Seite [zurück]
Magazin für Tradition, Mythos und Kultur
  Seite [vor]
     
   
 
  unabhängige Vereinspage über die Profimannschaft des VfB Stuttgart 1893 e.V.       11. Jahrgang

 
 
 


 
    

EHRLICHER ARBEITER

VON REINER SCHOLZ (06/92)

In letzter Zeit hat er sich rar gemacht im Neckarstadion. "Eine vorübergehende Erscheinung", vermutet Hermann Ohlicher. Neulich war er mit den Stuttgarter Prominenten-Kickern in Rio. Er schwärmt vom Skifahren, von Fahrradausflügen mit Frau Erika und den Töchtern Andrea und Daniela, vom Wochenende am Tegernsee. "Zwanzig Jahre lang war jedes Wochenende verplant", sagt er, "ich habe einen mächtigen Nachholbedarf".

Hermann Ohlicher, ein Stück VfB. Ein verdammt gutes Stück. Selbst als er fußballerisch schon in die Jahre gekommen war, lief er mehr als die Jungen. Und die Zuschauer merkten: Da liefert einer ehrliche Arbeit Außerdem hatte er ein Gespür wichtige Tore. So wie im Frühsommer '84. In Bremen waren 83 Minuten gespielt. Ohlicher machte den 2 ten Siegtreffer. Der VfB war Deutscher Meister. Nach 32 Jahren. Ohlicher war 34, aber er hängte trotzdem noch mal eine Saison dran, die ging für den VfB daneben. Aber "der Erfolg war für mich nie das Maß der Dinge". Der Kapitän ging hocherhobenen Hauptes nach 318 Bundesligaspielen und 96 Toren. Zwölf Jahre VfB, UEFA-Pokal-Halbfinale, Abstieg, Aufstieg, Meisterschaft. Es gab nichts zu bereuen.

Er hatte es sich lange überlegt, damals im Frühjahr '73. Er kickte beim FV Ravensburg, war schon 23 Jahre alt und hatte als Ingenieur einen Vertrag für einen "Superjob" in der Tasche. Dann kam der VfB. Er nahm die Herausforderung an. Im ersten Bundesliga-Spiel gegen Schalke 04 schoss er alle drei Tore zum 3:0 Sieg. Abends saß er im ZDF-Sportstudio". Er gehörte gleich dazu, spielte einmal in der B-Nationalmannschaft, bis zu Helmut Schön aber drang er nicht vor. Der Abstieg kam dazwischen, und Ohlicher hing mehr am VfB als an dem Geld, das Schalke geboten hatte. "Es war", sagt er heute, "die richtige Entscheidung." Als er im September '85 in eigener Regie und auf eigenes Risiko sein Abschiedsspiel durchführte, feierten die Fans mit.

Später war er noch Mitglied des VfB-Präsidiums. Heute, mit Anfang 40, ist er in Esslingen CDU-Stadtrat und sitzt im Sport- und Schulausschuss. Beruflich hat er alle Lotto- und Toto-Tipper des Kreises Esslingen unter sich. Der Übergang ins normale Leben ist geglückt. Einmal in der Woche will er mindestens noch Fußball spielen. Bei Toto-Lotto kickt er zusammen mit Karl Allgöwer oder den Förster-Brüdern. "Der Kontakt zu den ehemaligen Kollegen ist noch da", sagt Ohlicher, "und auch wenn ich Präsident Gerhard Mayer-Vorfelder sehe, ist es wie früher."

Trotzdem geht er kaum ins Stadion. Aber bald geht er auf die Malediven. Ohlicher: "Ich will die Welt sehen."

     
   
     
   
     
   
     Unterstützt wird HefleswetzKick von:  
     
 
     
 
 
   
 
 
Aktuelles ........................................... [weiter]   Statistik ...................................... [weiter]
Nachrichten Ergebnisse, Tabellen, ..     Zahlen, Daten Fakten, ...  
Teams ............................................... [weiter]   Stadion ....................................... [weiter]
Fotos, Berichte, Geschichte, ...     Geschichte, Ereignisse, ...  
Personen .......................................... [weiter]   Fanzone ...................................... [weiter]
Datenbanken, Fotos, Geschichten, ...     alles für den VfB Stuttgart Fan  
Chronik ............................................. [weiter]   Download ................................... [weiter]
Zeitgeschichte, Dokumente, ...     für zu Hause  
 
 
  HefleswetzKick | Michael Holzschuh | Weilbachweg 9 | 82541 Münsing | Telefon: 08177-997267 | E-Mail | Internet |
Inhaltlicher Verantwortlicher gemäß § 55 Abs. 2 RStV: Michael Holzschuh (Anschrift wie nebenstehend)