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Magazin für Tradition, Mythos und Kultur
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  unabhängige Vereinspage über die Profimannschaft des VfB Stuttgart 1893 e.V.       11. Jahrgang

 
 
 


 
    
  Erfolge als Spieler beim VfB Stuttgart
 
Weltmeisterschaft 2x 2. Platz  1982 und 1986 mit Deutschland
Europameisterschaft 1x Sieger  1980 mit Deutschland
DFB-Pokal:  1x 2. Platz  1985/1986 mit VfB Stuttgart
Bundesliga 1x Meister  1983/1984 mit VfB Stuttgart
Bundesliga 1x Vizemeister  1978/1979 mit VfB Stuttgart
     
  Länderspiele während der Zeit beim VfB Stuttgart
 
 Jahr   Land   Position   Spiele   Tore   Karten 
 1978   Deutschland      2   0   — 
 1979   Deutschland      8   1   — 
 1980   Deutschland      11   1   — 
 1981   Deutschland      9   0   — 
 1982   Deutschland      14   0   — 
 1983   Deutschland      9   0   — 
 1984   Deutschland      10   1   — 
 1985   Deutschland      8   0   — 
 1986   Deutschland      10   0   — 
 Summe         81   3   — 
     
  Vereinskarriere beim VfB Stuttgart:
 
 Liga   Saison   Position   Spiele   Tore   Karten 
2. Bundesliga  1975/1976   0 0  
2. Bundesliga  1975/1976   34 5  
 Bundesliga   1977/1978   Abwehr   34   1   — 
 Bundesliga   1978/1979   Abwehr   34   2   — 
 Bundesliga   1979/1980   Abwehr   31   2   — 
 Bundesliga   1980/1981   Abwehr   30   2   — 
 Bundesliga   1981/1982   Abwehr   26   3 
1
 Bundesliga   1982/1983   Abwehr   32   2   — 
 Bundesliga   1983/1984   Abwehr   29   2   — 
 Bundesliga   1984/1985   Abwehr   29   2   — 
 Bundesliga   1985/1986   Abwehr   27   1   — 
 Summe         272   17 
1
     



Geschichte / Sonstiges

Karlheinz Helmut Förster (* 25. Juli 1958 in Mosbach) ist ein ehemaliger deutscher Fußballspieler.

Er spielte als Manndecker oder Vorstopper in 272 Spielen (17 Tore) von 1977 bis 1986 für den VfB Stuttgart in der Fußball-Bundesliga und wurde 1984 Deutscher Meister.

1986 wechselte er zu Olympique Marseille. 1990 beendete er seine Karriere, nachdem er 1989 und 1990 französischer Meister geworden war.

Seinen damaligen Spitznamen Treter mit dem Engelsgesicht trug Förster zu Unrecht, seine Spielweise war hart aber fair. Ein Beweis hierfür mag sein, dass er als Verteidiger in 272 Bundesligaspielen nur eine einzige rote Karte sah.

Zwischen 1978 und 1986 trug er 81 mal das Trikot der Deutschen Fußballnationalmannschaft und erzielte zwei Treffer. Viermal war Förster Mannschaftsführer, im Jahr 1982 wurde er als einer der wenigen Defensivspieler Deutschlands Fußballer des Jahres. Er wurde 1980 Fußballeuropameister und 1982 und 1986 Vizeweltmeister. Während dieser Zeit galt er - zumindest in Deutschland - als weltbester Vorstopper.

Karlheinz und sein älterer Bruder Bernd Förster waren eines der wenigen Brüderpaare, die in der Bundesliga und in der Nationalelf spielten. Die insbesondere in den 1980er Jahren gängige Praxis, Verletzungen zu ignorieren bzw. nur mit Schmerzmitteln zu behandeln, bezahlte Förster in späteren Jahren mit starken chronischen Schmerzen. Dies führte so weit, dass er sich vor wenigen Jahren ein Fußgelenk versteifen ließ.

Nach seiner aktiven Laufbahn war er auch als Manager tätig, u.a. für seinen Heimatverein VfB Stuttgart. Zur Zeit (2005) arbeitet er als Spielerberater und als sportlicher Berater bei der TSG Hoffenheim. Er betreut unter anderem Kevin Kurányi.


DIE ZWEI AUS SCHWARZACH

VON HORST WALTER (06/92)

Als die Brüder Bernd und Karlheinz Förster die ersten Werbeprospekte zu ihrem eigenen Buch sahen, stoppten sie die Auslieferung. "Das ist uns viel zu großkotzig", sagten die beiden und verlangten die Änderung des Buchtitels. Und so wurden in letzter Sekunde die Plakate zu dem Förster Buch "An uns kommt keiner vorbei" eingestampft - und auf dem Markt erschien wenig später ein Förster Buch mit geändertem Cover. Neuer Titel "Die Zwei aus Schwarzach".

"Die Zwei aus Schwarzach" passte besser zum Image der Zwei aus Schwarzach. Denn obwohl sie auf dem Spielfeld zur Sache gingen, dass die Fetzen flogen, beurteilte man sie im Privatleben erstaunlicherweise ganz anders: Brav, nett, bodenständig, familienbezogen, heimatverbunden. Selbst die seriöse Frankfurter Allgemeine Zeitung versuchte das neue Modewort "Heimat" am Beispiel der beiden Fußballer zu erklären - und zählte im Jahre 1986 Pferde (125), Rinder: (1330) und Schafe (278) der Förster-Gemeinde Schwarzach. Und sie fand unter 2801 Einwohnern keinen, der den Förster-Brüdern etwas Schlechtes nachsagen konnte.

Denn trotz des Aufstiegs der Söhne eines Maurermeisters zu Millionären in der Fußball-Branche, sind die beiden auf dem Teppich geblieben. Und weil man andere Weltmeister, Vize-Weltmeister, Europameister und Deutsche Meister kennt, weiß man, dass dies nicht einfach ist - und wahrscheinlich zeichnet dies die Förster-Brüder in der Öffentlichkeit noch mehr aus als der unbändige Einsatz im Training und auf dem Spielfeld. "Ich habe trainingsfaule Spieler nie verstehen können. Wir wurden doch alle gut bezahlt und dafür musste man doch auch gute Arbeit leisten", sagt Karlheinz Förster.

Die Einstellung ist typisch für einen Musterprofi aus dem Hause Förster. Und zwei wie sie ärgert es noch heute, dass sie mit dem VfB Stuttgart nicht mehr erreicht haben - damals nach dem Gewinn der Deutschen Meisterschaft 1984. "Wir hatten eine Super-Mannschaft, nur leider kein professionelles Umfeld", sagt Bernd Förster - und sein Bruder sieht mit einem lachenden und einem weinenden Auge die Möglichkeiten, die sich nach dem Titelgewinn 1992 eröffneten. "Mit Trainern wie Daum oder Haan und einem Manager wie Hoeneß hätten wir uns damals in der europäischen Spitze etablieren können", sagt Karlheinz Förster, der der damaligen Führungsriege vorwirft, die Zeichen der Zeit verschlafen zu haben. "Wir haben Fußballer wie Klaus Fischer oder Tscha-Bum oder Uli Stielike vom VfB überzeugt - und dann wurden sie vom VfB abgelehnt, weil sie angeblich zu alt waren."

"Die Zwei aus Schwarzach" wollten immer das Optimale - und so können sie auch die Frage nicht verstehen, ob ihnen denn tatsächlich eine Deutsche Meisterschaft mehr irgendetwas eingebracht hätte. "Man will doch immer gewinnen, wenn man Fußball spielt", sagt Bernd Förster verständnislos. Wir haben jetzt mehr gedacht, ob ihnen so ein Meistertitel damals für ihr berufliches Leben danach mehr gebracht hätte? "Ach so - nein, das natürlich nicht", sagt er. Das berufliche Leben der Förster - Brüder heute. Karlheinz ist Repräsentant bei Adidas, Bernd selbständiger Kaufmann als Besitzer einer Auto-Waschanlage in Deizisau und als Investor bei einer großen Tankstelle.

Beide sind erfolgreich - auch in diesem Lebensabschnitt. "Wer gradlinig im Fußball war, ist auch gradlinig im Beruf", sagt Bernd Förster, und Karlheinz Förster sagt, dass die Fußballer-Karriere natürlich auch Grundstock für den beruflichen Aufstieg war. "Wir haben die richtigen Leute kennen gelernt - und wir haben einen Namen, mit dem wir heute noch überall anklopfen können", sagt er.

Das Spiel Fußball hat sich für die beiden gelohnt. Trotz des bitteren Abschieds. Bernd trat 1985 im Alter von 29jahren als Sport-Invalide ab, Karlheinz erlitt das gleiche Schicksal 1989 mit 31. "Meine Knochen sind viel älter, als ich es bin", sagt Karlheinz Förster - und das sei der Preis. Trotzdem kicken sie heute noch in den Prominentenspielen mit und ärgern sich, wenn die Gegner sagen: "Oh je, die Förster-Brüder. Da wird's wieder zur Sache gehen."
Auch das ist ein Image, das den Förster-Brüdern bleiben wird. Genauso wie das andere: Bescheidenheit. Und so wurde Bernd Förster 1994 Jahr noch rot vor Verlegenheit, als ihm die Leute zur Meisterschaft des VfB gratulierten. "Ich habe doch mit dem Verein gar nichts mehr zu tun", sagt er - und vergisst dabei eines: Die Förster-Brüder sind für die Fans immer noch ein Stück VfB.
Und sie werden es bleiben auch noch nach der nächsten Meisterschaft.


Was macht eigentlich Karl-Heinz Förster (16.03.1996)

Was bei anderen als Redensart so dahin gesagt wird, bei Karlheinz Förster trifft es wirklich zu: In elf Jahren, von 1975 bis 1986, hat er beim VfB seine Knochen hingehalten. Als er mit 31 seine Karriere beendete, da musste er feststellen: „Meine Knochen sind viel älter, als ich
es bin.".
In der nunmehr 103jährigen Geschichte des VfB Stuttgart gab es wenige Sportler, die ihr Ziel so intensiv verfolgten wie Karlheinz Förster. Einer, der auf dem Spielfeld zur Sache ging, der sich nichts schenkte und seinen Gegenspielern erst recht nicht. Vor und nach dem Spiel, da trug er Höflichkeit und Bescheidenheit zur Schau. Manchen galt er als Beispiel für Bodenhaftung und Heimatverbundenheit. Er war ein Vorzeigeprofi, und die alten Trainings-Zaungäste beim VfB schwärmen noch heute „vom Karlheinz", wie der nach dem Training noch sein eigenes intensives Zusatztraining machte.
„Ich habe trainingsfaule Spieler nie verstehen können", sagte Förster kurz, nachdem er aufgehört
hatte, „wir wurden doch alle gut bezahlt und dafür musste man doch gute Arbeit leisten." So war er, der Junge aus dem Odenwald, der mit 17 vom SV Waldhof zum VfB kam. Dank seiner Einstellung und dank seiner Berufsauffassung hat er es in den Jahren zu etwas gebracht: 272 Bundesligaspiele und 17 Tore für den VfB. Und 81 Länderspiele - damit wird er für lange, lange Zeit der Rekordnationalspieler des Vereins bleiben.

Er wurde Europameister 1980, er stand zweimal im WM-Finale (1982 und 1986), er war Fußballer des Jahres 1982 und er wurde Deutscher Meister mit dem VfB 1984. Dennoch: Am schönsten war der Bundesliga-Aufstieg, die turbulente Zeit damals mit Jürgen Sundermann. Das war Freude und Spaß und Begeisterung, so eben, wie Karlheinz Förster den Fußball immer geliebt und praktiziert hat. Die Folge: Am Ende seiner ersten Bundesligasaison (1978) holte ihn der damalige Bundestrainer Helmut Schön in die Nationalelf.

Doch es war nicht immer alles rosarot zwischen Förster und dem VfB. Ihn und seinen Bruder Bernd ärgerte es lange, dass der Titelgewinn 1984 nicht zu einem Höhenflug genutzt wurde. „Wir hatten eine Supermannschaft damals", sagte Bernd Förster einmal, „nur leider kein professionelles Umfeld." Karlheinz Förster wagte ein paar Jahre später die Behauptung: „Mit Trainern wie Daum oder Haan hätten wir uns damals in der europäischen Spitze etablieren können."

Eine Hypothese, die nicht belegt werden kann. Förster wechselte 1986 zu Olympique Marseille und bewies, dass er auch außerhalb von Schwarzach, seinem Heimatort im Odenwald, und außerhalb von Stuttgart zu großen Leistungen fähig war. Einer, der wie er immer das Optimale wollte, musste sich ärgern, dass sein Einstieg ins Manager-Geschäft wenig erfolgreich war.

Nachdem er ein paar Jahre für eine Sportartikelfirma tätig war, entschloss er sich, bei SV Waldhof Mannheim eine führende Aufgabe zu übernehmen. Doch es ging so ziemlich alles schief. Er musste den erfolglosen Trainer Uli Stielike entlassen, worauf ihm Duzfreund Uli die Freundschaft aufkündigte. Er hatte kein Glück bei der Wahl des Nachfolgers Neues, er geriet zwischen die Fronten der untereinander zerstrittenen Vorstandsherren, die alte Seilschaften pflegten und am Ende nichts anderes mehr wussten, als Klaus Schlappner zuholen. Da warf Karlheinz Förster das Handtuch. Mittlerweile hat er schon einen neuen Job: Jetzt arbeitet er als Repräsentant für ein Mineralwasser-Unternehmen.

Sein Herz hängt nach wie vor am VfB. 1988, als die Kickers bei ihm anklopften, sagte er, wie seine Art ist, höflich ab:„Der VfB war mein Klub und wird es bleiben."



Mythos VfB Karlheinz Förster: Paradebeispiel
aus Stadion Aktuell 2010/11 5


Als Karlheinz Förster am 26. Mai 1984 die Meisterschale überreicht bekam, war der VfB am Ziel aller Wünsche. Erstmals Meister der Bundesliga. Die Stuttgarter Rasselbande war in sieben Jahren seit dem Wiederaufstieg gereift und durfte nun den Lohn einfahren. Der Kapitän hatte all die Jahre mitgewirkt und war mit seinen Kollegen diverse Male schon nah dran, wie 1979 als Vizemeister oder später mit dritten Plätzen. Nun hatte es nach 32 Jahren wieder geklappt, den Niedergang der ersten Bundesligajahre hatte der VfB überwunden und war angekommen unter den Großen der Branche. Karlheinz Förster ist einer der erfolgreichsten VfB-Spieler überhaupt. Sein Spiel als Vorstopper – höchst dynamisch, hart und dennoch fair, war Gift für die gegnerischen Torjäger. Er war – zumeist im Duo mit Bruder Bernd – sicherer Rückhalt in der Abwehr, auch international: mit der DFB-Auswahl wurde er 1980 Europameister und 1982 und 1986 jeweils Vizeweltmeister. Sein jungenhaftes Äußeres verführte dazu zu meinen, als Sonnyboy fliege ihm alles zu, was oft darüber hinwegtäuschte, wie konsequent er für den Erfolg lebte und nicht nur seinen Gegenspielern mit der erlaubten Härte begegnete, sondern auch sich selbst. Wie nur wenige fokussierte er sich auf seine Aufgaben. An Spieltagen bereitete er sich im Mannschaftshotel schon ab Vormittag mit Gymnastik vor, und war beim Anpfiff auf den Punkt präsent. 1982 wählten ihn die deutschen Sportjournalisten zum „Fußballer des Jahres“, als ersten Spieler des VfB Stuttgart überhaupt. Angefangen hat Karlheinz Förster mit dem Fußball beim TSV Unterschwarzach, einem kleinen Verein in der Provinz. Er war erblich vorbelastet, denn Vater Helmut war schon Fußballer mit Leib und Seele, der noch mit über 50 Jahren am runden Leder mitmischte und sah, dass seine Söhne Talent hatten.

Der Wechsel zu Waldhof Mannheim war so vorprogrammiert. Bald geriet er ins Visier des VfB. Mitte der siebziger Jahre ließen die Mannheimer den umworbenen Jugendnationalspieler in die Landeshauptstadt ziehen. Der Zweitligist aus der Schwabenmetropole konnte gewiss sein, ein Juwel in seinem Nachwuchs zu haben. Auch Firmen hatten dafür ein Gespür, Karlheinz Förster wurde im Laufe der Zeit zum begehrten Werbeträger. Der VfB bot Karlheinz Förster die Aussicht auf die große Fußballbühne. Und das Juwel erhielt den noch nötigen Schliff in der Talentschmiede auf dem Wasen. Förster stieg mit dem VfB in die Bundesliga auf und arrivierte, als sei es ganz natürlich, im Kreis der deutschen Fußballelite. Zehn Jahre nach seinem Wechsel auf den Cannstatter Wasen verließ der Defensivspezialist das Schwabenland und ging nach Frankreich, wo er bei Olympique Marseille ebenfalls zu Meisterehren kam. Eine außergewöhnliche Laufbahn in wenigen Strichen. Doch sind es nicht allein die herausragenden Erfolge, die Karlheinz Förster im „Mythos VfB“, der großen Erzählung des Vereins, lange Abschnitte sichern. Es ist auch die Tatsache, dass sein Werdegang ein Paradebeispiel für ein charakteristisches Merkmal der VfB-Geschichte bildet: das ureigenste Streben auf die Jugend zu bauen. So ähnelt Karlheinz Försters Karriere, obwohl unter professionellen Bedingungen verlaufen, durchaus der von früheren Leistungsträgern des VfB, die aus der Jugend heraus den Aufstieg des VfB in Gang brachten. Namen wie Buggle, Blum, Schauffele, Rutz, Vollmer, Haaga, Seybold stehen am Beginn dieser Reihe, die Karlheinz Förster – mit einigen anderen










     
   
     
   
     
   
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