Hertha BSC Berlin am vergangenen Samstag auf vier Positionen veränderten Elf, ging der VfB in das Vorschlussrundenduell beim amtierenden Deutschen Meister und Pokalsieger FC Bayern München in der Allianz-Arena. VfB-Cheftrainer Giovanni Trapattoni ersetzte den leicht am Oberschenkel angeschlagenen Rechtsverteidiger Andreas Hinkel durch Martin Stranzl und ließ anstelle von Markus Babbel Matthieu Delpierre in der Innenverteidigung ran. Zudem spielte Silvio Meißner im Dreiermittelfeld für Christian Gentner und Mario Gomez nahm im Sturmzentrum den Platz von Marco Streller ein. Beide Teams begannen engagiert, aber trotzdem dauerte es fünf Minuten bis zur ersten Chance. Cacau zog in halbrechter Position mit links ab und verfehlte aus 20 Metern das Tor am Ende mit seinem Flachschuss ein gutes Stück. Bayerns erste Chance gab es nach einer Salihamidzic-Flanke von der linken Seite zu sehen, die von einem VfB-Verteidiger unglücklich verlängert wurde und vor den Beinen von Sebastian Deisler landete, dessen Direktschuss aus halbrechter Position letztlich weit am VfB-Tor vorbeiging. Wesentlich knapper ging es nach elf Minuten und der zweiten Flanke von Hasan Salihamidzic zu, als der Bosnier von der linken Seite flach ins Zentrum passte, wo kein VfB-Spieler mehr an den Ball kam, so dass Roque Santa Cruz ungedeckt abschließen konnte. Doch zum Glück des VfB schoss der Paraguayer über das Tor. Nachdem ein Freistoß von Thomas Hitzlsperger in aussichtsreicher Position in der Münchner Mauer endete, verpasste im Gegenzug Roy Makaay im Strafraum einen Pass von Willy Sagnol nur um Zentimeter. Ähnlich knapp ging es bei einem Kopfball von Roque Santa Cruz nach einer weiteren Salihamidzic-Flanke zu, als der aufmerksame Matthieu Delpierre gerade noch zur Ecke klären konnte.
Hitzlsperger glich nach Hildebrands Lapsus aus Ein in dieser Art höchst selten zu sehender Fehler von Timo Hildebrand ermöglichte den Münchner nach 18 Minuten die Führung, als die Nummer eins des VfB einen an sich harmlosen Kopfball von Roy Makaay nach einer Schweinsteiger-Flanke durch die Arme rutschen ließ. Und nur drei Minuten nach dem 1:0 strich ein Schuss von Bastian Schweinsteiger knapp am linken Pfosten des VfB-Kastens vorbei. Warum Thomas Hitzlsperger „the hammer“ genannt wird, erlebten die 50.000 Zuschauer in der Allianz-Arena Sekunden später. Der Nationalspieler zog aus 30 Metern ab und traf mit einem Knaller ins linke obere Eck am verdutzten Bayern-Keeper Michael Rensing vorbei zum 1:1. Sebastian Deisler bot sich wenig später eine Schusschance von der Strafraumgrenze aus, doch der Bayern-Mittelfeldspieler verzog am Ende um gut zwei Meter. Ein rüdes Foul von Owen Hargreaves beendete nach einer halben Stunde das Mitwirken von Christian Tiffert abrupt, denn der VfB-Mittelfeldspieler schied mit einer Rissrunde am Oberschenkel aus und musste fortan durch Christian Gentner ersetzt werden. Und sechs Minuten vor der Pause ging es dann auch für Silvio Meißner nicht mehr weiter, dessen Adduktorenprobleme wieder aufbrachen. Meißner humpelte vom Platz und wurde erst Minuten später durch Boris Zivkovic ersetzt, da VfB-Cheftrainer Giovanni Trapattoni abwartete, ob es für seinen 32-jährigen Routinier vielleicht doch noch weitergehen würde. Zivkovic übernahm derweil nach seiner Einwechslung die Position des rechten Verteidigers und Martin Stranzl rückte ins defensive Mittelfeld vor. Am 1:1-Pausenstand konnte diese personelle Veränderung im VfB-Spiel jedoch nichts mehr ändern. Nur bei Makaays Kopfball drohte Gefahr Während VfB-Trainer Giovanni Trapattoni nach den beiden frühen Wechseln auf einen dritten Tausch zur Pause verzichtete, brachte Bayern-Coach Felix Magath in den zweiten 45 Minuten für Owen Hargreaves Neuzugang Ali Karimi ins Spiel. Die erste Möglichkeit nach Wiederbeginn bot sich aber dem VfB. Christian Gentner schlug einen langen Ball ins Sturmzentrum, den Valerién Ismael verpasste, doch Lucio konnte den durchgestarteten Mario Gomez gerade noch abdrängen. Auf der anderen Seite verhinderte ein Reflex von Timo Hildebrand nach einem Makaay-Kopfball ein zweites Bayern-Tor, als die Nummer eins des VfB den Ball gerade noch erwischte und an die Latte lenken konnte. Bastian Schweinsteiger bot sich noch die Gelegenheit zum Nachschuss, der aber über das VfB-Tor ging. Danach war wieder der VfB am Zug und Christian Gentner tauchte nach einem Pass in die Tiefe in halbrechter Position frei vor dem Münchner Tor auf. Der U20-Nationalspieler entschied sich für den Torabschluss, obwohl im Zentrum auch noch Mario Gomez freistand, fand dabei aber nicht den Weg ins Netz, da Bayern-Schlussmann Michael Rensing Gentners Schuss parieren konnte. Ein unnötiger Ballverlust im VfB-Mittelfeld brachte wenig später Roy Makaay eine Chance ein, allerdings verzog der Holländer in halbrechter Position am Ende weit. Nach dem zweiten Münchner Wechsel – Martin Demichelis kam nach einer knappen Stunde für Sebastian Deisler ins Spiel – tat sich einige Minuten recht wenig. Erst Mitte der zweiten Hälfte gab es wieder eine Chance zu sehen. Mario Gomez setzte sich am linken Flügel durch und flankte ins Zentrum, wo Martin Stranzl per Kopf quer legte, aber ein langes Bein der Münchner Defensivabteilung klärte gerade noch vor dem nachrückenden Cacau. Und nur Sekunden später spielte Christian Gentner mit einem Pass in die Tiefe Fernando Meira frei, der in halbrechter Position mit einem Flachschuss nur knapp verzog. Hildebrand parierte Makaays Elfmeter und Stranzl sicherte den Sieg Der junge VfB-Mittelfeldspieler Christian Gentner blieb auch danach ein Aktivposten im Spiel und prüfte 20 Minuten vor dem Ende mit einem Distanzschuss Bayern-Keeper Michael Rensing, der sicher zupacken konnte. Erkennbare konditionelle Probleme versuchte der Gastgeber in der Schlussphase durch ein gezieltes Konterspiel auszugleichen. So führte einer dieser schnellen Gegenstöße in der 73. Minute zu einer guten Möglichkeit, als Hasan Salihamidzic am rechten Flügel durchgebrochen war und quer auf Roy Makaay passte, dessen Schlenzer von der Strafraumgrenze den VfB-Kasten nur knapp verfehlte. 13 Minuten vor dem Ende brachte VfB-Cheftrainer Giovanni Trapattoni dann Neuzugang Jon Dahl Tomasson ins Spiel, der in der Schlussphase Mario Gomez im Sturmzentrum ersetzte. Und auch Bayern-Trainer Felix Magath tauschte noch einmal aus. Claudio Pizarro kam für die letzten zehn Minuten anstelle von Bastian Schweinsteiger zum Einsatz. Ein Stellungsfehler in der VfB-Defensive brachte wenig später Roque Santa Cruz am linken Flügel in Position, der in höchster Not noch von Matthieu Delpierre gestoppt werden konnte. Und nach einer missglückten Abseitsfalle sprang Sekunden danach ein Ball VfB-Verteidiger Fernando Meira im Strafraum an die Hand, weshalb Schiedsrichter Thorsten Kinhöfer auf Strafstoß entschied. Timo Hildebrand im VfB-Tor machte aber seinen Fehler beim 1:0 wieder gut und parierte den schwach geschossenen Ball von Roy Makaay nahezu ohne Probleme, so dass es zunächst beim 1:1 blieb. Auch weil Martin Stranzl auf der anderen Seite aus der Distanz im Münchner Torhüter Michael Rensing seinen Meister fand. Doch Sekunden vor dem Abpfiff zielte der Österreicher genauer. Ein erstklassiger Konter über Cacau, Jon Dahl Tomasson und Martin Stranzl brachte nämlich den 2:1-Siegtreffer für den VfB ein, weil der dänische VfB-Neuzugang im Strafraum clever und routiniert die Übersicht behielt und den Ball gekonnt auf den freistehenden VfB-Allrounder ablegte, der eiskalt verwertete. Der VfB steht durch diesen Erfolg im Endspiel um den premiere-Ligapokal, das am kommenden Dienstag, 02. August 2005, um 20.30 Uhr in Leipzig stattfindet. Der Gegner heißt dann Werder Bremen oder Schalke 04, die am morgigen Mittwoch das zweite Halbfinale bestreiten. Unterm Strich gewann der VfB das Halbfinale des premiere-Ligapokals beim FC Bayern nicht unverdient. Im ersten Durchgang hatte der Gastgeber zwar mehr von Spiel und die besseren Chancen, doch Thomas Hitzlspergers schneller Ausgleich hielt die Trapattoni-Elf im Rennen. Lange Zeit sah es dann so aus, dass nach zwei Torhüterfehlern ein Elfmeterschießen für die Entscheidung sorgen sollte, doch VfB-Keeper Timo Hildebrand konnte seinen Fauxpas beim 0:1 noch korrigieren und rettete mit dem abgewehrten Strafstoß von Roy Makaay den VfB wohl vor dem Knockout. Für diesen sorgte danach Martin Stranzl mit seinen Tor in der Schlussminute, das Ex-VfB-Coach Felix Magath seinen 52. Geburtstag wohl nicht gerade versüßte. Stimmen zum Spiel |