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Magazin für Tradition, Mythos und Kultur
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  unabhängige Vereinspage über die Profimannschaft des VfB Stuttgart 1893 e.V.       11. Jahrgang

 
 
 


 
    
   

Auf dem Verbandstag des Süddeutschen Fußballverbandes wird 1912 die Bildung einer Kreisliga mit acht Vereinen als oberste Klasse beschlossen. Sieben Klubs aus der bisherigen A-Klasse sind automatisch gesetzt. Um den achten Platz kämpfen der VfB Stuttgart, FC Mühlburg, Donar Straßburg und FV Beiertheim nach dem K.o-System. Aus der Vereinschronik 60 Jahre VfB: „Im Entscheidungsspiel in Durlach zwischen VfB Stuttgart und FC Mühlburg wurde mit letztem Einsatz und großer Härte um den Sieg gerungen. Der kampferfahrene Mühlburger Angriff scheiterte an unserem Abwehrtrio ... Lange stand der Kampf unentschieden 0:0, da schaffte Cope Wendling in den letzten Minuten den Sieg.

Wie ein glückhaftes Symbol für die schwäbische Elf kreuzte im selben Augenblick der Silberleib des Zeppelin-Luftschiffs über dem Durlacher Spielfeld, als Cope Wendling eine Rechtsflanke durch Kopfball zum einzigen Treffer des Tages verwandelte. Fünf Minuten vor dem Schlusspfiff wurde Mühlburg noch ein Elfmeter zugesprochen. Der wegen seines scharfen Schusses in der ganzen Liga gefürchtete Linksaußen Decker jagte den Ball mit ungeheurer Wucht an die Latte. Den weit ins Feld zurückspringenden Ball nahm Cope Wendling auf und eilte dem Tore des Gegners zu. Er wurde in aussichtsreicher Position von den robust spielenden Mühlburgern umgelegt. Ein Freistoß aufs Mühlburger Tor beendete den nervenaufpeitschenden Kampf. Unser rechter Läufer Schweizer, als 1.500-MeterMeister bekannt wegen seiner immensen Ausdauer, brach nach dem Schlusspfiff vor Erschöpfung bewusstlos zusammen."


Auch im Jahre 1911 ist es so gewesen; hier wurden wir von dem F.V. Stuttgart 1893 überflügelt, der es dann auch zu den Aufstiegs-Spielen mit den Vertretern der anderen Gaue gebracht hat.
Der Fußballverein Stuttgart 1893, mit dem wir schon lange gut befreundet waren, stand nun im Herbst 1911 bzw. Frühjahr 1912 vor den Aufstiegsspielen zur obersten Klasse. Er stand aber auch vor der Tatsache, im Jahre 1912 keinen Platz mehr zu besitzen, auf dem er seine Spiele austragen konnte. Weiterhin wusste er, dass er zu den Aufstiegsspielen ganz gut eine Verstärkung seiner Mannschaft gebrauchen konnte und außerdem später, falls der Aufstieg errungen wurde, ein weitaus größeres Spielermaterial benötigte. Was lag da näher als eine Fühlungnahme mit dem benachbarten Kronenklub? Da auch beim Kronenklub dieselben Gedanken nach dem Verlust der Aufstiegs-Chance aufgetaucht waren, wurden zuerst unverbindliche Gespräche geführt, auf Seiten des Kronenklubs von unserem Karl Rupp, während die Vorstände der beiden Vereine (beim Kronenklub: Eugen Imberger) das Gelände sondierten und die Spielführer der beiden Vereine (beim Kronenklub: Copé Wendling) bei ihren Aktiven für die Vereinigung Stimmung machen mussten. Es waren manche Widerstände zu überwinden, besonders auch bei den Aktiven, da doch der eine oder andere hüben wie drüben befürchten musste, bei der größeren Auswahl nicht mehr in der ersten Mannschaft spielen zu dürfen. Es kam aber doch in einer bewegten Sitzung im Hotel Concordia der Beschluss zustande, die Vereinigung durchzuführen. Dies war noch im Spätsommer 1911, während die eigentliche Verschmelzung offiziell im Vereinsregister erst im Jahre 1912 eingetragen worden ist.

Trotzdem haben an Weihnachten 1911 bei einem Spiel des Fußballvereins Stuttgart 1893 in der Arena in Mailand gegen FC Internationale zur Verstärkung der Mannschaft 3 Spieler des Kronenklubs Cannstatt mitgewirkt, und zwar Willy Giersch, Fritz Stiefel und Copé Wendling. Das Spiel ging seinerzeit 2:0 verloren. Dies war immerhin ein ganz beachtliches Resultat, wenn man bedenkt, dass Mailand schon immer in einer höheren Klasse gespielt hatte. Leider hatte das Mitwirken der 3 Kronenklübler unangenehme Folgen, weil sie vor der offiziellen Vereinigung ohne besondere Genehmigung bei einem anderen Club mitgespielt hatten. Die Strafe fiel in Anbetracht der besonderen Verhältnisse sehr glimpflich aus und brachte nur wenige Wochen Sperre. An den Aufstiegs-Spielen konnten die disqualifizierten Willi Giersch und Copé Wendling wieder mitwirken, außerdem kam noch unser ausdauerndster Läufer, Friedrich Schweizer, hinzu. Im letzten Entscheidungs-Spiel gegen Mühlburg ist es dann Copé Wendling gelungen, das einzige Tor für den VfB Stuttgart 1893 zu erzielen und damit den Aufstieg sicherzustellen.

     
     
   
     
   
     
   
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