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Magazin für Tradition, Mythos und Kultur
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  unabhängige Vereinspage über die Profimannschaft des VfB Stuttgart 1893 e.V.       11. Jahrgang

 
 
 


 
    

DAS WIENER ORIGINAL

VON MARTIN HÄGELE (06/92)

Wenn er sich heute vor Prominenten-Spielen umzieht, passiert es immer wieder, dass sich der Anpfiff verzögert. Denn Buffy Ettmayer braucht schon beim Umziehen Geselligkeit, das heißt Buffy muss erzählen. Und Buffy braucht Zeit. Denn meistens hängt beim ersten Versuch die Shorts zum modisch gestylten Trikot irgendwo zwischen Knie und Oberschenkel fest. Buffy flucht auch dann mal wieder auf die Sportkonfektion und zieht eine alte Adidas Hose aus seiner Sporttasche. Größe zehn, schätzungsweise Sonderanfertigung, so was gibt's heute in keinem Laden mehr.

Bevor er dann raus auf den Platz geht. schnappt er sich den Ball, den er mitgebracht hat. Da ist er eigen. Schließlich versteht er Fußball als Kunst - oder dirigierte etwa der- große Karajan mit einem Taktstock 70 aus Chromargahn?

Die Diva Ettmayer. Der Ball, besser der gehobene Umgang mit dem Ball, das Flair eines vollen Stadions und die Sprüche hinterher - das war seine Aura. Und als Maß aller fußballerischen Dinge für den Virtuosen erst mal Johannes Ettmayer aus Wien. Den weitaus größeren und für ihn und seine Anschauung bedrohlichen Rest der Fußballwelt siedelte der dreißigmalige österreichische Nationalspieler im Bereich der Kraftmeier, Leichtathleten und Zehnkämpfer an. Sein ganzes Leben lang hat er sich mit diesen Typen angelegt. Oft gewann er, genauso oft wurde er fertiggemacht. Auch Buffys Zeit beim VfB war Auf und Ab. Das Halbfinale im UEFA-Cup gehörte ebenso dazu wie der Bundesliga-Abstieg.

Über Buffy ließ sich glänzend streiten. Mal beschimpften sie den kleinen dicken Österreicher als Fettmayer, dann hätten sie ihm am liebsten ein Denkmal vors Neckarstadion gesetzt. Wie an jenem 23. Oktober 1974, Hermann Eppenhoffs Geburtstag und einem 6:1 über den Deutschen Meister Borussia Mönchengladbach.

Buffy weiß es noch wie heute: "Beim 5: 1 hab' ich erst dem Berti Vogts durch die Schnürsenkel gespielt, dann hab' ich noch drei Gladbacher vernascht und zum Schluss noch den Kleff. Beim sechsten Tor hab' ich die Kugel so volley getroffen, da hat sogar der Kleff applaudiert."

Solche Sternstunden entschädigten Buffy Ettmayer für all das, was ihm durch die Lappen gegangen ist. Hätte er wie ein normaler, ernährungsbewusster, stromlinienförmiger moderner Profi gelebt, Buffy stünde auf einer Stufe kurz hinter Pelé

Doch Buffy stand zu seinem Stil. Dem ist er bis heute treu geblieben. Das Original Ettmayer, die erste gelungene Kreuzung aus Wiener Schmäh und schwäbischem Bruddler.


Nachtrag von glmuc aus dem VfB-Forum:

Albert sing fand den Buffmeyer zu dick und sagte zu ihm:
"Sie habe ich auch schon schlanker gesehen."
Darauf Buffy: "Dös muaß an Schmalfüim gwesn sein."
Die Höhe der Strafe weiß man nicht mehr mehr; man kann ja mal den Buffy fragen.

(glmuc aus dem vfb-forum)

     
   
     
   
     
   
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