Seite [zurück]
Magazin für Tradition, Mythos und Kultur
  Seite [vor]
     
   
 
  unabhängige Vereinspage über die Profimannschaft des VfB Stuttgart 1893 e.V.       11. Jahrgang

 
 
 


 
    

SUNDERMANN, WUNDERMANN

VON MARTIN HÄGELE

Sommer '91. Eine Studentenkneipe im Leipziger Bahnhofsviertel. Morgens, um halb zwei, und weil es so drückend schwül ist, hat man die Stühle auf die Straße gestellt.

Keiner der Passanten dreht sich um nach Jürgen Sundermann. Und der Wirt macht höchstens einen angedeuteten Diener, wenn er wieder ein Weizenbier bringt.

Seit gerade ein oder zwei Stunden duzen wir einander. In der noch ungewohnten Anrede kommt die Frage noch schwerer raus: "Fühlst du dich als Absteiger, Jürgen?"

In diesem Augenblick funkeln die Augen des Trainers Jürgen Sundermann wie früher, wenn er auf der Tartanbahn des Neckarstadions herumtobte. "Ich", sagt er, "ich bin hier mittendrin in der deutschen Geschichte. Gibt es irgendwo eine größere Herausforderung als gerade jetzt im Osten?"

Keine Widerrede. Mittendrin im Leben und immer die große Herausforderung, so musste es immer sein mit den Jobs des Fußball‑Lehrers Jürgen Sundermann. Einen stinknormalen Klub hat er nie trainiert. Es musste was Verrücktes sein, Kitzel oder Flair haben: Grasshoppers Zürich, Schalke, die Kickers, Racing Straßburg, Trabzonspor am Arsch der türkischen Welt, die Münchner Underdogs von Unterhaching oder Berlins Skandal Hertha. Jetzt der Stasi‑Klub Leipzig.

Aber am verrücktesten war die Zeit beim VfB, die erste Trainerstation: "Mensch", sagt Sundermann, "die Leute können das heute kaum noch glauben, 56 000 Zuschauer im Schnitt, das ist ja Weltrekord. "

Der Westfale Sundermann sagt immer noch dat und wat, obwohl er seit 1976 den Erstwohnsitz Leonberg hat und immer von Echterdingen aus zu seinen Arbeitsplätzen pendelte.

Sein Herz hängt an Stuttgart. Und sein ganzer Stolz. Denn obwohl seine Nachfolger Helmut Benthaus und Christoph Daum Deutscher Meister wurden, nie haben sich die Fans mehr mit dem VfB identifiziert als zu jenen Tagen, in denen die Rasselbande des jungen Trainer Sundermann die Bundesliga aufmischte: als Aufsteiger, mit Fußball total. Ohne große Taktik. Ein Schwabenstreich folgte dem andern. "Die Jungs“ sagt er, „die waren super. Technisch Offensiv. Hemmungslos. Und immer optimistisch." Vieles, was damals im Neckarstadion passierte, grenzte an ein Wunder. Jürgen Sundermann, damals keine Vierzig, war der Wundermann jener Ära

     
   
     
   
     
   
     Unterstützt wird HefleswetzKick von:  
     
 
     
 
 
   
 
 
Aktuelles ........................................... [weiter]   Statistik ...................................... [weiter]
Nachrichten Ergebnisse, Tabellen, ..     Zahlen, Daten Fakten, ...  
Teams ............................................... [weiter]   Stadion ....................................... [weiter]
Fotos, Berichte, Geschichte, ...     Geschichte, Ereignisse, ...  
Personen .......................................... [weiter]   Fanzone ...................................... [weiter]
Datenbanken, Fotos, Geschichten, ...     alles für den VfB Stuttgart Fan  
Chronik ............................................. [weiter]   Download ................................... [weiter]
Zeitgeschichte, Dokumente, ...     für zu Hause  
 
 
  HefleswetzKick | Michael Holzschuh | Weilbachweg 9 | 82541 Münsing | Telefon: 08177-997267 | E-Mail | Internet |
Inhaltlicher Verantwortlicher gemäß § 55 Abs. 2 RStV: Michael Holzschuh (Anschrift wie nebenstehend)