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Magazin für Tradition, Mythos und Kultur
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  unabhängige Vereinspage über die Profimannschaft des VfB Stuttgart 1893 e.V.       11. Jahrgang

 
 
 


 
    
  Erfolge als Spieler beim VfB Stuttgart
 
Confederations Cup:  1× Platz 4 2005 mit Mexiko
DFB-Pokal:  1× Platz 2 2007 mit VfB Stuttgart
Deutscher Meister:  1× Deutscher Meister 2007 mit VfB Stuttgart
     
  Länderspiele während der Zeit beim VfB Stuttgart
 
Jahr Nation Position   Spiele Tore   Gelb G/R Rot
2006 Mexiko Abwehr   4 0 0 0 0
2009 Mexiko Abwehr   8 0 1 0 0
2010 Mexico Abwehr   4 0 0 0 0
     
  Vereinskarriere beim VfB Stuttgart:
 
Liga Saison Verein Position   Spiele Tore Vorl.   Gelb G/R Rot
Bundesliga 2006/2007 VfB Stuttgart Abwehr   27 1 1   1 0 1
Bundesliga 2007/2008 VfB Stuttgart Abwehr   22 0 2   1 0 1
Bundesliga 2008/2009 VfB Stuttgart Abwehr   17 0 2   2 0 0
Bundesliga 2009/2010 VfB Stuttgart Abwehr 7 0 0 1 0 0
     



Geschichte / Sonstiges
10.07.2006
Vorstellung der beiden mexikanischen Neuzugänge

Die Anzahl der anwesenden Journalisten und Kamerateams verdeutlichte, dass die heutige Pressekonferenz des VfB nichts Alltägliches war. Über 50 Medienvertreter und acht Kamerateams waren ins Stuttgarter Hotel Le Méredien gekommen, um der Vorstellung der beiden mexikanischen VfB-Neuzugänge Ricardo Osorio und Pavel Pardo beiwohnen zu können. Über die Hälfte der Journalisten stammten aus dem Heimatland der beiden VfB-Zugänge. Allein der Umstand des großen Interesses der Medien zeigte auf, dass der VfB zwei besondere Transfers tätigen konnte. Teammanager Horst Heldt erklärte dann auch gleich zu Beginn der Pressekonferenz: "Ich freue mich, dass wir diese beiden Spieler verpflichten konnten. Ricardo Osorio und Pavel Pardo sind aktuelle Nationalspieler ihres Heimatlandes Mexiko und waren bei der WM Stammkräfte ihrer Auswahlmannschaft. Wir sind der erste Verein, dem es gelungen ist, zwei WM-Fahrer unter Vertrag nehmen zu können. Dies erfüllt uns schon mit einem gewissen Stolz." Auch Cheftrainer Armin Veh zeigte sich erfreut über sein neues Duo im Defensivbereich und lobte vor allem die Vielseitigkeit von Ricardo Osorio und Pavel Pardo.

"Sie wollten so schnell wie möglich nach Stuttgart"

Veh sagte: "Wir haben mit Zvonimir Soldo, Andreas Hinkel und Martin Stranzl drei Spieler im Defensivbereich abgegeben. Folglich war es notwendig, dass wir uns entsprechend verstärken. Beide sind auf mehreren Positionen einsetzbar. Ricardo kann in der Abwehrreihe praktisch alle Positionen einnehmen und ist ein extrem zweikampfstarker Spieler, der in Eins-gegen-eins-Situationen herausragend ist. Ich erhoffe mir von ihm auch ein Stückweit die Aggressivität auf dem Platz, die uns in der letzten Saison ab und an gefehlt hat. Und Pavel kann auf der Sechserposition oder im Halbfeld spielen. Er schlägt gute Standards und kann ein Spiel von hinten heraus gestalten." Veh lobte zudem die professionelle Einstellung der beiden Mexikaner, die aus eigenem Willen auf weitere Urlaubstage nach der WM verzichteten und so schnell wie möglich nach Stuttgart kommen wollten. "Das zeigt, dass sie einen guten Charakter haben und sich auf ihre neue Aufgabe freuen. Sie wissen, was wir in Stuttgart wollen und sind darauf vorbereitet", äußerte sich Veh lobend über Ricardo Osorio und Pavel Pardo.

Problemlose Transferabwicklungen

Teammanager Horst Heldt stellte derweil klar, dass eine schnelle Integration von elementarer Bedeutung sei. "Wichtig ist, dass sie hier schnell ankommen. Deshalb haben wir den beiden mit Jens Andrei auch gleich einen Dolmetscher an die Seite gestellt, der ihnen zu Beginn bei allem helfen wird. Wir wollen, dass sie zeitnah eine Wohnung finden und sich mit ihren Familien dann schnell in Stuttgart wohl fühlen. Zudem werden beide ab sofort deutsch lernen, denn es ist der Wunsch der Spieler, die Sprache ihrer neuen Heimat so rasch wie möglich zu sprechen", erklärte Horst Heldt, der es abschließend nicht versäumen wollte, sich für die gute Zusammenarbeit bei der Abwicklung der Transfers zu bedanken. Heldt sagte: "Wir sind in Mexiko bei den bisherigen Vereinen der beiden, Club America und Cruz Azul, sehr herzlich empfangen worden und konnten die Transfers problemlos abwickeln. Dafür möchte ich mich an dieser Stelle noch einmal herzlich bei den Präsidenten der beiden Vereine bedanken." Beim morgigen Testspiel in Schwetzingen wird das mexikanische VfB-Doppel noch nicht auf dem Platz zu sehen sein, frühestens beim Test in Schaffhausen am kommende Freitag könnte es eventuell zur Premiere von Ricardo Osorio und Pavel Pardo im VfB-Trikot kommen.

Bayern soll nicht Meister werden

Pavel Pardo machte seinem Ruf als stets gut gelaunter Mensch bereits beim ersten Auftritt in Stuttgart alle Ehre und scherzte sowohl mit den Journalisten als auch mit Dolmetscher Jens Andrei, der ihn beispielsweise nach dem bislang noch unbekannten deutschen Essen fragte. "Das ist alles kein Problem", erklärte Pardo, "wichtig ist nur, dass ich körperlich fit bin und meine Leistung bringen kann. Alles andere kommt dann von allein. Ich bin sehr zufrieden und stolz, bei so einem großen Verein wie dem VfB spielen zu können. Stuttgart hat eine junge und ehrgeizige Mannschaft, in der die Mischung stimmt. Dies macht mich zuversichtlich, dass wir in der Bundesliga und hoffentlich auch bald schon wieder international erfolgreich sein werden." Die Entscheidung für den VfB sei ihm sehr leicht gefallen, "denn beim Confederations Cup und bei der WM hatten wir die Möglichkeit, uns in Deutschland zu präsentieren. Der VfB war dann der erste Club, der uns wollte. Manch eine Chance gibt es nur einmal im Leben und dann muss man zugreifen." Vom VfB und der Bundesliga weiß Pavel Pardo bereits jetzt schon eine Menge, obwohl die Spiele in seiner Heimat lediglich in Ausschnitten zu sehen sind. "Der VfB hat eine große Tradition und deshalb hoffe ich, dass wir erfolgreich sein werden. Ich weiß, dass Bayern München schon oft Meister wurde und das wollen wir in diesem Jahr verhindern", sagte der 29-Jährige mit einem Lächeln auf den Lippen.

"Ich will Mexiko gut repräsentieren"

Ähnlich zuversichtlich gab sich auch sein Landsmann Ricardo Osorio, der auf die Frage, ob die Integration mit einem Landsmann an der Seite leichter fallen werde, antwortete: "Das spielt für mich keine große Rolle. Ob ich alleine hier bin oder wir zu zweit nach Stuttgart wechseln, macht keinen großen Unterschied. Ich bin überzeugt, dass ich das Vertrauen, das die Verantwortlichen des VfB in mich setzen, rechtfertigen kann. Dafür werde ich vom ersten Tag an arbeiten. Ich will Mexiko hier in der Bundesliga gut repräsentieren und mit dem VfB Erfolg haben." Auch der Umstand, dass in der Bundesliga bisweilen sehr körperbetont gespielt wird, konnte den nur 1,73m großen Defensivspieler nicht beeindrucken. "Ich werde mich dieser neuen Aufgabe stellen und mich entsprechend wehren. Ich weiß, dass das Spiel hier eine sehr starke physische Präsenz erfordert, aber davor habe ich keine Angst. Ich wollte in die Bundesliga und zum VfB, weil mich der Verein unbedingt haben wollte. Dies war ein ganz entscheidender Grund für meinen Wechsel. Meiner Familie und mir ging es in Mexiko sehr gut, aber ich bin überzeugt davon, dass wir uns auch hier in Stuttgart wohl fühlen werden. Ich habe in jedem Fall nicht die geringsten Zweifel daran, den richtigen Schritt gemacht zu haben", sagte ein selbstbewusster Ricardo Osorio zum Abschluss den Journalisten.


El loquito - der kleine Verrückte Stadion Aktuell 04/2006

Von der mit knapp 20 Millionen weltweit wohl größten Metropole Mexiko Stadt in die mit 600.000 Einwohnern größte Stadt Baden- Württembergs. Gewiss, wenn man diese Einwohnerzahlen betrachtet, ein Rückschritt. Doch so denkt Ricardo Osorio nicht. „Im Vergleich zu Mexiko Stadt ist es sehr angenehm in einer verhältnismäßig kleinen Stadt wie Stuttgart zu leben“, lächelt er. Mittlerweile ist der mexikanische Neuzugang des VfB seit drei Monaten in Deutschland und hat sich bestens eingelebt, nachdem auch seine Frau mit den beiden Kindern in Stuttgart angekommen ist und ihm den nötigen Rückhalt geben. Somit hält sich auch das Heimweh in Grenzen, zumal Ricardo schon seit vielen Jahren Profi ist. „Wenn man etwas erreichen will, dann gehört das einfach dazu“, sagt der 26-Jährige ehrgeizig.

Eben jener Ehrgeiz ist es, der Ricardo Osorio heute zu einem Profi-Fußballer gemacht hat, der auf dem Platz das Feuer in den Augen hat und von der ersten bis zur letzen Sekunde immer sein Bestes gibt. Doch der Weg dorthin war steinig. Mit seinen sechs Geschwistern und seinen Eltern wohnte er in einem kleinen Dorf mit ca. 1.000 Einwohnern. Um seinen Kindern eine Zukunft zu ermöglichen packte der Vater seine Familie und zog schon bald in ein Ballungszentrum von Mexiko Stadt. Bis zu seinem elften Lebensjahr spielte Ricardo wie viele seiner Altersgenossen auf der Straße Fußball. Seine Schwester ermöglichte es ihm, in einem kleinen Club zu spielen, doch dies machte Ricardo zunächst keinen Spaß.

Eines Tages schwänzte er mit einem Freund die Schule, um in einem Park Fußball zu spielen. Dort spielten die beiden zufällig gegen zwei Vereinsspieler und besiegten diese klar. „Daraufhin hat uns ein Trainer, der das Spiel beobachtete, in ein offizielles Vereinstraining eingeladen, einzige Bedingung waren Fußballschuhe. Meine Mutter hat dann unter ihrer Matratze das Ersparte hervorgeholt und ich habe mir meine ersten Fußball-Schuhe gekauft“, ist er noch heute stolz darauf. Der erste Schritt war getan, „doch in meinem ersten Spiel habe ich sofort ein Eigentor geschossen, aber danach wurde es Stück für Stück besser“. Niederlagen schmeckten ihm schon damals nicht und so bekam er bereits in seiner Jugendzeit den Spitznamen „El loquito“ – der kleine Verrückte. „Ich war der Erste der zum Training kam und der Letzte der ging“, erinnert sich der Rechtsfuß. Bevor Ricardo seinen ersten Profivertrag unterschrieb, spielte er schon für die U17-Nationalmannschaft seines Heimatlandes. Doch auch Rückschläge musste „Oso“ (spanisch: der Bär) verkraften.

„Bei Pumas, meinem ersten Verein, hatte ich leider Probleme mit meinem Rücken und wurde deshalb ausgemustert. Da musste ich das ersten Mal wegen dem Fußball weinen“, erzählt Ricardo traurig. Doch auch aus diesem Tal kämpfte sich der Familienvater wieder heraus. Sechs Monate lang nahm er jeden Tag zwei Stunden einfache Fahrt auf sich um bei Cruz Azul vorzuspielen, was ihm eines Tages den Sprung zu deren Amateuren einbrachte. „Beim ersten Training bin ich dann am Sicherheitspersonal am Eingang gescheitert. Der Trainer hat dort nicht Bescheid gesagt und daher durfte ich nicht auf das Gelände“, sagt er lächelnd. Doch auch der Wechsel zu Cruz Azul war noch nicht der endgültige Durchbruch in Ricardos Karriere, denn aufgrund schlechter der Heimat entfernte „Farm- Team“ versetzt. „Dort bin ich dann einem Trainer aus früheren Jahren erneut begegnet, der mich charakterlich stark geformt und mir sehr weitergeholfen hat“, betont Ricardo. Der Weg zum Stammspieler bei Cruz Azul gelang ihm schließlich, weil sich ein Mitspieler entgegen dem Willen des Trainers die Haare färbte und daher in Ungnade fiel.

 „Das war meine Chance und die habe ich genutzt und fortan war ich sowohl bei Cruz Azul als auch bald darauf bei der mexikanischen Nationalmannschaft ein fester Bestandteil.“ Sein erstes Spiel im Auswahlteam war 2003 ein Sieg gegen die Superstars aus Brasilien woran er sich heute noch sehr gerne erinnert. Sein einziges Tor schoss er bei der Copa America 2004 gegen Uruguay, „ein Traumtor, doch eigentlich sollte es eine Flanke werden“, lacht er noch heute darüber. Und auf die Frage, was er sich beim VfB vorgenommen hat, antwortet er ganz diplomatisch: „Ich werde hier für das Team und die Fans immer alles geben, um das mir entgegengebrachte Vertrauen zu rechtfertigen. Ich will in jedem Spiel einen sehr guten Eindruck hinterlassen und mein Heimatland Mexiko gut vertreten“. Ehrgeizig und sympathisch wie „Oso“ ist, wird ihm das auch weiterhin gelingen.



Bundesliga, 01.05.2010 / VfB Homepage
Auf Wiedersehen und alles Gute!

Für vier Spieler des VfB war das letzte Heimspiel der Saison 2009/10 zugleich der letzte Auftritt im VfB-Trikot vor dem Stuttgarter Publikum. Torhüter Jens Lehmann, Rechtsverteidiger Ricardo Osorio, Mittelfeldspieler Roberto Hilbert und Mittelfeldspieler Aliaksandr Hleb wurden deshalb im Anschluss an das vorletzte Bundesligaspiel unter dem großen Applaus der Zuschauer von VfB-Präsident Erwin Staudt, Vorstand Sport Horst Heldt sowie Vorstand Finanzen, Verwaltung Ulrich Ruf verabschiedet.

 

Ricardo Osorio kam als erster Mexikaner zusammen mit Pavel Pardo im Sommer 2006 zum VfB und gewann gleich in seiner ersten Spielzeit mit dem Verein die Deutsche Meisterschaft. Wohin ihn sein Weg führen wird, steht derzeit noch nicht fest. Auch ihm wünscht der VfB viel Glück und weiterhin genauso viel Spaß, wie er in seinen vier Jahren beim VfB verbreitet hat.

"Wir wünschen Euch alles Gute und vor allem Gesundheit. Natürlich stehen allen Spielern, die den VfB am Saisonende verlassen werden, die Türen des Vereins mit dem roten Brustring immer offen", sagte VfB-Präsident Erwin Staudt.





     
   
     
   
     
   
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