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Der VfB wird erneut Deutscher Pokalsieger (4:3
nach Verlängerung über Fortuna Düsseldorf). Tore für den VfB: Praxl,
Geiger, Waldner, Weise. ine enttäuschende
Oberliga-Saison 1957/ 58, die auf dem schwachen 9. Rang
abgeschlossen wurde, ließ den VfB im Pokal die letzte Chance zur
Rehabilitierung sehen. Im Anschluss an die Punktspiele wurde der
Süddeutsche Pokal ausgetragen.
Der
Auftakt beim FC Eislingen (7:1, Tore: Waldner 3, Geiger 2,
Strohmaier, Blessing) war vor 6.000 Zuschauern ein lockerer
Auggalopp. Vor eine harte Probe stellte in der 2. Runde der
Zweitligist SV Wiesbaden den VfB. Der überragende Erwin Waldner
erlöste den Favoriten mit seinem zweiten Tor in der 85. Minute zum
3:2. Zuvor hatte Simon per Foulelfmeter getroffen.
Auch beim 4:1 gegen Viktoria Aschaffenburg zeichnete
sich Waldner als Lenker des VfB-Spiels aus. Neben Strohmaier (2) und
PraxI trug er sich auch in die Torschützenliste ein. Im Viertelfinale
gastierte die TSG Ulm 1846 im Neckarstadion. Die Gäste gingen durch
Hempler in Führung, gingen dann aber im Sturmwirbel des VfB mit 1: 8
unter. Praxl, Blessing (je 2), Simon, Hinterstocker, Strohmaier und
Waldner erzielten die Tore. Das Augsburger Rosenaustadion war
Austragungsort des Halbfinals gegen den 1. FC Nürnberg. Beiden Teams war
deutlich die lange, strapaziöse Saison anzumerken, so dass das Niveau
der Partie zu wünschen übrig ließ. Der durchschlagskräftigere Angriff
und das konsequentere Spiel entschieden für den VfB - und ein erneut
starker Erwin Waldner! Er legte mit dem 1:0 (34.) den Grundstein zum
Sieg, den Rolf Geiger (60.) festigte. Das süddeutsche Finale in Mannheim
war erreicht, als Finalgegner hatte sich der FC Schweinfurt 05 mit einem
4:2Erfolg über Bayern München qualifiziert. Ganze 3.000 Zuschauer wurden
Zeugen eines spannenden und absolut hochklassigen Spiels. Die erste
Halbzeit gehörte den 05ern, die durch Aumeier (4.) früh in Führung
gingen. Nach dem Seitenwechsel bot sich ein verändertes Bild, nun
beherrschte der VfB die Szenerie. Rolf Geigers Ausgleich in der 47.
Minute läutete die Offensive der Stuttgarter ein, die nun ein technisch
einwandfreies Spiel zeigten. Das 2:1 von Waldner (68.) war nur eine
Frage der Zeit. Die wenigen gefährlichen Situationen bereinigte die
VfB-Abwehr, allen voran Robert Schlienz. Der VfB war als Süddeutscher
Pokalsieger für die Endrunde auf Bundesebene qualifiziert, an der nur
die fünf Sieger der regionalen Vorausscheidungen teilnahmen.
Die Reise im Halbfinale des DFB-Pokals ging zum 1. FC
Saarbrücken. Die Voraussetzungen für den VfB waren nicht sehr günstig:
Mit 1:9-Punkten zierte der Klub das Tabellenende der Oberliga Süd! Die
Saarländer rissen das Geschehen sofort vehement an sich und drückten den
VfB weit in die eigene Hälfte. Die Verteidiger "schwammen" förmlich,
aber auf einen war Verlass: Günther Sawitzki, den ehemaligen Sodinger im
VfB-Gehäuse! Sechsmal tauchten Saarbrücker Spieler frei vor ihm auf,
jedes Mal blieb Sawitzki Sieger. So kam es, wie es kommen musste: Die
Tore fielen auf der anderen Seite. Der spielerisch und läuferisch
herausragende Rolf Geiger war mit drei Treffern neben Sawitzki der
"Matchwinner". Zägel hatte für den FCS in der 65. Minute auf 1:2
verkürzt und somit Spannung bis kurz vor Abpfiff erzeugt. Waldners 1:3
in der 86. Minute besiegelte den Finaleinzug. Das Endergebnis von 4: 1
täuschte aber in jedem Fall über den Spielverlauf gehörig hinweg.
Am 16. November kommt es im Kasseler Auestadion zum
Finale gegen die Düsseldorfer Fortuna. Als Schiedsrichter Treichel
(Berlin) die Partie nach dramatischen 120 Minuten abpfeift, haben die
28.000 Zuschauer Mühe, das Geschehen auf dem Rasen noch vollständig
mitzubekommen, da die Dunkelheit bereits hereingebrochen ist. VfB-Coach
Wurzer muss auf den gesperrten Strohmaier verzichten, kann aber Waldner
und Praxl, die zuvor angeschlagen waren, wieder einsetzen. Den ersten
Höhepunkt gibt es in der 15. Minute: Der Fortune Vigna und Praxl prallen
aufeinander, Praxl fällt, und Treichel pfeift etwas überraschend
Elfmeter. Aber Blessing scheitert an Fortuna-Keeper Klose. Die Fortuna
erarbeitet sich ein Eckenverhältnis von 10:1 nach 30 Minuten, doch das
1:0 erzielt der VfB: Nach Zuspiel von Geiger lässt Praxl zwei
Düsseldorfer stehen, sein Rechtsschuss schlägt unhaltbar unter die
Querlatte.
Nach der Pause stürmen die Rheinländer mit neuer
Kraft. Mauritz und Karl Hoffmann kurbeln an, und letzterem gelingt in
der 50. Minute mit einem 20-m-Schuß der 1:1-Ausgleich. Gerade zwei
Minuten darauf kommt über Derwall und Steffen das Leder zu Wolfframm,
der die Fortuna gar mit 2:1 in Front schießt. Doch der VfB zeigt sich
nichtgeschockt und kommt in der 62. Minute durch Geiger zum 2:2. Sechs
Minuten später die erneute Führung der Schwaben: Mauritz unterläuft ein
Handspiel im Strafraum, Waldner macht es besser als Blessing im ersten
Durchgang, und überwindet Klose zum 3:2. Die nun härter werdende Partie
steigert sich in punkto Dramatik sogar noch, als erneut Wolfframm (79.)
den 3:3-Ausgleich markiert - womit die Verlängerung feststeht. Beide
Teams sind von den harten 90 Minuten gezeichnet und schleppen
angeschlagene Spieler durch. Aber in der 113. Minute fällt die
Entscheidung: Lothar Weise köpft eine Blessing-Flanke zum vielumjubelten
Siegtreffer in die Maschen. Die Experten waren sich einig: Fortuna
verpasste in der 1. Halbzeit eine Vorentscheidung, der Sieg des VfB war
letztlich etwas glücklich, aber nicht unverdient. Helmut Schön: Fortuna
musste das Spiel vor der Pause entscheiden; nachher wuchs die Kraft des
VfB und deshalb gab es einen zwar etwas glücklichen, aber verdienten
Sieg der Stuttgarter. "

Die Siegermannschaft:
Günther Sawitzki Rolf Eisele, Günther Seibold - Oskar Hartl, Rudolf
Hoffmann, Robert Schlienz - Erwin Waldner, Rolf Geiger, Lothar Weise,
Rolf Blessing, Dieter Praxl. |