| | Erfolge als Spieler beim VfB Stuttgart |
| | | | WM: | 1× Platz 3 2006 mit Deutschland | | Confederations Cup: | 1× Platz 3 2005 mit Deutschland | | DFB-Pokal: | 1× Platz 2 2007 mit VfB Stuttgart | | Ligapokal: | 1× Platz 2 2005 mit VfB Stuttgart | | Deutscher Meister: | 1× Deutscher Meister 2007 mit VfB Stuttgart | | | 1× Platz 2 2003 mit VfB Stuttgart |
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| | Länderspiele während der Zeit beim VfB Stuttgart |
| | | | Jahr | Nation | Position | Spiele | Tore | Gelb | G/R | Rot | | 2004 | Deutschland | Torwart | 2 | 0 | 0 | 0 | 0 | | 2005 | Deutschland | Torwart | 1 | 0 | 0 | 0 | 0 | | 2006 | Deutschland | Torwart | 2 | 0 | 0 | 0 | 0 | | 2007 | Deutschland | Torwart | 1 | 0 | 0 | 0 | 0 | | | Summe: | 6 | 0 | 0 | 0 | 0 |
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| | Vereinskarriere beim VfB Stuttgart: |
| | | | Liga | Saison | Verein | Position | Spiele | Tore | Gelb | G/R | Rot | | Bundesliga | 1999/2000 | VfB Stuttgart | Torwart | 6 | 0 | 0 | 0 | 0 | | Bundesliga | 2000/2001 | VfB Stuttgart | Torwart | 32 | 0 | 4 | 0 | 0 | | Bundesliga | 2001/2002 | VfB Stuttgart | Torwart | 31 | 0 | 0 | 0 | 0 | | Bundesliga | 2002/2003 | VfB Stuttgart | Torwart | 20 | 0 | 0 | 0 | 0 | | Bundesliga | 2003/2004 | VfB Stuttgart | Torwart | 34 | 0 | 2 | 0 | 0 | | Bundesliga | 2004/2005 | VfB Stuttgart | Torwart | 34 | 0 | 0 | 0 | 0 | | Bundesliga | 2005/2006 | VfB Stuttgart | Torwart | 31 | 0 | 3 | 0 | 0 | | Bundesliga | 2006/2007 | VfB Stuttgart | Torwart | 33 | 0 | 0 | 0 | 0 | | | | Summe Bundesliga: | 221 | 0 | 9 | 0 | 0 |
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Geschichte / SonstigesDer Anfang Mit 15 Jahren stehe ich vor der Entscheidung: Bleibe ich noch bei meinem Heimatverein FV Hofheim oder ist die Zeit jetzt reif für einen Wechsel? Ich habe in allen Auswahlteams gespielt, bin jedes Mal weiter hochgekommen, jetzt also DFB-Spieler. Bundesligaklubs fragen an, ich könnte nach Köln,Darmstadt oder Mannheim. Viele, endlos lange Gespräche daheim in der Familie. Mannheim ist nicht weit weg von daheim, von Hofheim. Doch irgendetwas gefällt mir nicht bei dem Gedanken dort zu spielen. Ich zögere, mache noch ein Probetraining beim VfB Stuttgart. Die Atmosphäre dort ist sehr gut. So familiär, so harmonisch, ruhig und sie kümmern sich umeinen. Außerdem ist die Zugverbindung von Stuttgart nach Hause sehr gut, ich könnte jederzeit daheim vorbeischauen – das ist der Ausschlag: Die Familie sagt „okay“ – wir sagen dem VfB Stuttgart zu. Beim letzten Spiel für Hofheim spiele ich nicht im Tor, sondern im Mittelfeld, knicke um und komme einen Tag später zum ersten VfB-Training verletzt mit Schmerzen an. Sage aber erstmal nichts, will es vertuschen. Was natürlich überhaupt nicht funktioniert. Mein neuer Trainer Wolfgang Geiger macht mich ordentlich zur Sau – und ich denke: Na klasse Junge, das fängt ja gut an. Bin jetzt 16 und wohne im VfB-Internat in Bad Cannstatt. Nauheimer Strasse, direkt am Kurpark .Münztelefon auf demFlur, wenn es besetzt ist, gehe ich raus auf die Straße in eine öffentliche Telefonzelle um daheim anzurufen. Ich friere häufig, weil natürlich keine Jacke an, habe Heimweh, alles so neu hier. Ich komme vom Dorf, Stuttgart ist die große Stadt mit Straßenbahn, S-Bahn, viel Verkehr. Ich brauche einen Stadtplan um mich zu orientieren. Aber der Fußball ist eine riesige Herausforderung. Wir haben vier Torhüter, alle wollen sie die Nummer eins sein, hängen sich im Training voll rein. Ich weiß :Wenn du jetzt nicht gnadenlos alles gibst, ziehen die anderen an dir vorbei und du kannst wieder deine Sachen packen und nach Hofheim. Ich will diesen Konkurrenzkampf nicht verlieren. Heute weiß ich: Diese Zeit im Jugendhaus des VfB, das war die Geburtsstunde meiner Motivation. Für mich wurde klar: Wenn es mit dem Fußball klappen soll, dann musst du auf vieles verzichten, was für andere in deinem Alter Normalität ist. Ich verabschiede mich vom Ziel das Abitur zu machen. Weil ich die Schule und meinen Anspruch ans Training nicht mehr auf die Reihe bekomme, es wurde alles zuviel – und so ist nach der Mittleren Reife Schluss mit Schule. Dank Peter Böhm, damals im Aufsichtsrat des VfB, kann ich bei Feinkost Böhmin Stuttgart eine kaufmännische Ausbildung beginnen und somit Beruf und Sport besser miteinander in Einklang bringen. Ich werde Stammtorwart in der A-Jugend. Doch so richtig krachen will es nicht. Das Halbfinale um die Deutsche Meisterschaft wird eine Klatsche, wir verlieren 0:7 gegen Borussia Dortmund, ich bekomme sogar einen Beinschuss, verletze mich am Ellbogen – alles Scheiße irgendwie. Auch die Stimmung. Jetzt geht’s los Der Timo Hildebrand ist schon damals ein wenig kantig. Hinterfragt ständig, will wissen warum so und nicht anders. Amateurtrainer Peter Starzmann ist irgendwann genervt von dem blonden, aufsässigen Typ, lässt ihn nicht spielen – und als der ihm dann mal Widerrede gibt, nicht kuscht, da wird es laut. Ich erinnere mich an diesen Satz:„Wenn du so weitermachst, dann spielst du sehr bald in der Kreisliga!! Rumms und die Tür fliegt zu. Ein Jahr später, ich bin 18 – und ich spiele nicht Kreisliga, sondern zum ersten Mal bei den VfB-Amateuren in der Regionalliga. Das Ding gegen Schweinfurt geht 0:1 verloren, aber ich mache ein sehr gutes Spiel. Und wechsle mich im Kasten von nun anmit Ebbo Trautner ab, der später mein Torwarttrainer sein wird. Die Welt der Profis ist für mich noch ganz weit weg, ich schiele hin und wieder rüber, wenn sie trainieren. Und einmal passiert es, dass ich am Cheftrainer Winnie Schäfer vorbeilaufe. Denke: Der interessiert sich ja eh nicht für dich – und laufe eben so an ihm vorbei, ohne zu grüßen. Schon am nächsten Tag bekomme ich mit fetten Schlagzeilen die Quittung. In der „Bild“ steht: Hildebrand der Schnösel. Ich bin kein Schnösel, sondern ich bin unsicher, nicht selbstbewusst genug, körperlich ein Streichholz ohne Schwefel – es will nicht zünden. Oder fehlt es an Reibung? An dem nötigen Selbstwertgefühl? Von der Drei zur Zwei – dann die Nummer eins Trainerwechsel bei den Profis. Ralf Rangnick kommt zum VfB Stuttgart und ich werde hinter Franz Wohlfahrt und dem Neuzugang Achim Hollerieth die Nummer drei beim VfB. Im Spiel gegen Duisburg bekommt Hollerieth seine Chance, hält aber nicht gut. Und ich sage mir: Timo, jetzt musst du im Training Vollgas geben, zeig dich! Da lauert deine Chance! Wenig später macht Ralf Rangnick mich zum zweiten Torwart. Ich bin im Profiteam, sitze bei den Bundesligaspielen auf der Bank, bin volle Pulle motiviert. Und dann, 26.November 1999, nach dem Frühstück im Hotel, die Nachricht: Franz Wohlfahrt, die Nummer eins, ist krank, kann gegen den SC Freiburg nicht spielen. Ich mache mein erstes Bundesligaspiel. Wir gewinnen in Freiburg 2:0, vor Freude hüpfe ich auf Thomas Berthold drauf, ziemlich ungeschickt, breche ihm dabei fast ein paar Rippen. Er flucht – aber ich bin der glücklichste Mensch der Welt. Es geht zwar auf die Bank, aber klar ist auch, dass Franz Wohlfahrt nach dieser Saison beim VfB aufhören wird. Ich bekomme weitere Einsätze, spiele von nun an auf Bewährung. Die Frage lautet: Holt der VfB eine neue Nummer eins? Antwort: vorerst nein. Der Trainer vertraut mir, Ebbo Trautner wird die Nummer zwei, dahinter lauern zwei weitere Konkurrenten, darunter der spätere Karlsruher Kollege Markus Miller. Vier Keeper – alle geben Vollgas .Mir ist schon klar: Jetzt darfst du dir keine Schwächen mehr erlauben. Wechselbad der Gefühle Meine erste Saison als Nummer 1. Wir spielen im UI-Cup, unser Trainer Ralf Rangnick hat enorm viele Brandherde zu löschen. Unruhe im Verein, unzufriedene Spieler, Umbruch überall. Es läuft nicht rund, es geht turbulent zu, und ich bin nicht souverän, sondern mache einige Fehler. Kassiere Freistoßtore, etliche Dinger gehen rein, die ich normalerweise halten würde. Wir scheiden im Uefacup gegen Celta Vigo aus, Trainer Ralf Rangnick muss gehen, verabschiedet sich von uns – und ein neuer Trainer kommt: Felix Magath. Er holt mich zu sich aufs Zimmer, will wissen, ob denn nicht alles zuviel geworden ist für mich, ob ich eine Pause brauche. Ich sage: Alles okay, kein Problem. Wir spielen 0:0 gegen Bochum, starten eine Erfolgsserie, holen uns aus dem Abstiegssog – weil Krassimir Balakov im vorletzten Saisonspiel gegen Schalke in der letzten Minute das 1:0 macht. Aufatmen überall, ein Durchschnaufen. Die Saison ist gelaufen, und wir Spieler werden bald so viel laufen, wie nie zuvor in unserem Leben. Dieser Felix Magath macht uns ordentlich Beine, ein knallharter Trainer. Aber auch einer, der uns voranbringt. Zuvor Abstiegskandidat, jetzt Tabellenachter. Jeder Spieler ist topfit, hat viel Respekt vor dem „Alten“. Der VfB hat zwar kein Geld mehr für neue Top-Stars, aber er erlebt die Geburt der „Jungen Wilden“, angeführt vom„Alten“. Alles gelingt ,wir Spieler werden populär, sind plötzlich angesagt, werden Vizemeister. Und jetzt beginnt meine Rekordserie der Zu-Null-Spiele. Der Aufstieg Wir kassieren kein Gegentormehr. Wir verlieren nicht, wir spielen richtig guten Fußball – unsere Abwehr: total souverän. Ich komme ins Blickfeld der Nationalmannschaft, trainiere, dank Magath, so viel wie nie zuvor in meinem Leben. Das Streichholz von damals hat jetzt Schwefel, hat nicht nur mehr Muskelmasse, sondern auch Selbstbewusstsein und Erfahrung bekommen. Am 28. April 2004 mache ich mein erstes Länderspiel gegen Rumänien. Ein Traum wird Realität. Und wie beim Bundesligadebüt mit dem VfB wird wieder einer plötzlich krank: Jens Lehmann. Er fliegt heim, ich werde mit einem Lear-Jet nach Bukarest eingeflogen, darf dann nach der Pause für Oliver Kahn ran. Da ist das Spiel längst entschieden, wir verlieren 1:5. Gute Laune hat da niemand. Und die Bundesliga kennt auch kein Erbarmen. Wir verzocken mit dem VfB in den letzten Spielen eine bisher eigentlich brillant gelaufene Saison. Felix Magath geht zu den Bayern, Matthias Sammer kommt als neuer Chefcoach. Mein Zögern Matthias Sammer ist ein guter Trainer, ich mag ihn, und es geht prima los mit dem VfB in dieser Saison. Fü mich persönlich stellt sich nach all den vielen Jahren jetzt die Frage: Brauchst du eine neue Herausforderung? Kannst du dich im Alltag der Bundesliga jeden Tag aufs Neue so volle Pulle motivieren, dass deine Leistung nicht stagniert, sondern noch besser wird? Mein Vertrag mit dem VfB läuft zum Saisonende aus, ich habe die große Chance jetzt ins Ausland zu wechseln, zu einem europäischen Top-Klub. Ist es eine einmalige Chance? Kommt sie jetzt, und danach nie wieder? Alle machen Druck: Verein, Fans, Medien, das Umfeld. Alle fordern eine Entscheidung von mir. Ich zögere. Und ich zögere nicht, weil ich pokern will, ums Geld feilschen. Sondern ich zögere, weil ich mir nicht endgültig sicher bin, welches die richtige Entscheidung für mich persönlich ist. Während draußen die Beteiligten in Gut und Böse aufgeteilt werden, die Medien Stellung beziehen und der Timo Hildebrand öffentlich eine Imagedelle verpasst bekommt, tobt in mir selber ein Kampf der Gefühle. Ich lasse niemand an mich heran, mache es mit mir selber aus – und entscheide dann aus dem Bauch heraus: So gehst du hier nicht weg. Bei meiner Vertragsverlängerung sage ich allen, was Sache ist: Dass Stuttgart meine Heimat geworden ist, dass ich in den nächsten zwei Jahren mit dem VfB jetzt endlich auch mal einen Titel holen will. Nur wenig später ist Matthias Sammer nicht mehr VfB-Trainer, sondern Giovanni Trappatoni, der Mann mit den meisten Meister-Titeln im europäischen Fußball. Die Mannschaft bekommt hochkarätige Neuzugänge, große Erwartungen, tolle Voraussetzungen für eine erfolgreiche Zeit. Doch es will nicht funktionieren. Die Ergebnisse sind zwar okay, doch die Art unseres Fußballspiels haut niemand vom Hocker. Auch ich komme nicht richtig klar mit der neuen Philosophie, der niedrigen Trainingsintensität, all dem Gehabe. Es kracht, es knirscht, es rumpelt – und obwohl sich alle nach Kräften bemühen, will der Knoten einfach nicht platzen. Wir sinken ins Mittelmaß, das Trainerteam muss gehen, wieder ein Wechsel, wieder ein Umbruch im Team. Horst Heldt wird unser neuer Manager, holt Armin Veh als neuen Trainer – und nach einem holprigen Saisonbeginn 2006 findet der VfB Stuttgart in die Erfolgsspur. Zwar steckt uns Nationalspielern noch die anstrengende WM im eigenen Land in den Knochen, doch wir alle profitieren auch von der überall spürenden Fußball-Begeisterung. Der Abschied Zum Jahresende 2006 entscheide ich mich, dass nach dieser Saison im Sommer 2007 die Zeit reif ist für einen Wechsel. Ich habe dann fast acht Jahre lang für den VfB Stuttgart in der Bundesliga gespielt, würde gern neue Lebens- und Berufserfahrungen im Ausland sammeln. Ich nehme das Angebot einer Vertragsverlängerung nicht an, enttäusche damit natürlich viele Leute. Mir ist klar, dass meine letzte Saison ähnlich sein wird ,wie die allererste: Ich spiele auf Bewährung, werde kritisch beäugt, darf mir keine Schwächephasen leisten. Es ist ein zusätzlicher Motivationsschub. Die Mannschaft spielt grandios, wir siegen uns nach oben – und dann, im Saisonendspurt 2007, steht der VfB Stuttgart nicht nur im Pokalfinale, sondern auch im Kampf um die Deutsche Meisterschaft. Ich erlebe meine letzten Wochen beim VfB so intensiv wie nie zuvor in all den vielen Jahren. Und ich bin sehr dankbar dafür, dass der Zeitpunkt meines Abschieds in solch einer tollen Atmosphäre stattfinden darf. 
Das Fazit Ich bin als Jugendlicher nach Stuttgart gekommen, mit dem einzigen Ziel Fußballprofi zu werden. Beim VfB hatte ich herausragende Ausbilder, sowohl im fachlichen wie im menschlichen Bereich. Es fällt mir schwer, im Rückblick einzelne Personen herauszuheben. Denn jeder war, auf seine Art, wichtig für meine Entwicklung, meine Erfahrungen. Die Zeit verging so rasant, es ist so viel passiert – wie im Zeitraffer ist aus dem mageren Jugendlichen von damals nicht nur ein Erwachsener geworden, sondern auch ein neuer Mensch. Dafür danke ich von ganzem Herzen nicht nur dem Fußball, sondern auch all den vielen Menschen, die mich auf diesem Weg begleitet und unterstützt haben. Timo Hildebrand Stuttgart, im Mai 2007 |
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