| | Erfolge als Trainer beim VfB Stuttgart |
| | | Pokalmeisterschaft: | 1x 1. Platz | 1933 Süddeutsche Pokalmeisterschaft mit VfB Stuttgart |
|
| |
| | Vereinskarriere beim VfB Stuttgart: |
| | |
Geschichte / Sonstiges
Willy Rutz zum Gedenken Am 20.November verstarb der frühere VfB-Spieler und Trainer des VfB Stuttgart, Willy Rutz, im Alter von 86 Jahren. Willy Rutz war eine der markantesten Spielerpersönlichkeiten in der hundertjährigen Vereinsgeschichte. Als Zeitzeuge war Willy Rutz noch persönlich an den Vorarbeiten zum VfB-Jubiläum beteiligt. Im Jubiläumsbuch heißt es über diesen außergewöhnlichen Sportler: „Am 29.November 1925 schlug der VfB Stuttgart in einem Punktspiel den Lokal-Rivalen Stuttgarter Kickers mit sage und schreibe 6:0. Eine deprimierende Niederlage für die bis dahin eindeutig dominierenden Degerlocher, eine unsagbare Genugtuung für den aufstrebenden Club vom Wasen. Zu den Torschützen gehörte der 18jährige Willy Rutz, ein "Riesentalent", erst in dieser Saison von einem kleinen Cannstatter Verein zum VfB gekommen. Rutz spielte auf Halblinks, war aber in der Offensive überall einzusetzen. Er beherrschte das Kopfballspiel, lieferte überraschende, haargenaue Pässe, eröffnete Torchancen und traf selbst - ein Spieler der ganz seltenen Art. Eine große Zukunft lag vor ihm. Der Reichstrainer interessierte sich bald für diesen Akteur, Willy Rutz gehörte schließlich zum Olympiakader für die Spiele in Amsterdam. Verletzungen verhinderten aber seine Teilnahme. Kein Trainer, kein Sportlehrer musste Willy Rutz sagen, wie man Fußball spielt. Seit dem Kindesalter war er auf den Straßen hinter dem Ball hergerannt, seine Wendigkeit und seine Sprungkraft erklärte er sich selbst mit seinem Leichtathletiktraining, das er stets neben dem Fußball betrieben hatte. Als Profi hätte Willy Rutz großes Geld machen können. Doch die Zeiten waren strikt auf reinen Amateurismus ausgerichtet, was bei vielen Vereinen in der Praxis hieß: "Du darfst dich nicht erwischen lassen." Mit dem VfB wurde er 1926 Württembergischbadischer Meister. Ein Akteur, den andere gerne in ihren Reihen gehabt hätten. Willy Rutz wechselte Ende der 20er Jahre zu Rot-Weiß Frankfurt, seitdem sagt man ihm nach, der erste VfB-Profi gewesen zu sein. In Frankfurt war Rutz in einer Anwaltskanzlei beschäftigt, vom Verband gesperrt - mit Geldverdienen im Fußball war da nichts. 1931 kehrte der Supertechniker zurück auf den Wasen. Als Spieler noch immer gesperrt. Aber er konnte als Trainer wirken. In Calw, in Tübingen und beim VfB Stuttgart. Damit verdiente sich Willy Rutz seinen Lebensunterhalt - und mit den Einkünften durch seine Weinstube, die ihm der VfB vermittelt hatte. Als Wirt hatte Rutz kein leichtes Los: "Jedes Viertele musste ich aus dem Keller holen. Das war schärfstes Training." Als VfB-Trainer blieb Willy Rutz auf Erfolgskurs: 1933 Süddeutsche Pokalmeisterschaft. Weil der VfB knapp bei Kasse war, verzichtete Rutz auf sein Trainerhonorar: "Mir ging es damals gut", sagt Willy Rutz heute als 85jähriger. Schließlich die Begnadigung 1933. Mit dem Mannschaftsführer Willy Rutz erlangte der VfB zwei Jahre später den bis dahin größten Erfolg: Deutsche Vizemeisterschaft 1935." Der VfB Stuttgart wird Willy Rutz ein ehrendes Gedenken bewahren.
|
|