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Magazin für Tradition, Mythos und Kultur
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  unabhängige Vereinspage über die Profimannschaft des VfB Stuttgart 1893 e.V.       11. Jahrgang

 
 
 


 
    
   Alexander Gläser

Der von dem oft erprobten alten Rugbykämpen und Gründungsmitglied Alexander Gläser († 1936) geführte Verein - immer noch reiner Rugby-Club - trat nach außen glanzvoll in Erscheinung: Auf der Weltausstellung in Paris im Jahre 1900 vertrat der Frankfurter SC 1880 den deutschen Rugbysport. Unser Hugo Betting verstärkte als einziger Stuttgarter die deutsche Mannschaft und war als Halbspieler der beste Mann auf dem Platz. .

     
   FV 93 dringt in Spitze vor

Aus VfB-Sicht fielen die ersten Jahre im neuen Jahrhundert unterschiedlich aus. Während der FC Krone Cannstatt nicht über die Rolle eines Mitläufers in Stuttgart hinaus kam, etablierte sich der FV 93 unter den Spitzenvereinen im deutschen Rugby. Grund war vor allem ein bedeutender personeller Zuwachs. So schloss sich vom zerfallenden CFC Karl Schickler an, kamen vom Stöckach-Rivalen FC Arminia Talente wie Zehender, Dempf und Jentsch, traten schließlich die Mitglieder des Schülerklubs „FC Wagenburg" 1899 geschlossen zu den Schwarz-Gelben über. Männer wie Hermann Bürkle, Paul Breckle, Max Kurtz, Hugo Betting, Hugo Krämer und Heinrich Maulick verbreiteten daraufhin Stuttgarts guten Rugbyruf im ganzen Reich, während Gustel Schumm unter den Schülern der Wilhelmsrealschule erfolgreich um weitere Mitglieder warb. Angeführt von Alexander Gläser avancierte der FV 93 allmählich zum einflussreichsten Rugbyklub in Süddeutschland nach dem FC Frankfurt 1880. Gastspiele renommierter Mannschaften am Neckar festigten diese Position, und als die Frankfurter anno 1900 anlässlich der Weltausstellung zu einem internationalen Freundschaftsspiel nach Paris reisten, nahmen sie sogar den Stuttgarter Hugo Betting als Gastspieler mit! Der heimliche Gewinner jener Tage war der Fußball. Vor allem der ebenfalls auf dem Stöckachspielplatz agierende FC Kickers befand sich auf dem Vormarsch und löste Zukunftsängste in der Stuttgarter Rugbygemeinde aus. 1901 rangen die „Blauen" erstmals im Rahmen der Süddeutschen Meisterschaft um Punkte und fachten die Fußballbegeisterung unter Stuttgarts Jugendlichen trotz ihrer deklassierenden 0:9-Niederlage gegen den Karlsruher FV weiter an. Nachdem später Siege über den 1. FC Pforzheim (1902, 4:1) und Bayern München (1903, 4:1) gelangen, übernahm Fußball vollends die Führungsrolle, verdrängten die „Blauen" selbst Aushängeschild FV 93 aus den Schlagzeilen und eröffneten 1905 auf Degerlochs Höhen einen eigenen Platz.

     
   
 
     
     
   
     
   
     
   
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