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Magazin für Tradition, Mythos und Kultur
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  unabhängige Vereinspage über die Profimannschaft des VfB Stuttgart 1893 e.V.       11. Jahrgang

 
 
 


 
    

DER FREUNDLICHE ENGLÄNDER

von Harald Jordan

Edward T. Hanney - ein klingender Name in der Fußballwelt der Zwanziger Jahre. Professional bei Manchester United war er und Olympiasieger mit dem englischen Team in Stockholm 1912 - der VfB Stuttgart hatte einen großen Coup gelandet mit der Verpflichtung seines ersten hauptberuflichen Fußballlehrers im Sommer 1924.

Tom Hanney, so sein auf dem Wasen geläufiger Name, später sogar "unser lieber Hanney", versuchte englische Spielkultur an seine begeisterungsfähigen, aber aus seiner Sicht noch sehr lernbedürftigen Fußballer hinzubringen. Das hieß: laufen, laufen und nochmals laufen. Die Kondition musste stimmen.

Auf dieser Grundlage konnte man aufbauen, was der alte Kämpe nicht nur in Trainingsspielen, sondern auch bei einzelnen Vorbereitungsspielen so eindrucksvoll demonstrierte: exzellente Ballverteilung der Innenstürmer, permanenter Einsatz beider Flügel zur Verwirrung der gegnerischen Abwehrreihen, disziplinierte Einhaltung der taktischen Marschroute.

Das war das Konzept der Arbeit von Tom Hanney, mit dem er die VfB-Elf 1926 zum "Württembergisch-badischen Meister" machte: die erste Bezirksmeisterschaft des VfB Stuttgart. Der Vorsitzende, Dr. Deubler, ließ die Mitglieder wissen: "... die Disziplin und Energie unserer Mannschaft, das zielbewusste Zusammenarbeiten aller, die Schule Hanneys haben uns den Meistertitel gebracht." Für Hanney bedeutete der Erfolg gleichsam Abschied vom Wasen, den er Anfang 192 7 verließ.

Der knappe Haushalt ließ einen festangestellten Trainer offenbar nicht mehr zu. Der VfB-Vorsitzende bekannte: "Die finanzielle Belastung durch den Gehalt Hanneys war für unsere Kasse nicht länger tragbar. Frühere Zuschussquellen aus den Reihen unserer Mitglieder waren versiegt. Neue zu erschließen, war uns trotz langer und eifriger Bemühungen, infolge der heutigen schweren Zeiten nicht möglich."

Hanney setzte seine Trainerlaufbahn bei Wacker München fort. Trotz räumlicher Distanz riß der Kontakt insbesondere zu seiner Meisterelf nicht ab. Und das erste Care-Paket, das Wenzel Blum nach dem Zweiten Weltkrieg empfing, trug als Absender den Namen Tom Hanney. Der Mann mit dem freundlichen Wesen und den liebenswürdigen Umgangsformen starb 1964 als 75jähriger in seinem Club, die Zeitung aufgeschlagen in den Händen.

     
   
     
   
     
   
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