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Magazin für Tradition, Mythos und Kultur
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  unabhängige Vereinspage über die Profimannschaft des VfB Stuttgart 1893 e.V.      11. Jahrgang

 
 
 


 
 
 
 
  
  Jens Lehmann wechselt zum VfB Stuttgart
Bundesliga, 03.06.2008
Jens Lehmann wechselt ablösefrei vom FC Arsenal London zum VfB Stuttgart. Der 38-jährige deutsche Nationaltorhüter hat sich mit den Verantwortlichen des VfB auf einen Einjahresvertrag für die anstehende Spielzeit 2008/2009 geeinigt.

VfB-Sportdirektor Horst Heldt: "Wir sind sehr froh über die Verpflichtung von Jens Lehmann. Er ist ein hervorragender Torhüter und verfügt über große nationale und internationale Erfahrung. Er passt perfekt in unser Anforderungsprofil und wir sind davon überzeugt, dass er schnell zu einem wichtigen Bestandteil der Mannschaft wird."

VfB-Trainer Armin Veh: "Jens Lehmann war von Beginn an unser Wunschkandidat für die Torhüterposition. Seine Qualitäten sind unbestritten und von seiner großen Erfahrung wird unsere gesamte Mannschaft profitieren."

Jens Lehmann: "Die Gespräche mit den Verantwortlichen des VfB Stuttgart waren von Anfang an sehr angenehm. Ich freue mich auf den VfB und die Bundesliga und möchte meinen Teil zu einer erfolgreichen Saison 2008/2009 beitragen."
   
  Schlusspfiff im Morgengrauen

24. November 2008
Ende einer zerrütteten Fußball-Beziehung: Triumph und Tragik des Ex-VfB-Trainers Armin Veh

Stuttgart - Am Sonntag früh um vier Uhr war alles vorbei. Stunden nach dem 1:4 in Wolfsburg entließ der VfB Stuttgart seinen Meistertrainer Armin Veh. Triumph und Tragik einer zerrütteten Beziehung - eine Chronologie.

Jeder, der am Ende einer zerütteten Beziehung steht, fragt sich irgendwann: Wann war der Anfang von diesem Ende? Hätte man die ersten Warnzeichen ernster nehmen müssen? Was habe ich falsch gemacht? Das sind unbequeme Fragen, weil sie Mut und Selbstkritik fordern. Horst Heldt hat sich dieser Selbstprüfung gestellt. Aber wie alle anderen beim VfB rannte er zuletzt gegen eine Wand. Armin Veh ließ keinen mehr an sich ran. ¸¸Felix Magath war ja schon stur", sagt ein Vereinsmitarbeiter, ¸¸aber Armin Veh war zuletzt noch sturer."

Ratschläge schlug er in den Wind. Deutliche Hinweise ignorierte er. ¸¸Ich lasse mich nicht verbiegen", antwortete der Trainer in solchen Fällen - und wohl auch im allerletzten Gespräch zwischen ihm und dem Manager. Drei Stunden lang versuchte Horst Heldt, den Mann zu überzeugen, mit dem ihn ¸¸eine sehr intensive und erfolgreiche Zeit" verband. Ohne Erfolg. Heldt kritisierte die Mannschaftsführung und die Taktik, die Arbeitseinstellung. ¸¸In den entscheidenden Punkten waren wir verschiedener Meinung", erzählt Heldt mit einem tiefen Ausdruck des Bedauerns. Denn dann folgte das, was ihm ¸¸nicht leichtgefallen" sei. Er stellte Veh nach Rücksprache mit dem Vorstand frei. Um vier Uhr am Sonntagmorgen war alles vorbei. Um acht Uhr endete das Dienstverhältnis nach einer Elefantenrunde mit Präsident Erwin Staudt, den Managern Heldt und Jochen Schneider sowie Armin Veh und dessen ebenfalls entlassenem Assistenten Alfons Higl offiziell. Ein Schritt, der den VfB rund 600 000 Euro kostet.

Noch bevor die Mannschaft um 9.30 Uhr zum Training erschien, war Armin Veh unterwegs in seine Heimat Augsburg. Wahrscheinlich mit gemischten Gefühlen. Niedergeschlagen, und doch ein wenig erleichtert. Letzteres, weil er spürte: Er hatte nicht mehr die nötige Überzeugungskraft und die Argumente. Seine Position war bereits entscheidend geschwächt.

Beim Training ruhte der Augsburger für gewöhnlich wie ein Säulenheiliger an der Bande und wirkte zuweilen seltsam distanziert, übrigens auch schon im Meisterjahr 2007. Zuletzt aber legte ihm manch einer die stoische Ruhe als Teilnahmslosigkeit eines Mannes aus, der innerlich bereits gekündigt hatte. Vergangene Woche nun griff er aktiv ins Geschehen ein, kritisierte, korrigierte. Ein neuer Veh? Eher einer, den Heldts Mahnungen zu höherer Betriebsamkeit angespornt hatten, gegen seine Überzeugung zu handeln. Veh war nicht mehr authentisch.

Das zeigte sich auch am Freitag, als der 47-Jährige in der Pressekonferenz vom Leder zog. Nicht nur gegen sich, sondern auch gegen Horst Heldt und Jochen Schneider. ¸¸Entscheidende Fehler" hätten sie in der Transferpolitik nach der Meisterschaft gemacht, erklärte Veh. Das konnte man als offene Provokation werten, als verzweifelten Versuch, das Unabänderliche nicht unnötig in die Länge zu ziehen. Wie einst Arie Haan, der gegen Ex-Präsident Gerhard Mayer-Vorfelder gewettert hatte: ¸¸Der Fisch stinkt vom Kopf her." Veh jedenfalls hatte die interne Solidarität aufgegeben. Zwei Tage später war er endgültig gescheitert.

Früher, als die Optimisten gedacht hatten, die mit einer Trennung zur Winterpause rechneten. Aber auch viel später, als Dieter Hundt gemutmaßt hatte. Eine ¸¸Übergangslösung" sei Veh, hatte der Aufsichtsratschef zum Dienstantritt des Augsburgers am 10. Februar 2006 gesagt. Veh widerlegte ihn - indem er sich gegen viele Widerstände durchsetzte und seine Philosophie konsequent umsetzte: offensive Ausrichtung, Tempo- und Kombinationsfußball, Kurzpassspiel, Erlebnis statt Ergebnis. Am Ende stand der Titel. Der VfB mobilisierte als ¸¸Verein für Begeisterung" die Massen.

Doch wie so häufig in solchen Situationen wies die Stunde des Triumphes bereits den Weg nach unten. Gegen viele interne Vorbehalte boxte er die Verpflichtung des verletzungsanfälligen Yildiray Bastürk durch, aus Dankbarkeit über den Titelgewinn zeigte er viel Verständnis für die vermeintlichen Nöte seiner Schützlinge. Statt hart gegen den Zerfall der Meistertruppe anzukämpfen, lieferte er ihr Alibis. Statt immer neue Reize zu setzen, lehnte sich Veh selbstzufrieden zurück und erklärte, als Meistertrainer müsse er sich ¸¸nichts mehr beweisen". Veh zog sich zusehends zurück, am liebsten in seine Ecke bei seinem Lieblings-Italiener Da Vinci, wo er fast täglich anzutreffen war. Die Monotonie erfasste ihn und sein Wirken, dabei hätte die Mannschaft nichts nötiger gehabt als einen Antreiber, der das Feuer und die Leidenschaft vorlebt, die das Spiel der Roten im Meisterjahr ausgezeichnet hatte. Je häufiger er auf seine ¸¸18 Jahre Erfahrung als Trainer" verwies, desto unglaubwürdiger wurden seine Bemühungen, den Trend umzukehren. Das misslang. So kam das Unvermeidbare: der Schlusspfiff im Morgengrauen.

   
  "Müssen das auf dem Platz regeln" Bundesliga, 23.11.2008

Nach der morgendlichen Trainingseinheit standen VfB-Sportdirektor Horst Heldt und der neue Teamchef Markus Babbel bei einer Pressekonferenz im VfB-Clubzentrum den Fragen der Journalisten nach der Trennung von Armin Veh Rede und Antwort. "Ich habe gestern nach der Niederlage mit Armin Veh gut drei Stunden lang ein Vier-Augen-Gespräch geführt. Dabei haben wir die Situation analysiert. In einigen Punkten waren wir uns einig, in anderen waren wir verschiedener Meinung. Die Punkte, in denen wir unterschiedlicher Meinung waren, haben den Ausschlag gegeben, dass wir uns trennen", sagte VfB-Sportdirektor Horst Heldt und stellte darüber hinaus Markus Babbel als neuen Teamchef und Rainer Widmayer als Trainer vor. Über die personellen Veränderungen seien die Spieler vor dem Training informiert worden. "Markus kennt die Mannschaft. Er hat sie als Assistenztrainer begleitet und Rainer Widmayer kenne ich noch aus meiner Zeit als Spieler beim VfB. Er war immer sehr zuverlässig und hat zuletzt an der Seite von Krassimir Balakov gearbeitet. Ich habe gestern Nacht noch mit ihm telefoniert und er wird morgen zur Mannschaft stoßen. Wir sind davon überzeugt, die richtige Entscheidung getroffen zu haben. Denn wir brauchten einen neuen Reiz vor den fünf noch wichtigen Spielen in diesem Jahr. Wir haben drei Jahre sehr intensiv und erfolgreich mit Armin Veh und Alfons Higl zusammengearbeitet. Dabei sind wir immer sehr offen und fair miteinander umgegangen. Ich möchte mich an dieser Stelle für die Arbeit von Armin Veh und Alfons Higl bedanken. Die Entscheidung ist uns sicher nicht leicht gefallen", so Heldt weiter.

"Wie vor dem ersten Bundesligaspiel"

Heldt stellte darüber hinaus klar, dass seine Gespräche unter der Woche mit den Spielern keinen Einfluss auf die Entscheidung hatten. Er sagte: "Die hat die sportliche Leitung zusammen mit dem Vorstand getroffen. Der Verein hat von keinem einzigen Spieler dazu eine Meinung verlangt und es hat auch kein Spieler über den Trainer gesprochen. Jeder Einzelne ist jetzt gefordert und steht in der Verantwortung dem VfB gegenüber."
Teamchef Markus Babbel zieht deshalb auch gleich die Zügel etwas an. "Wir werden morgen zweimal trainieren, denn bis zum nächsten Spiel haben wir nicht allzu viel Zeit. Wir müssen das letztlich auf dem Platz regeln. Ich will den Spielern schnell meine Philosophie nahe bringen. Der VfB stand immer für offensiven Fußball. Und daran wollen wir auch arbeiten und wieder ein gutes Kombinationsspiel zeigen", gab Babbel die Richtung vor. Der 36-Jährige war von seiner Beförderung zum neuen Chef selbst überrascht, sieht sich den anstehenden Aufgaben aber durchaus gewachsen. "Ich fühle mich im Moment ein bisschen wie vor meinem ersten Bundesligaspiel. Es ist sicher nicht so schlecht, mal eine Situation zu haben, in der man sich ein Stück weit freischwimmen muss. Es freut mich, dass der Verein mich nun so weit sieht und mir diese Rolle zutraut. Das zeigt, dass ich meine Aufgaben in den zurückliegenden Jahren nicht allzu schlecht gemacht haben kann. Ich habe unter Armin Veh und Alfons Higl eine Menge lernen können", sagte Babbel, der auch in der Zusammenarbeit mit Rainer Widmayer die Basis gelegt sieht.

"Werde viel mit den Spielern reden"

"Ich kenne ihn schon länger. Wir verstehen uns. Die zwischenmenschliche Ebene ist sehr gut und die Basis deshalb vorhanden", so der neue VfB-Teamchef, der sich darüber hinaus auch mit Torwarttrainer Ebbo Trautner, Konditions- und Reha-Trainer Christian Kolodziej sowie Rainer Adrion, dem Trainer des VfB II, kurzschließen will. "Mit Rainer Adrion besteht schon lange sehr enger Kontakt. Den jungen Spielern muss bewusst sein, dass sie beim VfB wie bei kaum einem anderen Verein die Chance haben, nach oben zu kommen", setzt Babbel auch auf den Nachwuchs und beorderte deshalb Sebastian Rudy von nun an gänzlich in den Profikader. Dass es ihm und seinem Trainerteam gelingen wird, den VfB wieder in die richtigen Bahnen zu lenken, steht für den Ex-Nationalspieler außer Frage. "Wir haben im Moment eine schwierige Phase, aber das Potenzial ist vorhanden. Es liegt nun an mir und dem Trainerteam, das Ruder herumzureißen. Es gilt, den Ballast und die Blockade der Spieler beiseite zu schaffen. Wir müssen die Köpfe frei bekommen, denn es geht wieder bei Null los. Ich kenne die Mannschaft gut und weiß, dass sie charakterlich in Ordnung ist. Ich werde in den nächsten Tagen sicher viel mit den Spielern reden, um zu sehen, wo ihre Probleme liegen. Entscheidend ist, dass wir wieder über die mannschaftliche Geschlossenheit zurück zum Erfolg kommen. Der Glaube und Wille, Spiele zu gewinnen, muss zurückkehren. Und ich bin davon überzeugt, dass uns das auch gelingen wird", sagte Babbel abschließend.


Scheidender VfB-Direktor wurde geehrt

 

Ministerpräsident Günther H. Oettinger hat dem scheidenden VfB-Direktor Verwaltung, Personal und Organisation, Thomas Weyhing, die Staufermedaille zuerkannt. Im Rahmen eines Empfangs nach dem Bundesligaspiel zwischen dem VfB Stuttgart und dem FC Bayern München in der Mercedes-Benz Arena hat Günther H. Oettinger die Ehrung vorgenommen und Weyhings herausragende sportliche und ehrenamtliche Verdienste und Leistungen gewürdigt.

"Mit der Verleihung der Staufermedaille dankt das Land Baden-Württemberg Thomas Weyhing für seine persönliche Leistung, die er für den Sport und für das Gemeinwohl in beispielhafter Weise erbracht hat. Sein außerordentliches Engagement verdient unsere Anerkennung. Als der VfB Stuttgart 1992 Deutscher Meister wurde, kam er zum Verein und hat in den 16 Jahren seiner Zugehörigkeit als Geschäftsführer und später als Direktor Verwaltung, Personal und Organisation viele Entscheidungen maßgeblich mitgesteuert und sich um den Verein verdient gemacht", sagte Oettinger. Mit Zuverlässigkeit, Hingabe und großer Sachkunde habe Weyhing, der gerne im Hintergrund stand, die tägliche Arbeit geprägt. "Besonders die Sicherheit der Fans war ihm ein persönliches Anliegen", so der Regierungschef.

Von 2004 bis 2006 ist Weyhing außerdem Geschäftsführer des Organisationskomitees der Außenstelle Stuttgart der FIFA WM 2006 gewesen. Dazu gehörte die operative Leitung der OK Außenstelle Stuttgart mit den Aufgaben Stadioninfrastruktur, Turnierorganisation, Medien, Finanzwesen, Betreuung der Mannschaften und Schiedsrichter. "Thomas Weyhing hat durch seinen engagierten und sachkundigen Einsatz wesentlich zum reibungslosen Ablauf der sechs Spiele in Stuttgart während der Weltmeisterschaft 2006 beigetragen. Dass die Spiele in Stuttgart für uns alle unvergesslich sind, ist auch ihm zu verdanken", sagte der Ministerpräsident.

"Für ihn ist Fußball eine echte Herzenssache", unterstrich Oettinger. Von 1976 an war Weyhing Schiedsrichter im Württembergischen Fußballverband, von 1987 bis 1990 zudem im Schiedsrichterausschuss der Schiedsrichtergruppe Stuttgart aktiv. "15 Jahre lang war Thomas Weyhing Bezirks-Schiedsrichter-Gruppenobmann der Schiedsrichtergruppe Stuttgart und Mitglied im Vorstand des Fußballbezirks Stuttgart. Ganze Generationen von Fußballspielern kennen ihn als fairen Unparteiischen", so Oettinger weiter.

"Auch der Deutsche Fußballbund (DFB) hat von seiner großen Zuverlässigkeit und Umsicht profitiert", sagte der Ministerpräsident. So ist Weyhing 2001 Sicherheitsbeauftragter des DFB bei der Fußball-EM der Frauen gewesen. Auch als Mitarbeiter bei der Cannstatter Volksbank hat Weyhing ehrenamtlich mehrere Jahre zunächst als Betriebsrat und später als Vorsitzender des Betriebsrats für seine Kolleginnen und Kollegen gewirkt. "Thomas Weyhing gehört zu den Menschen, die dafür sorgen, dass wir uns Jahr für Jahr am Fußballsport erfreuen können. Dafür danke Ich ihm auch im Namen der vielen Fußballfans", sagte der Ministerpräsident abschließend.

VfB-Präsident Erwin Staudt, der genauso wie Vorstand Ulrich Ruf, bei der Auszeichnung von Thomas Weyhing zugegen war, sagte: "Wir sind stolz, einen Mann wie Thomas Weyhing beim VfB gehabt zu haben. Er wird auch weiterhin immer ein gern gesehener Gast bei uns sein, auf dessen Rat wir auch zukünftig gerne hören werden." Ulrich Ruf sprach derweil von einem "wunderbaren Fachmann im Bereich der Sicherheit" und bedankte sich wie Erwin Staudt für den Einsatz und das Engagement von Thomas Weyhing in den zurückliegenden 16 Jahren.

   
   
  
   
   
  
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