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Magazin für Tradition, Mythos und Kultur
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  unabhängige Vereinspage über die Profimannschaft des VfB Stuttgart 1893 e.V.      11. Jahrgang

 
 
 


 
 
 
 
  
 Erfolge als Trainer beim VfB Stuttgart
 
 Liga  Saison  Verein  Position   
 Bundesliga  1998/1999  VfB Stuttgart  Trainer  von 01.12.
bis  14.12.1998 
   
 Vereinskarriere beim VfB Stuttgart:
  
   



Geschichte / Sonstiges

Wolfgang Rolff (5.Dezember 1998 - 31. Dezember 1998): Winfried Schäfer bleibt nur fünf Monate, sein Co-Trainer und Nachfolger Wolfgang Rolff nur 26 Tage. Dann wirft Rolff das Handtuch.


Ein Präsident als Tanzbär seiner Stars

Sogar Stuttgarts stolzer Klubchef Mayer-Vorfelder ist in der Diktatur seiner kickenden Ersatzgötter nur noch Untertan

STUTTGART, 6. Dezember. Seit Sonnabend ist das neue Erfolgsgeheimnis des VfB Stuttgart gelüftet: Ohne die großen Drei geht s. Winnie Schäfer, der gescheiterte Trainer, saß daheim in Ettlingen auf der Couch. Krassimir Balakow, der gesperrte Star, saß im Daimler-Stadion auf der Tribüne. Fredi Bobic, der Torjäger, blieb bei Halbzeit in der Kabine. Die Folge war erstaunlich: 3:1 gegen den HSV.

Sieben Spiele lang hatten die Stuttgarter Spieler nicht mehr gewusst, was ein Sieg ist. Sie wussten nur noch, was ein Streit ist. Und am Sonnabend, als der ungeliebte Trainer endlich davongescheucht war, wußten sie vor allem eines: Ab sofort ist es ihr Kopf, um den es geht. "Wir haben uns den Arsch aufgerissen", gab VfB-Verteidiger Pablo Thiam indes nach dem Spiel bekannt, "wir haben jetzt keine Alibis mehr."

Hauptsache gewonnen. Darum ging s, nicht um Glanz. Wolfgang Rolff, Übergangstrainer bis zur Winterpause, gab hinterher zu: "Es war nicht immer so, wie ich mir das vorgestellt hatte. Wir haben uns schlecht bewegt." Lang lief das VfB-Spiel zäh, der HSV ging durch Hollerbach in Führung, doch die Hamburger hatten in der Defensive ihren fehlerhaften Tag und der VfB hatte Jonathan Akpoborie. Binnen zehn Minuten schoss der Afrikaner drei Tore und seinem Präsidenten einen Zentnerstein von den Schultern. "Wir haben eine Mannschaft mit Herz gesehen, elf Mann, die füreinander gekämpft haben", sagte Gerhard Mayer-Vorfelder froh.

Der VfB-Boß hat schwere Tage hinter sich. "Du legst dich mit deinen Problemen abends ins Bett", sagt er, "und wachst morgens mit ihnen wieder auf." Trotz des Sieges wird er vorläufig kaum fester schlafen. Das Problem Schäfer ist er los, doch plötzlich hat er ein neues: Der Zorn der Massen richtet sich jetzt gegen ihn ("MV raus!") und gegen jene, die den Trainer abserviert haben selten ist ein Spieler vom eigenen Publikum derart behandelt worden wie VfB-Star Fredi Bobic. Die Zuschauer haben ihn bei jedem Ballkontakt fast aus den Schuhen gepfiffen. Bei Halbzeit blieb Bobic in der Kabine. "Soweit darf es nicht kommen", sagt Mayer-Vorfelder.

Soweit musste es kommen. Die Fans mit Ausnahme der Anti-Schäfer-Front ("Nie mehr Winnie!") haben die Diktatur der kickenden Ersatzgötter satt. Was in Stuttgart jetzt passiert, mit flammenden Transparenten ("Werdet Männer!"), ist auch ein Signal gegen die Hilflosigkeit des Vereinschefs. Mayer-Vorfelder hatte sich dem Druck der Profis gebeugt, findet jetzt schöne Schlußworte für Schäfer und leere Drohungen gegen die Stars. Ab sofort, sagt er, gibt s bei der geringsten Disziplinlosigkeit Abmahnungen. Was das heißt? Der VfB-Chef stramm: "Die zweite Abmahnung ist die fristlose Kündigung." Worüber einer wie Bobic lachen wird weil er weiß, dass der VfB seinen Verkaufswert mit einem Hinauswurf in Richtung null ruinieren würde.


   
  
   
   
  
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