Bundesliga, 23.07.2008
Wechsel perfekt
Der Wechsel von Fernando Meira vom VfB zum türkischen Meister Galatasaray Istanbul ist perfekt. Am heutigen Mittwoch wurden die letzten Vertragsformalitäten erledigt und der ursprünglich noch bis ins Jahr 2010 datierte Vertrag des Portugiesen in Stuttgart aufgelöst. Meira wird damit in Zukunft nicht mehr das Trikot mit dem roten Brustring tragen, sondern im Jersey von "Gala" auflaufen. Über die genauen Inhalte des Transfers vereinbarten beide Vereine Stillschweigen. Fernando Meira verabschiedete sich am heutigen Mittwoch in Stuttgart von den Mitarbeitern der Geschäftsstelle, nachdem er das Team des VfB bereits am vergangen Sonntagabend im Trainingslager in Going verlassen hatte.
Stadion Aktuell 05. November 2004
Fernando Meiras Ziele: Erfolg mit dem VfB und Stammplatz in der Nationalelf
In der vergangenen Saison war Fernando Meira, der im Januar 2002 vom heutigen VfB-Gegner Benfica Lissabon nach Stuttgart gewechselt war, einer der Garanten für die starke Leistung der Defensive, die mit 24 Gegentoren in 34 Spielen die Beste der gesamten Liga war.
Umso überraschender für Fans und Experten war die Tatsache, dass Gastgeber Portugal ohne Fernando Meira in die Europameisterschaft startete. Die Enttäuschung der Nummer 6 des VfB war entsprechend groß, wurde aber durch die Teilnahme an den Olympischen Spielen in Athen gemildert. Das Turnier in Griechenland verlief für die Portugiesen alles andere als wunschgemäß und so stand Fernando dem VfB früher als erwartet in der gerade begonnenen Saison wieder zur Verfügung, nachdem er die beiden ersten Ligaspiele gegen Mainz und in Nürnberg verpasst hatte. Nach dem ersten Saisoneinsatz beim DFB-Pokalspiel in Mayen folgte eine Woche später auf dem Lauterer Betzenberg allerdings der Schock: Bei einem Zweikampf mit Carsten Jancker zog sich der Rechtsfuß einen Kreuzbandanriss im rechten Knie zu.
Glücklicherweise wurde die Verletzung ohne Operation behandelt und so konnte Fernando sehr früh mit dem Reha-Training beginnen. Nach ersten Einheiten in Stuttgart folgte ein mehrwöchiger Aufenthalt in der portugiesischen Heimat, der für Familie Meira nicht nur wegen der Behandlung von Fernandos lädiertem Knie von großer Bedeutung war. Daniela Meira, Ehefrau von Fernando und Mutter des gemeinsamen Sohnes Edgar, brachte Töchterchen Mafalda zur Welt und machte damit das Familienglück perfekt. „Meine Tochter ist eine zusätzliche Motivation für mich, so schnell wie möglich wieder fit zu werden“, so Meira, der bei der Geburt im Kreissaal dabei war und die Ereignisse auf Video festhielt. „Ich konnte meine Frau unterstützen und alles filmen. Ich war bei der Geburt unseres Sohnes nicht dabei, deshalb war alles eine neue Erfahrung für mich.“
Am vergangenen Dienstag trainierte der frisch gebackene zweifache Vater dann erstmals wieder mit der Mannschaft und war mit dem Heilungsverlauf seiner Verletzung sehr zufrieden: „Ich habe in den vergangenen Wochen einen großen Sprung nach vorne gemacht. Nach dem ersten Training mit der Mannschaft habe ich mich sehr gefreut. Das Knie hat keine Probleme gemacht, ich hatte lediglich noch ein wenig Angst, weil noch etwas Vertrauen und Kondition fehlten.“ Gegen seinen Ex-Verein sieht er den VfB im Vorteil, „obwohl Benfica stark genug ist, um uns Probleme zu bereiten. Aber wir sind Favorit“, so der 26-Jährige, der jetzt möglichst schnell wieder für den VfB auf dem Platz stehen möchte. „Ich will dem Verein so schnell wie möglich helfen. Aber ich muss vernünftig bleiben und werde nichts riskieren.“
10/2002
Sein Ziel: Mit dem VfB nach oben, mit Portugal zur EM
Seine Frau trägt den Vornamen Daniela, sein Sohn hört auf den Namen Edgar. Typisch deutsche Familie? Der Vater heißt Fernando Meira, ist 24 Jahre alt, Portugiese, und insofern ist das eine außergewöhnliche Familie, weil das Familienoberhaupt seit nunmehr einem Dreivierteljahr beim VfB Stuttgart spielt. Seit Januar ist Meira mit Familie hier in Stuttgart, und mittlerweile, sagt er, seien sie angekommen in Deutschland. Vorbei der Kälte- und der Kulturschock im letzten Winter: Völlig anderes Land, andere Sprache, andere Sitten, andere Temperatur. Er schlug den Kragen seines Mantels hoch, als er zum VfB kam. Aber mittlerweile ist es wärmer geworden, und das gilt in jeder Beziehung.
Die Familie Meira wohnt in Waiblingen, man hat sich gewöhnt an Landschaft und Leute, und beim VfB ist Fernando Meira nach anfänglichen Schwierigkeiten nun auf dem Weg zu einer Führungsfigur. Man blickt bei Fernando Meira in ein waches, intelligentes Gesicht. Er stellt klar: „Ich bin kein Star. Und ich will mich auch nie wie ein Star benehmen.“ Seine Leistung will er sprechen lassen, und deswegen hat er sich gleich reingehängt bei seinem neuen Arbeitgeber. „Ich musste mich zunächst an das höhere Tempo der Bundesliga gewöhnen“, sagt der Portugiese, der in Guimaraes geboren ist und später von Benfica Lissabon engagiert wurde. Von dort kam er zum VfB. Was den Start bei seinem neuen Arbeitgeber erschwerte: Fernando Meira musste gegen Vorurteile ankämpfen. Er war der bislang teuerste Neueinkauf und dies machte ihm anfangs zu schaffen. Der Trainer blieb immer bei seiner Meinung: „Fernando hat die Qualität, ein absoluter Weltklassespieler zu werden“, sagt Felix Magath, „keine Frage.“ Was noch fehle, komme jetzt sicher mit der Zeit: „die nötige berufliche Härte, Lebenserfahrung und Ausstrahlung“. 21 Bundesligaspiele (2 Tore) und einige internationale Begegnungen hat Fernando Meira bisher für den VfB bestritten. Sein Fazit bisher: „Der Wechsel war die richtige Entscheidung.“ Was seinen Stolz ein wenig verletzt hat, war die Tatsache, dass der achtfache portugiesische Nationalspieler im Sommer nicht für die WM in Korea und Japan nominiert wurde – und dass er das aus dem Fernsehen erfuhr. „Aber das ist Vergangenheit“, sagt Fernando Meira, „was zählt, ist jetzt die Europameisterschaft 2004 in Portugal” – und dafür möchte er sich mit guten Leistungen in der Bundesliga und im UEFA-Cup empfehlen.