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Magazin für Tradition, Mythos und Kultur
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  unabhängige Vereinspage über die Profimannschaft des VfB Stuttgart 1893 e.V.      11. Jahrgang

 
 
 


 
 
 
 
  
  Der „Fall Rutz"

VfB droht zweimonatige Sperre
Willi RutzKurz vor Beginn der Endrunde kam der Schock: Der am 1. Dezember in Würzburg tagende süddeutsche Verbandsvorstand brummte dem VfB und allen seinen Mannschaften eine Spielsperre von zwei Monaten sowie eine Geldbuße in Höhe von 2.000 RM auf. Grund: „Verdacht auf Profitum". Während der erst Anfang 1929 in den Vorstand aufgerückte Finanzchef Karl Frech sofort zurücktrat, musste der VfB sogar seine Weihnachtsreise ins Elsass und nach Südfrankreich absagen - er hätte dort nicht spielen dürfen. Das harte Urteil war Spätfolge der Selbstanzeige aus dem Vorjahr und löste allenthalben Entsetzen aus. „Es sieht aus, als wolle der Verband ein Exempel statuieren", wetterte die Presse und wies darauf hin, dass die „Leitung des VfB ehrlichen, ernstlichen Willens und gutgläubig handelte, die Missstände beim Verbandsgericht selbst aufdeckte und seit Jahresbeginn strengsten Amateurgesetzen folgt". Die neutrale Schweizer »Sport-Illustrierte« bezeichnete das Urteil sogar als „skandalös" und schrieb: „Für eine Jahre zurückliegende (!) Profigeschichte, die der VfB inzwischen ohne jede Inanspruchnahme der Behörden durch Suspension der betreffenden Spieler längst (!) selbst erledigt hatte, sprach das Süddeutsche Verbandsgericht eine außerordentlich krasse Strafe aus." Doch der VfB hatte Glück: Nach einem Gnadengesuch hob der Verband die Sperre auf, womit die Teilnahme an der süddeutschen Endrunde gesichert war.


DER SCHICKE UNGAR
Aus finanziellen Gründen hatte sich der VfB Stuttgart von Tom Hanney getrennt, doch schon wenige Monate später, im September 1927 kam es zur erneuten Verpflichtung eines hauptamtlichen Trainers. Eine sportlich wechselhafte Entwicklung machte die Notwendigkeit eines vollberuflichen Sportlehrers für die Fußballer des Vereins deutlich. Dass die Wahl gerade auf den hierzulande weitgehend unbekannten Ungarn fiel, begründete der Vorsitzende Dr. Deubler so: "... weil er die fachlichen und persönlichen Anforderungen, die wir an den Trainer unseres Vereins stellen müssen, in erhöhtem Maße besitzt. Herr Dr. Kovacs gehörte viele Jahre der berühmten Mannschaft des MTK an und lernte als solcher die Trainingsmethoden der bekanntesten englischen Trainer kennen. Er war auch wiederholt aus ersehen, die ungarischen Farben im Länderkampf zu vertreten ... Seine Vorbildung befähigt ihn in besonderem Maße, seine praktischen Kenntnisse und Erfahrungen als Lehrer auszuwerten. 44 Für Ludwig Kovacs war der Schatten Tom Hanneys zunächst groß. Als er sein erstes Training leitete, stand er im schicken Anzug mit Krawatte vor den Spielern, die es von dem Engländer gewohnt waren, daß der Coach ebenfalls den "Sport" trug. Der Doktor wurde schwäbisch direkt auf die Kleiderordnung hingewiesen und kam in der Folgezeit ebenfalls im Trainingsanzug.
Bald aber setzte die Gewitztheit des ungarischen ' Akademikers die Akzente auf dem Wasen. Wer im Training nicht spurte, musste damit rechnen, beim Punktspiel zu fehlen, auch die verbliebenen Größen der Meistermannschaft von 1926. Dr. Kovacs schaute von Anfang besonders auf den Nachwuchs. Dr. Deubler: "Die Aufgabe der Jugendleitung ... wird es sein, die Zuneigung des Trainers für die Jugend auszunützen. Die Jugend aber wird sich darauf gefasst machen müssen, dass an ihren Lernwillen ein strengerer Maßstab als bisher angelegt wird. 
Unter Dr. Kovacs machte die VfB-Elf eine radikale Verjüngung durch. Damit kamen Eifer und Schwung in eine zu Beginn satte Elf. Den Lohn konnte der Ungar zwei Jahre später einstreichen: Der VfB wurde Württembergischer Meister 1929/30. Aus finanziellen Gründen war allerdings eine weitere Beschäftigung des Meistertrainers aufs neue nicht möglich. Wie Hanney musste Ludwig Kovacs auf dem Höhepunkt seiner Tätigkeit den Verein verlassen.
Auf dem Hauptbahnhof gab es einen bewegenden Abschied, als der Ungar seinen "Jungens", wie er seine Spieler nannte, Lebewohl sagte.

   
  
  • Schwere Stunde
    Das Jahr 1929 brachte dem Verein in wechselvollem Geschehen neben vielem Erhebenden manche schwere Stunde und stellte ihn vor harte Entscheidungen. Im Februar wurde Paul Breckle, im November Max Kurtz, zwei der ältesten VfBler, Pioniere des Rasensports in Württemberg, Ehrenmitglieder des Vereins, durch den Tod abberufen. Im Juli verschied Ernst Grimm, einer der Mitgründer des Kronenklubs, ebenfalls Ehrenmitglied des Vereins. In den schweren Kriegsjahren stand er pflichtbewusst an dessen Spitze. Die Liebe zur Jugend hatte ihm den Ehrennamen Vater Grimm eingebracht.
     

  • Die Generalversammlung nahm einen stürmischen Verlauf
    Verantwortungsgefühl und das Bewusstsein des Kampfes um die Ethik unseres Sports bestimmten die Männer in der Vereinsleitung trotz scharfer, gehaltloser Angriffe einer zahlenmäßig geringen Opposition aus den Reihen der Passiven, den einmal beschrittenen Weg fortzusetzen. Sie wollten das Vereinsschiff nicht steuerlos in die hohen Wogen der neuen Spielzeit treiben lassen: Dr. Deubler als 1., August Krämer als 2. und Dr. Hörlin als 3. Vorsitzender verpflichteten sich dem Verein für ein weiteres Jahr, ebenso für den Spielausschuss Albert Bauer und Eberhard Haaga, welch letzterer die Haagasche Familientradition fortsetzte und den ihm übertragenen Posten vorbildlich ausfüllte.

  • Todesfälle
    Einige Todesfälle versetzten die VfB-Familie in herbe Trauer: Im März 1930 wurde einer der Sportpioniere aus der Gründungszeit des Vereins, Hugo Betting, unser ältester Internationaler im Rugby, zu Grabe getragen; im Mai erhielt der Verein die Nachricht von dem frühen Tod seines langjährigen Spielers Walter Wieczorek, der in seiner Heimat Breslau einer Magenoperation erlag, und im September fiel Paul Wörner, genannt „Nabbi", der Chronist des Vereins, ein Mann mit sonnigem Herzen und nie versagendem Humor, einem Autounfall zum Opfer.

   

Die Jungen Wilden – Ende der 20er Jahre
Vierunddreißig Jahre nach der Vereinsgründung wurde der VfB mit dem englischen Trainer Tom Hanney zum ersten Mal württembergisch-badischer Meister. Das war ein großer Schritt heraus aus dem Schatten der Stuttgarter Kickers, damals im Land unangefochten die Nummer 1 im Fußball. Der Erfolg wurde auch gebührend gefeiert. Und mit Ernst Blum verzeichnete der VfB den ersten aus den eigenen Reihen hervorgegangenen Nationalspieler: am 2. Oktober in Kopenhagen war Blum zugleich Spielführer der DFB-Elf, die leider mit 1:3 unterlag. Es war ein guter Trend: kontinuierlich aufwärts. Doch brachte der Erfolg mit einem Male Probleme, die der VfB bis dahin nicht kannte. Im Spieljahr 1927/28 taten sich Risse im Mannschaftsgefüge auf, die zu mageren Ergebnissen führten. Beobachter fanden für die Entwicklung allerhand Entschuldigungen und Erklär-Rungen, Äußerlichkeiten wie Bodenverhältnisse, Reisestrapazen, Wetter usw. Erst mit der Zeit wurde deutlich, dass die Beziehungen der Spieler untereinander, die zudem ohne die Erfahrung des Trainers Hanney auskommen mussten, weil sich der VfB einen solchen Mann nicht mehr leisten konnte, dass also das Klima der elf Freunde" auf dem Rasen sich verschlechtert hatte. Schließlich sprach man die Problematik offen an: Die Garanten für den VfB-Erfolg, damals sagte man die „Kanonen", wollten ihre Leistung nicht mehr allein mit einem warmen Händedruck honoriert bekommen. Sie wollten Geld sehen. Und das war verboten, doch ein Problem aller Vereine, die in der obersten Klasse mitspielten. So ganz ohne Schramme kam der VfB nicht aus diesem Dilemma heraus. Vom Verband wurde er, nach einer „Selbstanzeige", bestraft und musste wegen gewisser Geldgaben 2 000 Mark bezahlen, damals eine spürbare Summe. Außerdem wurden vier der Lenker des VfB-Spiels, die Spieler Rutz, Koch, Vallendor und Blum vereinsintern mit einer Sperre belegt, weil sie mit ihrer fortwährenden Kritik an der ihrer Meinung nach nicht zeitgemäßen Vereinsführung für erhebliche Unruhe sorgten. Der Verzicht auf diese „Kanonen" stempelten den VfB für das Jahr 1929/30 in den Augen der Fachwelt zum Abstiegskandidaten. Ein neuer Steuermann, der Ungar Kovacs wurde als Trainer verpflichtet, man kramte den letzten Pfennig hervor, um sich das leisten zu können. Und der nahm die Herausforderung an, verjüngte die Mannschaft, baute junge Spieler in seine Mannschaft ein, stellte sich bei allem Spott vor seine Elf – und führte sie zur württembergischen Meisterschaft. Die jungen Wilden anno 1929/30! Schon damals zeigte der VfB seine Fähigkeit zur Erneuerung mit eigenen Kräften.


Die Generalversammlung nahm einen stürmischen Verlauf
Verantwortungsgefühl und das Bewusstsein des Kampfes um die Ethik unseres Sports bestimmten die Männer in der Vereinsleitung trotz scharfer, gehaltloser Angriffe einer zahlenmäßig geringen Opposition aus den Reihen der Passiven, den einmal beschrittenen Weg fortzusetzen. Sie wollten das Vereinsschiff nicht steuerlos in die hohen Wogen der neuen Spielzeit treiben lassen: Dr. Deubler als 1. August Krämer als 2. und Dr. Hörlin als 3. Vorsitzender verpflichteten sich dem Verein für ein weiteres Jahr, ebenso für den Spielausschuss Albert Bauer und Eberhard Haaga, welch letzterer die Haagasche Familientradition fortsetzte und den ihm übertragenen Posten vorbildlich ausfüllte.


Der Vertrag mit Dr. Kovacs wurde bis 31. Dezember 1929 verlängert.
Unbeirrt von den Unkenrufen, die dem VfB mit seiner jungen Mannschaft den Abstieg prophezeiten, wagten sich die verantwortlichen Männer weiter vorwärts in Richtung auf das vorgenommene Ziel. Die Last der gemeinsamen Verantwortung festigte und vertiefte die Verbundenheit dieser willensstarken Führer. Die junge, von Albert Bauer und Dr. Kovacs zusammengestellte Mannschaft schlug sich in den Verbandsspielen ganz hervorragend. Treffen um Treffen wurden in beständiger Form abgewickelt. Nach neun Spielen führte der VfB mit 14 Punkten vor Heilbronn und Brötzingen mit 12 und 10 Punkten. Bereits im November konnte Albert Bauer der Hoffnung Ausdruck geben, dass die Mannschaft ihrem Verein und ihren Anhängern ein ihrer Aufopferung und Kameradschaftlichkeit würdiges Weihnachtsgeschenk werde präsentieren können. Da traf den Verein wie ein Keulenschlag die Nachricht vom Urteil des Verbandsgerichts. Fußballdeutschland hatte seine große Sensation: In freimütiger Offenheit hatte die Vereinsleitung die Karten aufgedeckt; das Verbandsgericht nahm sich darauf der vom Verein gerügten Fälle der Disziplinlosigkeit an und belegte den VfB mit zwei Monaten Disqualifikation und 2000 Mark Geldstrafe. Es war ein hartes Urteil. Die Handlungsweise der Vereinsleitung, die in ehrlicher, sportsmännischer Gesinnung ein rückhaltloses Bekenntnis begangenen Unrechts, damit aber auch den festen Willen zur Umkehr geäußert hatte, fand bei den Richtern leider wenig Verständnis. Mit großer Wärme setzte sich die lokale Sportpresse für unsere Interessen ein: „Die Ausgestoßenen sind nicht so schlecht, wie die Sperre den Anschein erwecken könnte." Sympathiekundgebungen der Führer der übrigen Meistervereine und aus weiten Kreisen des Sports bedeuteten mehr als eine moralische Rechtfertigung des Vereins und erleichterten der Verbandsleitung eine Milderung der Strafe.
Inzwischen hatte die 1. Mannschaft die Verbandsspiele beendet. Sie hatte die Spitze nicht mehr abgegeben und in einem rassigen Endkampf auf dem gefährlichen Boden von Birkenfeld die beiden letzten noch fehlenden Punkte und damit den württembergischen Meistertitel 1929/30 geholt. Der vermeintliche Abstiegskandidat war Bezirksmeister. Hoch gingen die Wogen der Begeisterung bei der Siegesfeier im Kursaal, kaum getrübt von dem unverständlichen Spruch des Verbandsgerichts.

Albert Bauer, dem bewährten Vorsitzenden des Spielausschusses in kritischer Zeit, wurde in spontaner Weise der Dank der Vereinsleitung und der Mannschaft ausgesprochen; er wiederum gedachte der treuen Mitarbeit seines Waggele Haaga, der ihm in seinem schweren Amt die ganze Zeit über ein tatkräftiger Helfer war.
Mit dem Ende des Jahres war, zum Leidwesen der ganzen VfB-Familie, die Stunde des Abschieds von Dr. Kovacs gekommen. Aus finanziellen Gründen wiederum musste der Verein auf die Dienste des bewährten Trainers verzichten. Dr. Kovacs kehrte nach Budapest zurück.

Wie Mr. Hanney 1926, so hat auch Dr. Kovacs am Ende seiner Amtszeit den VfB zur Meisterschaft geführt. Zugleich hat sich unter der Leitung des MTK-Internationalen und den Nachwirkungen seiner Trainingsarbeit eine sichtbare Wandlung des Kampfstils der VfB-Elf vollzogen. Während Mr. Hanneys Erfolge sich in erster Linie auf intensivstes „Fit-Training", auf ein Höchstmass an Kondition gründeten, hat Dr. Kovacs die technische Schulung der Mannschaft und ihres Nachwuchses forciert und dadurch einen neuen VfB-Stil geschaffen. An Stelle des ursprünglich wuchtig-kraftvollen, zuweilen harten, reinen Zweckmässigkeits-Fußballs trat bei den Rotweißen das durchgeistigte, schöne, technisch reife und verfeinerte Spiel, an Stelle der fliegenden Kombination das Flachspiel, wie es bis dahin Fürth, der 1. FC Nürnberg, KFV, Phönix und in Stuttgart die Kickers gepflegt hatten.
Es war Schorsch Wurzer vorbehalten, eineinhalb Jahrzehnte später diesen Stil weiter zu entwickeln, die Spielkultur des VfB weiter zu verfeinern, fast zur Vollendung und zu höchstem Erfolg zu führen.
Reibungslos ging der Trainerwechsel vor sich. In vorbildlicher sportlicher Kameradschaft übergab Dr. Kovacs die Mannschaft in die Hände seines Nachfolgers, Sportlehrer Emil Friz, und fand herzliche Worte des Abschieds.

 „Jungens, macht eurem Doktor in den Meisterschaftsspielen Ehre!" Das war die letzte Mahnung des Scheidenden an seine Mannschaft, die ihn mit dem ganzen Ausschuss und vielen Aktiven zur Bahn begleitete. „Auf unsern lieben VfB und meine erste Mannschaft, der ich allen Erfolg wünsche, drei kräftige Hipp, Hipp Hurra!" Das war der Abschiedsgruss unseres Doktors, dessen erfolgreiches Wirken in Stuttgart unvergessen bleiben wird.

Sportlehrer Friz hielt die Jungen durch systematisches Training im Schwung. Der gute Geist der Mannschaft bewährte sich auch in den nach einer kurzen, zwangsläufigen Atempause einsetzenden Gruppenspielen. Aber der jungen Elf fehlte gegenüber Mannschaften wie Fürth, Bayern, Freiburg, Eintracht Frankfurt, den Vertretern süddeutscher Meister-Spielkultur, die nötige Kampferfahrung. Das zeigte sich bereits im ersten Spiel gegen die Fürther Kleeblättler. Die Niederlage 0:3 in Ronhof kam nicht unerwartet. Im zweiten Spiel aber, gegen FC Freiburg, gelang ein 9:3-Sieg! Das schlug wie eine Bombe ein, und in den weiteren Spielen leistete die Mannschaft allen ihren Gegnern zähesten Widerstand und zwang sie zur Hergabe ihrer letzten Kräfte. Im Rückkampf gegen den Meister SpVgg Fürth aber wuchsen die Jungen über sich selbst hinaus, schlugen die Kleeblättler mit ihren eigenen Waffen, mit Technik und Flachpass vor 12 000 Zuschauern klar und in imponierendem Stil 4:1! Das Ende der Gruppenspiele sah den VfB auf einem guten Mittelplatz, an 5. Stelle in dem achtköpfigen Feld.

Sieg auf Sieg verzeichnet die Chronik des Vereins in den zahlreichen nach Abschluss der Verbandsspiele noch absolvierten Freundschaftstreffen. Die internationalen Beziehungen wurden durch eine Osterreise nach Frankreich erweitert. Max Kurtz, unser verdientes Ehrenmitglied, hatte sich im Vorjahr schon um eine Reise nach Bordeaux und ein Spiel mit Stade Bordelais Universite Club bemüht. Der Tod versagte ihm seinen innigsten Wunsch, unsere Mannschaft zu begleiten und seine alten Freunde wieder zu sehen. So wurde das Spiel in Bordeaux als Max-Kurtz-Gedächtnisspiel vorbereitet und durchgeführt.

Stade Bordelais

Hugo Krämer übernahm die Repräsentation des Vereins und war der Mannschaft auf der Frankreichreise ein ausgezeichneter Führer. Auf der Hinreise machte die Expedition in Metz Station, spielte dort auf Wunsch und Vermittlung unseres alten Mitglieds Gaston Hertz gegen ASM (Association Sportive Messines) und gewann naht ritterlichem Kampfe 2:0. In Bordeaux lieferte unsere Mannschaft vor 6000 Zuschauern bei strömendem Regen ein Spiel, das die enthusiastischen Südfranzosen in helle Begeisterung versetzte. Als nach dem 6. Tor unsere Reisebegleiter den Torsegen stoppen wollten, verlangten die Zuschauer stürmisch die weitere Erhöhung der Torausbeute und der Präsident der Gastgeber wünschte in der Pause ausdrücklich, dass die Mannschaft sich voll ausgebe. Dröhnender Beifall hallte durch das Stadion, als zuletzt Buck aus 25 m Entfernung unhaltbar die äußerste linke Torecke traf und damit das 12. Tor schoss. Mit 12:1 - beim Stande 10:0 war der Eifer der Gastgeber mit dem Ehrentor belohnt worden - verließ unsere siegreiche Elf das Stadion, auf dem Weg in die Kabinen von der Menge begeistert gefeiert. Sie hatte den deutschen Fußball höchst eindrucksvoll vertreten. Unvergessliche Stunden im Kreise der Gastgeber, Besuch und Besichtigung der Weltstadt Paris auf der Heimreise waren verdienter Lohn der wackeren Elf.
Über ein weiteres internationales Spiel erzählt der Chronist kurz und bündig: Unsere brave Elf rang am Samstag, 3. Mai, vor 9000 Zuschauern in einem bis zur letzten Minute mit Hochspannung geladenen, gigantischen Kampf die berühmte tschechische Meisterelf Slavia Prag mit 2:0 nieder. Einem 2:0 gegen die Kickers folgte ein mit 4:1 erfolgreiches Gastspiel bei dem elsässischen Meister FC Mülhausen. Ein 5:2 in Neckarau beschloss eine Serie von zehn gewonnenen Spielen, der als Nr. 11 noch ein Sieg im Jubiläumsspiel in Schweinfurt beim FC 05 angereiht wurde.

Die Bilanz des Jahres lautete:

 Zahlgew.unent.verl.Tore
Bezirksligaspiele 1410-436:21
Meisterrunde14 62642:39
Privatspiele1211-156:16
zusammen4027211134:76

   
  
   
   
  
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