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Magazin für Tradition, Mythos und Kultur
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  unabhängige Vereinspage über die Profimannschaft des VfB Stuttgart 1893 e.V.      11. Jahrgang

 
 
 


 
 
 
 
  
   Deutscher Fußballmeister

Der VfB wird mit Trainer Helmut Benthaus Deutscher Fußballmeister. Der Triumph wird schon vor dem letzten Heimspiel gegen den Hamburger SV klargemacht.

32 Jahre waren seit dem zweiten und bis dato letzten Titelgewinn des VfB vergangen. Nach dem Wiederaufstieg in die Bundesliga 1977 hatte der Klub zwar mit einer Ausnahme immer zu den Spitzenklubs der Liga gehört, der ganz große Coup blieb allerdings versagt.  Die Ansprüche vor der Saison 1983/ 84 waren deshalb klar in Richtung Meisterschaft gestellt worden, auch wenn allgemein dem Hamburger SV die Favoritenrolle zugedacht wurde. Trainer Benthaus aber kam mit dem Schweden Dan Corneliusson (für 1,2 Millionen Mark von IFK Göteborg) den Wunschstürmer gekauft und setzte die Ziele bewusst hoch an (ein UEFA-Cup-Platz wäre eine Riesenenttäuschung, so Benthaus). Neben Corneliusson kommen noch zwei Nachwuchsspieler: Der 18jährige Rainer Zietsch vom SV Sandhausen und der 22jährige Verteidiger Guido Buchwald vom Lokalrivalen Kickers. Während Zietsch zunächst "Ergänzungsspieler" blieb, startete Buchwald voll durch und machte alle 34 Saisonspiele mit - mehr noch: Im Mai 1984 bestritt er sein erstes Länderspiel gegen Italien. Corneliusson erzielte zwar immerhin 12 Tore, blieb aber hinter den Erwartungen zurück und verließ den Klub im folgen den Sommer Richtung Como - als Deutscher Meister!

Schon nach dem ersten Spieltag stand der VfB dort, wo er sich gerne am Saisonende gesehen hätte: Ein 3:0-Startsieg gegen Braunschweig brachte die "pole position". Diese belegte der VfB auch nach der 5. Runde mit 8:2-Punkten, ehe die erste Niederlage am 10. September 1983 in Uerdingen (2:3) folgte. Unentschieden gegen Gladbach und in Leverkusen, mehr noch aber das Ausscheiden in der 1. UEFA-Cup-Runde gegen Levsky/Spartak Sofia sorgten Ende September für einige lange Gesichter im Schwabenland. Überzeugenden Auftritten im Neckarstadion (1:0 gegen den FC Bayern, 7:0 gegen Nürnberg) standen im Herbst einige schwächere Auftritte auswärts gegenüber (0:3 in Düsseldorf). 

Mit drei Siegen zwischen dem 13. und 15. Spieltag setzte sich der VfB wieder an die Spitze, ehe kurz vor Weihnachten zwei Schlagerspiele die weitere Richtung bestimmen sollten. Mit Bravour bestanden die Stuttgarter die Aufgaben gegen die" Nordlichter" aus Bremen (3:0) und beim Hamburger SV (2:0). Die Herbstmeisterschaft war perfekt.

Mit einem Ausrutscher begann die Rückserie. In Braunschweig unterlag der VfB mit 0: 1 und büßte die Führungsposition wieder ein. An der Tabellenspitze entwickelte sich im Frühjahr ein Vierkampf zwischen dem VfB, Bayern München, dem HSV und Gladbach. Ganz wichtig war am 7. April der Punktgewinn beim FC Bayern vor 78.000 Zuschauern, als Karlheinz Förster und Sigurvinsson die zweimalige Bayern-Führung jeweils ausglichen und damit den Ein Punkte-Rückstand wahrten. Nach dem 32. Spieltag - der VfB hatte zehnmal in Folge nicht verloren und dabei 16:4-Punkte gesammelt - standen der VfB und der HSV punktgleich an der Spitze. Für die Benthaus-Elf sprach die Tordifferenz, die um sechs Treffer besser war. Aber das Restprogramm hatte es in sich, ein "echtes" Endspiel drohte: Der VfB musste am 33. Spieltag 

 

nach Bremen, der HSV empfing Abstiegskandidat Frankfurt; zum Abschluss sollten sich beide Klubs im Neckarstadion gegenüberstehen. Der VfB ging in Bremen in der 62. Minute durch Asgeir Sigurvinsson, der eine überragende Saison als Spielgestalter hinlegte, in Führung. Benno Möhlmann glich diese zwar in der 72. Minute aus, doch den letzten Treffer markierte erneut der VfB: Hermann Ohlicher (82.) war der vielumjubelte Schütze. Gleichzeitig geschah in Hamburg Sensationelles: Die jungen Frankfurter schlugen den HSV durch zwei Tore Falkenmayers mit 2:0! Damit war klar: Nur eine Niederlage mit mindestens fünf Toren Abstand konnte dem VfB noch die Meisterfeier verderben. Dazu kam es natürlich nicht: 

Dem HSV gelang nur ein Treffer, der fiel zudem erst in der 85. Minute durch Jürgen Milewski - zu diesem Zeitpunkt feierten die VfB-Fans schon ihre Helden. 

19 Spieler wurden beim dritten Meisterschaftsgewinn eingesetzt:  

Guido Buchwald (34 Spiele), Hermann Ohlicher (32), Bernd Förster, Peter Reichert, Asgeir Sigurvinsson (je 31), Karl Allgöwer, Karlheinz Förster, Walter Kelsch, Helmut Roleder (je 29), Dan Corneliusson (28), Kurt Niedermayer (27), Günther Schäfer (26), Hans-Peter Makan (24), Andreas Müller (20), Thomas Kempe (13), Rainer Zietsch (10), Armin Jäger (6), Achim Glückler und Rudi Lorch (je 1).

   
   
  
   
   
  
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