Franz Seybold geb. 9. 4. 1912 gest. 19. 9. 1978
Der VfB beklagt den Tod seines langjährigen Mitglieds Franz Seybold. Er war ein leidenschaftlicher Kämpfer für die Belange und das Wohlergehen des Vereins. Im Januar 1924 trat Franz Seybold dem VfB als 12-jähriger bei und spielte bei ihm ab der C-Jugend. Als unerbittlicher und eisenharter Verteidiger wurde er mit der ersten Mannschaft, in der er seit 1930 als 18-jähriger spielte: 1933 südd. Pokalmeister; 1935, 1937 und 1938 württ. Meister, stand 1935 im Endspiel um die deutsche Meisterschaft gegen Schalke 04. Jenes denkwürdige Finale wurde mit 4:6 verloren. 1937 unterlag er mit seiner Mannschaft im Halbfinale wieder gegen das übermächtige Schalke mit 4:2. Im Spiel um den 3. Platz wurde mit 1:0 gegen d. HSV gewonnen. Daneben war Franz Seybold auch ein erfolgreicher Leichtathlet. Der Rußland-Spätheimkehrer verschrieb sich sofort wieder dem Fußball trotz erlittener Gesundheitsschäden. 1950 und 1951 trainierte er den damals in der zweiten Liga spielenden VfR Aalen und fand dann zu seiner zweiten, nicht minder erfolgreichen, Karriere beim VfB zurück. Ab 1951 trainierte er sowohl die VfB-Amateure als auch die A-Jugend. Er führte die Amateure von der B-Klasse in die höchste Amateurklasse und erreichte mit ihnen hervorragende Erfolge: 1960 württ. und südd. Meister — 1963 deutscher Amateurmeister — 1967 württ. Meister — 1971 deutscher Vizemeister nach unglücklicher 1:0 Finalniederlage. Die Zahl derer, die durch seine kritische, mit starker Hand formende Schulung gingen, ist Legion. Manche, die den großen Sprung schafften, verdanken ihm alles, oft auch beruflichen Erfolg aufgrund der von ihm eingeimpften und vorgelebten Tugenden der Selbstdisziplin, der Einordnung in eine Gemeinschaft, des Einsatzes und des Engagements. Wenn Not am Mann war, war Franz Seybold stets zur Stelle und bereit, sich mit seinem unbändigen Willen und nimmermüden Einsatz für den Verein zu verzehren. So sprang er mit großem Erfolg 1964/65 und 1966/67 zweimal als Interimstrainer der Lizenzspieler ein, trainierte die gesamte Saison 1969/70 und erreichte den 7. Tabellenplatz mit nur einem Punkt Abstand zum Tabellenvierten. Franz Seybold war an verantwortlicher Stelle unermüdlich für seinen Verein tätig. Er stellte an sich wie an seine Umgebung höchste Anforderungen. Als er dabei 1973 bei einigen damals Verantwortlichen des Clubs nicht mehr ausreichendes Verständnis fand, zog er sich grollend mit der ihm eigenen, wiewohl ihn selbst sehr schmerzenden Konsequenz zurück. Um so erfreuter waren wir von der heutigen Vereinsführung, dass wir im vergangenen Jahr mit ihm, dem so sehr um den VfB verdienten, wieder Frieden schließen konnten. Sein Herz gehörte dem VfB Stuttgart — dieser schuldet ihm großen Dank. G. Renz |