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Magazin für Tradition, Mythos und Kultur
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  unabhängige Vereinspage über die Profimannschaft des VfB Stuttgart 1893 e.V.      11. Jahrgang

 
 
 


 
 
 
 
  
Vereinskarriere
Philipp Lahm

D - * 11.11.1983

http://www.philipplahm.de

Erfolge als Spieler beim VfB Stuttgart -

Die Karriere

Stationen als Nationalspieler:

JahrNationPosition  SpieleTore  GelbG/RRot
2004DeutschlandAbwehr  151  100
2005DeutschlandAbwehr00000

Stationen als Vereinsspieler:

LigaSaisonVereinPosition  SpieleTore  GelbG/RRot 
Bundesliga2003/2004VfB StuttgartAbwehr  311  200
Bundesliga2004/2005VfB StuttgartAbwehr221200
Summe   532400 

2004/10

Gewinner beim Verlierer

Lobeshymnen stärken Philipp Lahm: Ich gebe meine Position nicht mehr her
Almancil - Der Appetit war Philipp Lahm vergangen. Weil er aber nicht mit leerem Magen ins Bett gehen wollte, aß der Nationalspieler vom VfB Stuttgart noch ein paar Nudeln und ein bisschen Salat, ehe er sich nach der Rückkehr der Mannschaft aus Lissabon auf sein Einzelzimmer im "Ria Park Garden" zog. "Ich bin natürlich sehr enttäuscht darüber, dass wir ausgeschieden sind. Aber es ist nun mal so", sagte der 20-Jährige und fügte an: "Für mich persönlich kann ich nur sagen, dass ich bei diesem Turnier viel Erfahrung gewonnen habe."

Davon wird der deutsche Fußball in Zukunft hoffentlich profitieren. Denn trotz aller finsterer Prognosen nach dem EM-Aus ist Philipp Lahm auf Grund seiner hervorragenden Leistungen in allen drei Vorrundenspielen so etwas wie ein Lichtblick im Dunkel, das die Nationalmannschaft umgibt. "Wenn es bei diesem Turnier aus deutscher Sicht überhaupt einen Gewinner gibt, dann ist es Philipp Lahm", erklärte Teamchef Rudi Völler, der nach dem Schlusspfiff am Mittwochabend jeden seiner Spieler abgeklatscht hatte, nur Lahm nicht. Den nahm er fast liebevoll in seine Arme und drückte ihn fest an sich - Völlers Art, Danke zu sagen für all das, was sein Schützling geleistet hat. "Der Philipp hat für sein Alter wirklich gut gespielt und seine Sache ordentlich gemacht", lobte Völler.

In allen drei Partien hatte er dem Stuttgarter von Beginn an auf der linken Seite in der Abwehr vertraut, und Lahm zahlte es ihm mit aufopferungsvollem Einsatz . Kein Weg war dem 1,70 Meter großen und 72 Kilogramm schweren Jungprofi zu weit, und er versuchte alles, um in der Defensive für Ordnung und im Spiel nach vorn für Überraschungsmomente zu sorgen. Er verhielt sich taktisch clever wie ein Routinier mit 50 Länderspielen, ging unbekümmert in die Zweikämpfe und traute sich im Gegensatz zu manch einem seiner älteren Kollegen auch mal etwas zu. Alle Beobachter erkannten sofort: Angst vor großen Namen ist ihm fremd. "Wer das hat", sagt Lahm, "der soll gleich zu Hause bleiben." ARD-Experte Günter Netzer sagte der WELT über Lahm: "Bei ihm hat die Einstellung total gestimmt. Der Junge ist realistisch - und einer, der mit beiden Füßen auf dem Boden steht. Solche Typen brauchen wir im deutschen Fußball, um voran zu kommen."

Und Philipp Lahm will dabei helfen. Bevor in drei Wochen beim VfB Stuttgart die Vorbereitung auf den Bundesligaalltag wieder beginnt, will er in den kommenden Tagen erst einmal Urlaub machen. "Abschalten und auf ein paar andere Gedanken kommen, das ist jetzt wichtig", erklärte Lahm, den trotz seiner erst neun Länderspiele während der Zeit beim VfB Stuttgart - er debütierte am 18. Februar beim 2:1 gegen Kroatien in der DFB-Elf - viele für fähig halten, in der Nationalmannschaft auf der linken Seite zur Dauerlösung zu werden. Denn nach dem Rücktritt von Weltmeister Andreas Brehme, der bis 1994 jahrelang auf links Stammspieler war, konnte diese Position mangels Alternativen oft nicht adäquat besetzt werden.

Mit Lahm hat sich zehn Jahre später endlich wieder ein hoffnungsvoller Spieler gefunden, obgleich er kein klassischer Linksfuß ist. Dennoch hat sich Lahm mit der Position schon angefreundet. "Ich habe meine Leistung gebracht und spiele zu Recht in der Nationalelf. Meine Position will ich nicht mehr hergeben", sagt der Mann, dessen Stern im vergangenen Jahr aufgegangen ist.


Willkommen im Klub der Millionäre 19. Juni 2004

Almancil/Porto - - Vor dem Abflug gestern Mittag nach Porto telefonierte Philipp Lahm mit seinem Großvater Hermann daheim in München. "Mein Opa hat mir gesagt, dass er sehr stolz auf mich ist", berichtete der 20-Jährige, "aber auch, dass er unwahrscheinlich nervös ist, wenn ich spiele. Ich habe ihm gesagt, dass er sich keine Sorgen machen muss."

Telefongespräche dieser Art sind keine Seltenheit, denn Opa Hermann spielt in der noch jungen Nationalmannschaftskarriere seines Enkels eine große Rolle: Als Philipp sieben Jahre alt war, schnitt ihm der Großpapa alle Spiele der Deutschen bei der WM in Italien auf einem Video über 90 Minuten zusammen, und das schaute sich der Junge nach der Schule immer wieder an. Begeistert war er vor allem von dem Spieler auf der linken Seite: Andreas Brehme. "Ein super Kicker, eines meiner Vorbilder", sagt Lahm.

14 Jahre später spielt er selbst im Nationalteam auf der Position des Linksverteidigers. Im zweiten EM-Vorrundenspiel läuft er heute zum achten Mal für Deutschland auf - was sich ab 2005, wenn die Leihgabe vom VfB Stuttgart zum FC Bayern kehrt, auch finanziell auszahlen wird. "Obwohl meine Zukunft bis 2007 geregelt ist", verrät Lahm, "wird auf Grund der Tatsache, dass ich Nationalspieler geworden bin, neu verhandelt." Heißt: Lahm steigt zum Millionär auf.

In Expertenkreisen gilt der flinke Flügelspieler durchaus als befähigt, auf dem nach den glorreichen Zeiten von Brehme oft als Problemposition bezeichneten Posten des linken Verteidigers zu einer Dauerlösung zu werden. Lahm, ähnlich wie Brehme mit beiden Beinen schussstark, verhält sich trotz seiner Jugend taktisch sehr clever, abgebrüht bestreitet er seine Zweikampfe. Zudem beschränkt er sich nicht nur auf die Defensive, sondern versucht auch, das Spiel anzutreiben. Dabei profitiert Lahm von seiner Unbekümmertheit, Angst vor großen Namen ist ihm fremd. "Wer das hat", sagt er, "der soll gleich zu Hause bleiben. Ich habe meine Leistung gebracht und spiele zu Recht in der Nationalelf. Meine Position will ich nicht mehr hergeben."

Die Wurzeln dieses altersuntypischen Selbstvertrauens, dieser Gelassenheit und Cleverness sind in Gern, einem Münchner Vorort zu finden. Dort hat Lahm seine ersten 19 Lebensjahre verbracht und das Fußballspielen erlernt, beim FT Gern - die Spiele der 1. Mannschaft in der Kreisliga A schaut er sich noch heute an.

Die Mutter ist hauptverantwortlich für die behütete Jugend und anfangs auch für die fußballerische Ausbildung ihres Sohnes. Weil Vater Lahm selten Zeit hatte, musste sie in der kleinen Durchfahrt vor dem Haus, in dem die Lahms zusammen mit den Großeltern wohnen, mit dem Filius üben - als Torhüterin. "Ich war jedes Mal empört, wenn sie sich nicht geschmissen hat, und hab' geschimpft", erzählt Lahm. "Wenn ich zwei Mal in Folge getroffen habe, hab' ich immer gesagt: "Jetzt schmeiß dich endlich mal!' Ich glaube, ihr hat das nicht so viel Spaß gemacht."

Als Zehnjähriger wechselte Lahm zum FC Bayern. "Dort genoss ich eine erstklassige Ausbildung", erzählt das 1,70 Meter große und 62 Kilogramm leichte Talent. Nachwuchstrainer Hermann Gerland empfahl ihn vergangenen Sommer Stuttgarts damaligem Trainer Felix Magath, die Schwaben liehen Lahm für eine Gebühr von 200 000 Euro bis 2005 aus.

Was folgte, ist bekannt: Lahm wurde als 19-Jähriger Stammspieler, am 18. Februar debütierte er beim 2:1 in Kroatien in der Nationalelf, seitdem ist er eine feste Größe beim DFB.

Artikel erschienen am 19. Juni 2004

Quelle:
www.welt.de


Karriere im Sauseschritt 2003

Stuttgart - Sein Lausbuben-Gesicht mit Restspuren von Flaum und das freundliche Lächeln täuschen gewaltig: Philipp Lahm ist zwar gerade erst 20 Jahre alt geworden, trotzdem spielt er routiniert wie ein ausgebuffter Profi in Europas Fußball-Elite. Mit bescheidenen 1,70 m ist er eine feste Größe in der Viererkette des VfB Stuttgart. Auf seiner linken Abwehrseite verzweifelten sogar die Stars von Manchester United, doch selbst ein Glanzlicht wie der 2:1-Sieg des VfB gegen das englische Top-Team lässt Lahm nicht übermaßig strahlen. "Ich habe nur das umgesetzt, was der Trainer mir gesagt hat. Ehrfurcht bringt einen in der Champions League nicht weiter."

So ein Satz ist typisch für den gebürtigen Münchner. Die großen Sprüche überlässt er lieber anderen und verrichtet ruhig, aber selbstbewusst seine Arbeit auf dem grünen Rasen. Ein Musterschüler ganz nach dem Geschmack von VfB-Teammanager Felix Magath. "Der Junge macht mir nur Freude. Er ist selbstbewusst und nimmt alles an", lobt der 50-Jährige. Nur, als der Neuzugang von den Amateuren des FC Bayern München sogar das knallharte Konditionsprogramm während der Saisonvorbereitung lächelnd und ohne Probleme überstand, kamen Magath Zweifel: "Ich habe mich gefragt: Mache ich plötzlich etwas falsch?"

Richtig gehandelt hat der VfB-Teammanager, als er der Empfehlung von Münchens Amateurtrainer Hermann Gerland unbesehen vertraute. "Du Felix, ich hab’ da einen, der ist besser als alle anderen seines Alters. Eine echte Granate", sagte Gerland über Lahm. Kurz darauf lieh der VfB den Youngster für 200 000 Euro bis 2005 aus. Ob eine Chance besteht, auch darüber hinaus bei den Schwaben zu bleiben, darauf lässt sich der bekennende Fan von Starmodell Heidi Klum nicht festlegen. "Bis dahin ist noch lange hin, ich beschäftige mich im Moment nicht damit", sagt Lahm diplomatisch.

Kompromisslos dagegen agiert er auf dem Feld. "Sensationell, wie abgebrüht der auf dem Platz auftritt. So etwas habe ich noch nie erlebt", staunt VfB-Routinier Horst Heldt. Längst ist Lahm eine feste Größe in der U21-Nationalelf und lässt sich auch von handgreiflichen Tumulten wie jüngst in Istanbul nicht aus der Ruhe bringen. Für U21- Coach Uli Stielike ist Lahm "der nächste A-Nationalspieler aus dieser Mannschaft". Für die Problemposition auf linken Seite könnte der technisch versierte Rechtsfuß bald eine Alternative darstellen. "Wenn seine Entwicklung so anhält, hat er sehr gute Chancen", sagt Teamchef Rudi Völler. Durchaus denkbar also, dass Lahm zusammen mit Andreas Hinkel auch im Nationalteam eine Stuttgarter Abwehrzange bilden wird.

Das Objekt der Begierde jedoch hält den Ball erst einmal flach. "Über solche Dinge zerbreche ich mir nicht den Kopf. Man darf nicht vergessen, dass ich vor wenigen Monaten noch in der Regionalliga gespielt habe", sagt Lahm - und weiß sich darin mit Mentor Magath einig: "Da versuchen ihn schon einige mit diesem Gerede verrückt zu machen. Er sollte sich nicht darum kümmern." Der Teammanager weiß aber auch, dass der Zeitpunkt einer Berufung Lahms ins Nationalteam wohl nicht mehr lange auf sich warten lassen wird. Magath: "Wenn er weiter so hervorragend spielt, sollte er sich darüber nicht wundern."

FC Bayern: VfB Stuttgart: Nationalmannschaft:



Biografie: 2003

Von 2001 bis 2003 trug der gebürtige Münchner Lahm das Trikot des FC Bayern in der Regionalliga Süd. Seine starken Leistungen auf der rechten Defensivseite begeisterte seinen Trainer Hermann Gerland ("Wenn ich Philipp so sehe, denke ich: Der hat schon im Mutterleib Fußball gespielt"); bei Profi- Trainer Ottmar Hitzfeld, der Lahm keine einzige Bundesliga-Minute, aber einen einminütigen Einsatz in der Champions League (beim 3:3 gegen Lens) gönnte, und außerhalb Münchens fanden sie keine Beachtung. Als Lahm vor der Saison befand "Zwei Jahre Regionalliga sind genug" und Gerland sein Juwel in der Bundesliga feilbot, da zeigte niemand Interesse - bis auf Felix Magath, bis auf den VfB.

"Du Felix", sagte Gerland, "ich hab' da einen, der ist besser als alle anderen seines Alters, eine Granate." Magath griff zu, unbesehen, und lieh Lahm für zwei Jahre und 200 000 Euro aus. Schon während der Saisonvorbereitung überraschte der Neue. "Der Junge macht mir nur Freude", sagte Magath. "Er hört genau zu und nimmt alles an." Dass der 19- Jährige selbst nach den gefürchteten Magathschen Trainingseinheiten noch frisch und munter wirkte, gab dem VfB-Teammanager dann doch zu denken: "Ich fragte mich: Mache ich plötzlich etwas falsch?" Im Ligapokal-Halbfinale gegen Dortmund bestritt Lahm sein erstes Pflichtspiel für seinen neuen Verein - auf drei verschiedenen Positionen (rechte Abwehrseite, rechtes Mittelfeld, linke Abwehrseite). "Wo ich spiele", sagt Lahm, "ist mir egal, Hauptsache, ich spiele." Nach drei Kurzeinsätzen erfuhr er in der Mannschaftsbesprechung vor dem Spiel gegen Dortmund am 20. September, dass er gegen die Borussen erstmals von Anfang an dabei sein würde. Nervosität? Keine Spur.

"Ich hatte mir vorgenommen dem Trainer zu zeigen, dass ich auch Fußball spielen kann und in die Mannschaft will", sagt er. Es klappte, Magath erklärte nach dem 1:0-Sieg, es sei "eine Freude, Philipp spielen zu sehen"; diese Freude macht sich der VfB-Trainer nun regelmäßig. Auch beim Champions-League- Sieg über ManU zeigte der bei nur 170 Zentimeter Länge verblüffend kopfballstarke Abwehrspieler (Gerland: "Sein Kopfballspiel ist überragend") keine Angst vor großen Namen. Ob sein Gegenspieler nun Giggs oder Y heißt, "das ist mir egal, weil ich weiß, dass ich Fußballspielen kann. Ich konzentriere mich nur auf mein Spiel". In diesem Spiel besticht er durch solide, konzentrierte Abwehrleistung und frische, gefährliche Offensivvorstöße.

Dass er als Rechtsfüßer dabei auf der "falschen" linken Seite steht, sieht er nicht als Nachteil: "So kann ich nach innen ziehen und selbst den Abschluss suchen." Der unaufhaltsame Aufstieg des Philipp L. - nach 16 Einsätzen in der U-18 und U-20 bestritt er vor zehn Tagen gegen Island sein erstes Länderspiel in der U-21-Nationalmannschaft. Und auch diese Berufung, so scheint es, bedeutet nur eine Zwischenstation auf seinem Weg nach oben. "Ich bin sicher, dass ihn Rudi Völler irgendwann holen wird", sagt Magath. Bekommt der FC Bayern nach Ende des Leihvertrags am 30. Juni 2005 also einen fertigen Nationalspieler ? "Viel zu früh", sagt Lahm, sei es, um schon jetzt darüber zu reden. Zum einen entscheide er als Spieler, ob er nach München, wo er noch bis 2007 unter Vertrag steht, kehrt.

"Wenn ein Spieler nicht zu einem Verein will, dann macht der Wechsel keinen Sinn." Und mit der Nationalelf, "damit beschäftige ich mich nun wirklich noch nicht". Sie hat sich ohnehin schon rasend schnell verändert binnen eines Monats, die Welt des Philipp Lahm.

(Quelle: www.kicker.de)

   
  
   
   
  
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