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Magazin für Tradition, Mythos und Kultur
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  unabhängige Vereinspage über die Profimannschaft des VfB Stuttgart 1893 e.V.      11. Jahrgang

 
 
 


 
 
 
 
  
Vereinskarriere

Kevin Kuranyi

D - * 02.03.1982

http://www.kevin-kuranyi.de/

Erfolge als Spieler beim VfB Stuttgart

Bundesliga:

1× Platz 2 2003 mit VfB Stuttgart

Die Karriere

Stationen als Nationalspieler:

JahrNationPosition  SpieleToreVorl.  GelbG/RRot
2003DeutschlandAngriff  710  000
2004DeutschlandAngriff  13102  100
2005DeutschlandAngriff  410  000

Stationen als Vereinsspieler:

LigaSaisonVereinPosition  SpieleToreVorl.  GelbG/RRot
Regionalliga Süd2000/2001VfB Stuttgart AMittelfeld  810  100
Bundesliga2001/2002VfB StuttgartAngriff  510  100
Regionalliga Süd2001/2002VfB Stuttgart AAngriff  2590  201
Bundesliga2002/2003VfB StuttgartAngriff  32159  300
Bundesliga2003/2004VfB StuttgartAngriff  33114  500
Bundesliga2004/2005VfB StuttgartAngriff  29134  700
Summe   9940    

Anmerkung: Gelbe Karten werden erst ab der Saison 2000/2001 angegeben.


Brasilien, Panama, Deutschland...

Kevin Kurànyi hat bereits einiges von der Welt gesehen, dank seiner Eltern. Vater Kout KURÁNYI ist Hotelmanager und siedelte mit seiner Ehefrau Carmen, einer Panamaerin, nach Brasilien über.
Kevin wurde in Rio de Janeiro geboren, verbrachte Kindheit und Jugend auf der Hotelanlage seines Vaters in Petropolis, 40 Autominuten entfernt von Rio.
Und im Mittelpunkt stand von Beginn an natürlich der Fußball.
Kevin, der deutsch, spanisch und portugiesisch spricht, wuchs in guten Verhältnissen auf, seine Spielkameraden kamen jedoch aus allen Bevölkerungsschichten.

„Da hat es nie Probleme gegeben. Ich hatte auch viele Freunde, die aus armen Schichten kamen“, erzählt Kurànyi, der im Alter von sechs Jahren dem örtlichen Fußball-Verein FC Serrano beitrat.

Angefangen hat Kevin als Libero, bis ihn sein Trainer irgendwann einmal in den Sturm beorderte. Dort erzielte er auf Anhieb vier Tore in einem Spiel und blieb auf der Position.
Auch abseits des Sportplatzes beschäftigte sich Kevin immer mit Fußball und verfolgte im Fernsehen intensiv die Porträts über die einstigen und aktuellen brasilianischen Stars. 1996 ging es dann auch wegen der Sprache nach Panama, wo er ein Jahr lebte.
Wegen der Schule siedelte Kevin 1997 nach Deutschland über. Freunde seiner Eltern in Freudenstadt nahmen Kevin auf.


10/2002

Für seine 20 Jahre hat Kevin Kuranyi schon viel gelernt in seinem Berufsleben. „In diesem Geschäft darf man nicht auf die falschen Leute und auf die vielen Schulterklopfer hören“, sagt Kuranyi. Er weiß, wovon er spricht, denn Kuranyi stürmt im Augenblick in seine zweite Bundesligasaison. In der ersten Saison hat Kuranyi bereits die Hochs und Tiefs eines Fußballprofis binnen kürzester Zeit erlebt. Kevin Kuranyi, der drei Staatsbürgerschaften besitzt (seine Mutter kommt aus Panama, sein Vater ist Deutscher und geboren wurde er in Rio de Janeiro), wurde als A-Jugendlicher in den Profikader übernommen. 

Trainer Felix Magath nahm ihn im letzten Jahr mit ins Trainingslager. „Das war sehr hart“, erinnert sich Kuranyi an die schweißtreibenden Einheiten auf Sylt. Aber im ersten Saisonspiel stürmte der 1,89 Meter große Junge für den VfB. Es sollte für längere Zeit sein letztes Bundesliga-spiel gewesen sein. Er fiel in ein Loch. „Ich war kräftemäßig am Ende und auch nicht mehr locker.“ Er verlor seinen Platz als Stürmer, und im Winter 2001 passierte ihm dasselbe noch mal, nachdem er in Kaiserslautern eingewechselt worden war und seinen bis dahin einzigen Treffer für den VfB zum 2:2- Ausgleich erzielt hatte. (Am Abend zuvor hatte er noch in der Regionalliga in Elversberg gespielt und zweimal getroffen). Nun ist er wieder stark im Kommen.

Vor allem die Zeit bei den VfB-Amateuren hat ihm gut getan. Die Amateure stiegen wohl ab, aber Kevin Kuranyi erzielte in der Rückrunde neun Treffer. „Da fand ich zu meiner alten Form “, meint Kuranyi, „und gewann wieder meine Treffsicherheit.“ Quasi als Zugabe wurde er in die U21-Auswahl des DFB berufen. Im UI-Cup-Finale gegen Lille glückte ihm der Siegtreffer, beim Pokalsieg in Paderborn traf er zweimal und jüngst beim 1:1 in Mönchengladbach erwies er sich als Glücksgriff. Er erzielte den 1:1-Ausgleich – und durfte 90 Minute durchspielen, was bei seiner Jugend noch nicht alltäglich ist.

„Kevin hat sich gut entwickelt“, lobte der Trainer Felix Magath, „dass er ein Tor erzielt hat, ist kein Zufall.“ Natürlich, nach insgesamt neun Bundesligaeinsätzen (mit zwei Toren) hat der junge Mann mit den schmalen Koteletten und den schlanken Beinen noch keine großartige Bilanz zu ziehen. „Kevin muss weiter hart an sich arbeiten“, sagen alle, die es gut und ernst mit ihm meinen. Den Hochjublern und Schulterklopfern geht er freilich aus dem Weg, denn weitere große Sprünge und Volltreffer will er schon noch landen. Kein Wunder, bei dieser ungewöhnlichen „transatlantischen“ Abstammung. 


Kevin Kuranyi - Fußballstar mit Widersprüchen
Ein Himmelsstürmer für die Fankurve 11/2003

Stuttgarts Fußballfreunde lieben den VfB. Seit einiger Zeit lieben sie ihn ganz besonders. Und ganz besonders heiß lieben sie den Stürmer Kevin Kuranyi. Der spielt heute in der Arena auf Schalke - mit der Nationalmannschaft gegen Frankreich.

Von Peter Stolterfoht

Manchmal ist es ziemlich schmerzhaft, der beste Freund von Kevin Kuranyi zu sein. Felix Luz, Amateurspieler beim VfB Stuttgart, steht sich nun schon seit mehr als einer halben Stunde auf dem Parkplatz am Trainingsgelände die Beine in den Bauch. Seinem Knöchel, der nach einem Bänderriss stark lädiert ist, tut das nicht besonders gut. Den gemeinsamen Kinobesuch hat Felix Luz mittlerweile abgehakt. Denn wie immer braucht Kevin Kuranyi von allen VfB-Profis am längsten, um sich den Weg durch den Pulk der Autogrammjäger zu bahnen. "Er kann halt nicht Nein sagen", meint Felix Luz.

Die ständigen Wartereien haben Felix Luz dann aber auch die Zeit gegeben, sich über Kevin Kuranyi intensiv Gedanken zu machen. "Die Fans mögen ihn so, weil er nicht den großen Star markiert und die Leute an sich ranlässt", sagt Luz. Und tatsächlich ist es so, dass Kevin Kuranyi bei der Anhängerschaft der zurzeit beliebteste VfB-Profi ist.

Wie kein anderer seiner Kollegen steht Kuranyi für den erfrischenden Stuttgarter Jugendstil. Obwohl es auch andere Nachwuchsspieler gibt, die einen ebenso großen Anteil daran haben, dass der VfB Tabellenführer der Fußball-Bundesliga ist. Alexander Hleb zum Beispiel. Doch den jugendlichen Fans ist der oft finster dreinschauende und wortkarge Weißrusse zu spröde. Andreas Hinkel dagegen erscheint schon wieder zu perfekt. Einer, der so ausschließlich für seinen Beruf lebt, wird zwar hoch geachtet, aber eben nicht verehrt. Kevin Kuranyi wird geliebt, weil er Fußball nicht als harte Arbeit betrachtet, sondern als Spiel. Die Leute wollen große, unbeschwerte Kinder wie Kuranyi sehen, die mit Spaß, Leidenschaft und Leichtigkeit bei der Sache sind.

"Mit Kevin Kuranyi können sich die Fans identifizieren, weil er sich auch in Interviews nicht verstellt", sagt Felix Luz, "er schert sich zum Beispiel überhaupt nicht darum, dass er lispelt." Ehrlichkeit ist eine weitere Charaktereigenschaft von Kuranyi, die Felix Luz hervorheben will. Dieser sympathische Zug hat dann auch schon für Heiterkeit gesorgt. Auf einer VfB-Pressekonferenz anlässlich Kuranyis erster Nominierung für die Nationalmannschaft entwickelte sich zwischen dem Stürmer und seinem Trainer Felix Magath folgender Dialog. Kuranyi: "Ehrlich gesagt wusste ich gar nicht, dass demnächst ein Länderspiel ist." Magath: "Guter Witz, Kevin." Kuranyi: "Nein, Trainer, das ist kein Witz, ich habe das wirklich nicht gewusst."

Da drängt sich der Verdacht auf, Kuranyi könnte zur Naivität neigen. Dem widerspricht dann aber Peter Starzmann, der den 21-Jährigen zunächst bei den A-Junioren und später bei den Amateuren des VfB Stuttgart trainierte: "Kevin hat ein ganz ausgeprägtes Gespür dafür, wer es gut mit ihm meint und wer ihn nur ausnutzen will." Aber auch von den fußballerischen Qualitäten Kuranyis ist Peter Starzmann überzeugt. "Ich habe in der Jugend noch keinen so guten Fußballer trainiert wie ihn", sagt Starzmann und erzählt dann noch, dass er vor drei Jahren an den damaligen Manager Rolf Rüssmann mit dem Tipp herantrat: "Dem musst du unbedingt einen Zehnjahresvertrag geben."

Aus diesem Plan wurde nichts, und der VfB muss befürchten, dass Kevin Kuranyi den Verein nach seinem Vertragsende im Juni 2005 ablösefrei verlässt. Der FC Schalke 04 tut schon jetzt alles dafür, den Jungstar nach Gelsenkirchen zu locken. "Angebote sind eine Auszeichnung für mich", sagt Kuranyi, der heute mit der Nationalmannschaft ausgerechnet in der Arena auf Schalke gegen Frankreich spielt. Ein Wechsel Kuranyis würde die VfB-Fans ähnlich hart treffen wie einst Jürgen Klinsmanns Abschied aus Stuttgart. Seit Klinsmann hat auch niemand mehr im Daimlerstadion nach einem Tor so ungehemmt und offen seine Freude zur Schau gestellt wie Kevin Kuranyi. Emotionen wollen die Zuschauer sehen. Auch wenn die Posen beim Torjubel nicht immer jedermanns Geschmack sind. Zuletzt etwa kniete Kuranyi auf den Rasen und formte seine Arme so, als würde er eine Panzerfaust bedienen. Dies passt so gar nicht zu einem, der sich vor dem Irakkrieg seinen Bart in Form eines Peace-Zeichens gestutzt hatte.

An Widersprüchen aber stört sich die "Generation Bravo" wenig, für die jugendlichen Fans wird Kuranyi dadurch nur interessanter. Aber auch die älteren Semester sehen wohlwollend über Ungereimtheiten hinweg. "Mit 21 kann man noch keinen ausgereiften Charakter haben", sagt Starzmann. Und Kuranyi wundert sich selbst über so manches, was bei ihm nicht so recht zusammenpasst: "Komisch, einerseits bin ich schüchtern und möchte meine Ruhe, auf der anderen Seite genieße ich aber auch den Rummel."

Manchmal weiß Kevin Kuranyi noch nicht genau, was er will. So hatte er sich nach der vergangenen Saison auf einen ruhigen Urlaub mit seiner Freundin Vicky gefreut, aber nach nicht einmal einer Woche setzte er einen Notruf an seinen Freund Felix Luz ab: "Komm sofort hierher, uns ist es langweilig."

Bei Kevin Kuranyi geht es bisweilen ziemlich durcheinander. Kein Wunder bei der Lebensgeschichte. Wer seinen Stammbaum erforscht, kommt weit rum. Der in Frankreich geborene Vater übersiedelte einst von Stuttgart nach Brasilien, wo er eine Panamaerin heiratete. In Rio de Janeiro wurde Kevin Kuranyi geboren - mit drei in die Wiege gelegten Staatsbürgerschaften: Deutschland, Panama und Brasilien. Mit 15 Jahren wurde er dann vom Vater zu einer Tante in den Schwarzwald geschickt, um Deutsch zu lernen. Fußball spielen konnte er schon, weshalb ihn der VfB Stuttgart nach einem Probetraining sofort in seine B-Jugend aufnahm. Mittlerweile lebt Kuranyi mit seiner Mutter in Möhringen, wo der Bruder in der untersten Fußballklasse kickt - wenn er nicht auf der Bank sitzt. Das will irgendwie auch nicht so recht zusammenpassen.

Und dann gibt es da auch noch diese ausgeprägte Ordnungsliebe. Das zeigt sich auf den ersten Blick. Sportlich-schick ist die Kleidung des Kevin Kuranyi, immer mit Bedacht ausgewählt und genau aufeinander abgestimmt. Und am Bärtchen darf kein Haar krumm in der Gegend stehen. "Er ist extrem eitel", sagt Felix Luz über seinen Freund. Der ist bei der Familie Luz in Altbach ein gern gesehener Gast. "Ich habe meinen Augen nicht getraut, als Kevin zum ersten Mal bei uns zu Besuch war", erinnert sich Vater Luz, "das Frühstücksgeschirr hat er abgeräumt und auch das Bett gemacht - ein Phänomen."


11.06.2005, 23:00 Uhr
Kuranyi beendet Rätselraten

Stuttgart - Fußball-Nationalspieler Kevin Kuranyi hat alle Spekulationen beendet und seinen spektakulären Wechsel vom VfB Stuttgart zum Bundesliga-Konkurrenten Schalke 04 selbst verkündet. "Ich habe einen Fünf-Jahres-Vertrag bei Schalke unterschrieben und freue mich wahnsinnig auf den Klub. Fünf Jahre sind Zeit genug, um alle Ziele zu erreichen: Ich will mit Schalke viele Titel gewinnen", sagte der 23-Jährige in einem Interview der Bild am Sonntag. Die Ablösesumme soll bei sieben Millionen Euro liegen.

Kuranyi gab zu, froh zu sein, dass die Ungewissheit nun vorbei sei. Jetzt könne er sich auf den Konföderationen Cup konzentrieren. "Mein Kopf ist endlich wieder frei", meinte der Stürmer, dem nach eigenen Angaben der Abschied aus Stuttgart schwer falle: "Weil ich seit 1998 beim VfB bin und dort tolle Jahre erlebt habe. Aber jetzt ist die Zeit gekommen, um mich abzunabeln und einen neuen Weg zu finden."

Etwas verärgert äußerte sich Kuranyi über sein Ex-Arbeitgeber, der ihm den Wechsel offenbar nicht schwer gemacht habe. "In den letzten Wochen kam nicht ein Anruf vom Präsidium. Keiner hat mir gezeigt, dass man mich halten will. Das hat mich sehr enttäuscht."

Und auch über die eigenen Fans verliert der Stürmer nicht nur nette Worte: "Bremen wurde nach dem Double-Gewinn nur Dritter, und trotzdem haben die Fans gejubelt. Aber in Stuttgart wirst du sogar als Dritter ausgepfiffen. Das ist mir unerklärlich. Das werde auf Schalke anders: "Meine Kumpels Marcelo Bordon und Gerald Asamoah haben mir schon vorgeschwärmt von den Fans. Bei Schalke sind alle wie eine Familie. Ich bin stolz, dass ich jetzt dazu gehöre."

In Stuttgart dürfe ihm niemand böse sein, sagt Kuranyi. Denn der Verein bekomme mehr Geld für den Transfer als er ihm in all den Jahren an Gehalt gezahlt habe. "Die machen den größten Transfer der Vereinsgeschichte. Ich hätte 2004 sogar ablösefrei gehen können. Aber ich wollte in Stuttgart bleiben, deshalb habe ich vor rund eineinhalb Jahren auch meinen Vertrag verlängert", erzählt der Stürmer.

Selbst das hatte die Schalker nicht abgehalten, weiter Kontakt zu Kuranyi zu halten. "Regelmäßig haben sich Rudi Assauer und Andi Müller bei mir gemeldet", sagt Kuranyi. "Das hat mir immer gezeigt: Die wollen mich wirklich und kämpfen und mich. Ich fand das sehr beeindruckend."

Die große Schalke-Frage ist: Stürmt Kuranyi in der kommenden Saison wirklich an der Seite von Ailton? Für Kuranyi kein Problem. "Toni und ich im Sturm, das passt. Wir sprechen beide portugiesisch, und in Lincoln haben wir einen Spielmacher, der beide glänzend bedienen kann. Ich würde mich freuen, wenn Toni bleibt."

   
  
   
   
  
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