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Magazin für Tradition, Mythos und Kultur
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  unabhängige Vereinspage über die Profimannschaft des VfB Stuttgart 1893 e.V.      11. Jahrgang

 
 
 


 
 
 
 
  
  Start der neugegründeten Fußball-Bundesliga

Der VfB Stuttgart war im fortgeschrittenen Alter von 70 Jahren, als er sich in das neue Abenteuer stürzte. Fußball-Bundesliga! Am 25. August 1963 startete das Unternehmen der Unterhaltungsbranche, und der VfB war dabei, als der Tanz eröffnet wurde.

 

 Er holte sich zuerst beim 0: 2 in Schalke einen Korb, gewann aber anschließend gegen Hertha BSC mit demselben Ergebnis und war danach begehrt. Fürs erste hatte er sein Haus voll. 55 000 kamen zum zweiten Heimspiel gegen 1860 München, das 1: 1 endete (der viel zu frühverstorbene Hans Arnold glich die Führung der "Löwen" durch Küppers aus), 50 000 kamen zum dritten Heimspiel, das 0: 0 gegen Eintracht Frankfurt endete. Es herrschte eine enorme Fußballbegeisterung im Lande schon damals. Der VfB, der Waldner und Geiger aus Italien zurückgeholt hatte, gewann vor jeweils 40000 zu Hause gegen Nürnberg 1:0 und gegen Braunschweig 5: 0 und empfing dann Tabellenführer 1. FC Köln. Der VfB war Zweiter, und die Partie verdient aus zwei Gründen, festgehalten zu werden. Zum ersten Mal in der Bundesliga-Geschichte des VfB war das Neckarstadion mit seinerzeit 75000 Besuchern ausverkauft. Und der VfB kassierte gegen die Kölner, bei denen damals neben Wolfgang Overath auch ein gewisser Helmut Benthaus spielte, mit 0:1 (Tor: Hornig) die aller erste Heimniederlage in der neuen Liga.

Die Sicherheitsstrategen waren damals, im Gründerjahr der Bundesliga, noch nicht gefragt. Der VfB verlor 1: 7 in Dortmund, hatte aber kurz darauf 72 000 Zuschauer im Neckarstadion gegen den Hamburger SV Das Spiel endete 2:2, Uwe Seeler gelang - in seiner unnachahmlichen Art ein 132 Tor gegen Klaus-Dieter Sieloff. Die Funktion des Vorstoppers war damals noch unbekannt. Der Mittelläufer hatte im direkten Duell den Mittelstürmer zu bewachen. Libero? Kam erst viel später.
Uwe Seeler wurde mit 30 Treffern erster Bundesliga-Torschützenkönig. VfB-Stürmer "Buschi" Höller traf 15 mal.


Legenden / Theodor Hoffmann

Eigentlich war er schon weg gewesen. Vor der letzten Oberligaspielzeit hatte sich Theodor Hoffmann gedanklich bereits aus Stuttgart verabschiedet und mit anderen Vereinen verhandelt.
Dass er schließlich doch beim VfB blieb, war Glück für die Weiß-Roten, denn 1963/64 avancierte der Bruder des 1961 nach Pirmasens gewechselten Rudi Hoffmann mit 28 Einsätzen unerwartet zu den Dauerbrennern im VfB-Team. Die solide »kicker«-Durchschnittsnote von 3,1 unterstreicht die Konstanz des langjährige Mitläufers.
Hoffmann war 1959 aus Ostringen zum Wasen gekommen und schlüpfte am 24. Oktober 1962 beim 0:1 der U23-Auswahl in Frankreich erstmals in das Nationaltrikot. Der zumeist ein wenig unauffällige Spieler agierte zwar am liebsten in der Läuferreihe, wusste aber auch als Vertreter von Klaus-Dieter Sieloff auf der Position des Abwehrchefs zu überzeugen. Nach 160 Bundesligaspielen (10 Tore) wechselte Theo Hoffmann 1970 zu Rapid Wien, wo er seine Karriere auch ausklingen ließ.

   
  
  • Am 6. Juli 1963 brandete Jubel auf dem Wasen auf. Unter der Führung von Franz Seybold sicherten sich die VfB-Amateure erstmals die Trophäe des Deutschen Amateurmeisters und adelten damit ihren mitreißenden Aufschwung. Das erst 1951 gebildet Team um Kapitän Grau (Foto) war 1960 erstmals württembergischer Amateurmeister geworden. Auch 1963 agierten die „kleinen VfBler' bravourös. Zunächst sorgten ein 4:1 gegen Emmendingen, ein 4:2 über den VfB Gießen und ein 3:2 im Endspiel gegen den TSV Straubing für den Gewinn der Süddeutschen Meisterschaft. Im Halbfinale um die „Deutsche" war dann auch Viktoria Sulzbach chancenlos (3:0), ehe Talpai im Finale im Kasseler Auestadion mit dem Tor des Tages beim 1:0 über den VfL Wolfsburg die Saison beschloss.
   
  
  • Kein anderer Bundesligist konnte seinen Fans in der Saisonvorbereitung derart illustre Gäste präsentieren wie der VfB. Absoluter Höhepunkt war das Gastspiel von Pele-Klub Santos FC, der am 8. Juni 1963 exakt 51.165 Zuschauer anzog. Obwohl Superstar Pele gegen Günter Seibold kaum eine Chance bekam, siegten die brasilianischen Ballkünstler mit 3:1. Weitere VfB-Gäste waren Ferencväros Budapest, Partizan Belgrad, AC Mantova und Real Saragossa.


  • Mit Beginn der Bundesliga lief der VfB zu seinen Heimspielen in den Stuttgarter Stadtfarben Schwarz und Gelb auf - ein Dankeschön an die Landeshauptstadt, die sich mit dem Bau einer Flutlichtanlage im Neckarstadion gesputet hatte. Spötter verulkten den VfB nun allerdings als „FC Gaswerk", denn auch die Betriebsmannschaft der städtischen TWS lief in Schwarz und Gelb auf.


  • So trifft man sich wieder: Als der aus Mannheim verpflichtete Halbstürmer Hans Arnold (Foto) 1964 seinen Dienst als Rekrut in der Ludwigsburger Bundeswehrkaserne antrat, war sein Ausbilder ausgerechnet VfB-Lizenzspieler Rudi Entenmann.


  • Vor allem der Sturm stand in der Kritik, als der VfB im Letzten Saisondrittel zusehends nachließ. „Was sich der Stuttgarter Angriff in diesen Wochen leistet, geht kaum noch auf die zitierte Kuhhaut. Wie lange wollen denn die Herren VfB-Stürmer eigentlich noch ihre treuen Anhänger auf die Palmen jagen?", fragte die Lokalpresse nach dem 0:2 in Braunschweig entrüstet. Als Hoffnungsträger für 1964/65 waren bereits der Kölner Ripkens, der Offenbacher „Sigi" Held und der Münchner Rainer Ohlhauser im Gespräch.


  • Große Ehre für Italien-Heimkehrer Rolf Geiger: Im April 1964 durfte der mit Gewichtsproblemen kämpfende Stürmer das Spiel der deutschen Nationalelf gegen die Tschechoslowakeianführen. Geiger fühlte sich offenbar nicht sonderlich wohl auf der ungewohnten Position des Regisseurs: „Er wirkte gehemmt, etwas zu langsam", lautete das Urteil nach der 3:4-Niederlage.

   
   
  
   
   
  
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