| | Erfolge als Spieler beim VfB Stuttgart |
| | | | Bundesliga: | 1× Platz 3 2009 mit VfB Stuttgart | Bundesliga: 2× Platz 3 2006 mit Hamburger SV sowie 2009 mit VfB Stuttgart |
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| | Länderspiele während der Zeit beim VfB Stuttgart |
| | | | Jahr | Nation | Position | Spiele | Tore | Gelb | G/R | Rot | | 2008 | Niederlande | Abwehr | 5 | 0 | 1 | 0 | 0 | |
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| | Vereinskarriere beim VfB Stuttgart: |
| | | | Liga | Saison | Verein | Position | Spiele | Tore | Vorl. | Gelb | G/R | Rot | | Bundesliga | 2008/2009 | VfB Stuttgart | Abwehr | 21 | 0 | 2 | 6 | 0 | 0 | | Bundesliga | 2009/2010 | VfB Stuttgart | Abwehr | 6 | 0 | 0 | 1 | 0 | 0 |
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Geschichte / Sonstiges Bundesliga, 22.07.2008"Im positiven Sinne aggressiv" Gestern traf Khalid Boulahrouz in Going ein, am heutigen Morgen stand er erstmals auf dem Platz. Nach dem Mittagessen sprachen wir mit dem Holländer über seine Ex-Vereine, Verletzungen und Schicksalsschläge, die sein Leben veränderten. Khalid, willkommen in Going und beim VfB. Khalid Boulahrouz: "Vielen Dank." Warum hast Du Dich für einen Wechsel zum VfB entschieden? Khalid Boulahrouz: "Weil es für mich die beste Entscheidung war. Ich hatte von Anfang an ein gutes Gefühl und das wurde jetzt schon bestätigt. Der Umgang mit den Verantwortlichen des Vereins und die Art und Weise, wie Kontakt aufgenommen wurde, waren sehr professionell. Ich hatte von Beginn an großes Vertrauen und das ist mir wichtig. Außerdem kenne ich die Bundesliga aus meinen Jahren beim Hamburger SV. Dort hatte ich meine beste Zeit. Damals habe ich im Übrigen meines erstes Bundesligaspiel gegen den VfB absolviert." Und wie sind Deine Erinnerungen daran? Khalid Boulahrouz: "Gegen den VfB war es immer schwer zu spielen. Sie hatten schon damals eine starke Mannschaft. Das ist jetzt nicht anders. Das Team hat viel Qualität und das Niveau, um oben bleiben zu können. Ich bin überzeugt, dass uns das auch gelingen wird." Mit Andreas Hinkel hattest Du beim FC Sevilla einen ehemaligen VfB-Spieler als Teamkamerad. Hast Du mit ihm in den letzten Tagen über Deinen Wechsel nach Stuttgart gesprochen und Dich so über Deinen neuen Verein informiert? Khalid Boulahrouz: "Nein. Andi ist ein netter Kerl, mit dem ich mich immer gut verstanden habe. Aber ich wollte diese Entscheidung für mich und aus Überzeugung treffen, ohne Zureden oder Beeinflussung durch andere Personen." Wie und wann kam der Kontakt zum VfB zustande? Khalid Boulahrouz: "Um ehrlich zu sein, ich weiß es gar nicht genau. Ich habe meinem Berater gesagt, dass er mich während der EM mit diesem Thema bitte in Ruhe lassen soll und wir nach dem Turnier über die seriösen Anfragen sprechen können. Dann habe ich von dem Interesse erfahren und so sind wir zusammen gekommen." Die EM war so etwas wie Deine Wiederauferstehung, nachdem es zuvor in Sevilla und beim FC Chelsea nicht unbedingt nach Wunsch gelaufen ist. Khalid Boulahrouz: "Durch die EURO habe ich das Interesse verschiedener Vereine wieder geweckt. In Sevilla hatte ich nicht die beste Zeit, da ich lange verletzt war. Bei Chelsea lief es zu Beginn gut. Ich habe viel gespielt, mich dann aber verletzt und anschließend bin ich nicht mehr ins Team gekommen. Aber so ist Fußball. Es gibt gute und eben auch schlechte Phasen. Für mich ist das Vergangenheit und abgehakt." Eigentlich warst Du für die EM gar nicht berücksichtigt worden und bist erst durch den Ausfall von Ryan Babel in den Kader gerutscht. Wie überraschend kam für Dich die Nachnominierung? Khalid Boulahrouz: "Ich war in Sevilla lange verletzt und hatte Probleme an der Leiste. Wie im Übrigen sieben, acht andere Spieler auch. Der Grund lag wohl in unserer Vorbereitung. Damals haben wir bedingt durch die extreme Hitze in Sevilla auf einen steinharten Platz trainiert. Nachdem meine Beschwerden nicht besser wurden, habe ich beschlossen, erst einmal wieder richtig fit zu werden, bevor ich wieder mittrainiere. Ich habe mich dann in Holland erneut untersuchen lassen und mich auf eigene Faust und mit dem Fokus EM fit gemacht. Am Ende war ich dann zum Glück dabei und habe auch alle Spiele gemacht." Während der EM hattest Du zusammen mit Deiner Frau einen schweren Schicksalsschlag zu verarbeiten, als Eure Tochter kurz nach der Geburt starb. Wie wird man damit fertig? Khalid Boulahrouz: "Manchmal denkst, dass du das schon verarbeitet hast. Aber es ist nicht so. Ich habe mit 16 Jahren meinen Vater verloren und man könnte deshalb denken, dass ich mit solchen Schicksalsschlägen Erfahrung hätte. Aber damals habe ich zwei Jahre gebraucht, bis ich darüber hinweg war. Ich habe mich dadurch auch verändert, bin offener geworden und menschlich gewachsen. Ich kann jetzt sagen, dass ich zwar nie ein richtiger Junge war, aber heute ein Mann bin. Einen Menschen zu verlieren, passiert immer im falschen Moment. Aber Gott gibt und Gott nimmt. Es wird noch eine Weile brauchen, bis meine Frau und ich darüber hinweg sein werden. Wobei es für sie noch schwieriger ist, da das Kind ein Teil von ihr und schon vor der Geburt bei ihr war." zum Fußball. Du kennst die englische und die spanische Liga sowie die Bundesliga. Wo wird der beste Fußball gespielt? Khalid Boulahrouz: "In England geht alles über Intuition. Da geht es einfach immer nach vorne. Wir haben mit Chelsea mal 2:0 geführt und gespielt wie wir 0:3 hinten gewesen wären. Ich habe gedacht, dass ich im falschen Film bin, als alle permanent weiter nach vorne gerannt sind und den Gegner unter Druck gesetzt haben. Aber das ist die Mentalität der Teams auf der Insel. In Spanien wird viel Wert auf technisch sauberen Fußball und Eins gegen Eins Situationen gelegt. Dort wird meiner Meinung nach der beste Fußball gespielt. Aber die Bundesliga ist vor allem nach der WM in Deutschland noch stärker geworden. Hier gibt es die besten Stadien und die meisten Zuschauer." Dein Abschied aus der Bundesliga vor zwei Jahren verursachte seinerzeit einige Misstöne. Man warf Dir vor, im Qualifikationsspiel zur Champions League gegen Osasuna eine Verletzung simuliert zu haben. Mit einem Einsatz für den HSV in diesem Spiel wärst Du anschließend bei Chelsea international gesperrt gewesen. Was sagst Du dazu? Khalid Boulahrouz: "Ich habe ein reines Gewissen, denn ich war verletzt. Und Chelsea hat sich schon weit vor dem Spiel bei mir gemeldet. Nur die Leute beim HSV und ich wissen, was damals wirklich war. Mir tat es besonders Leid für die Fans, denn ich hatte immer ein sehr gutes Verhältnis zu ihnen. Aber eines ist doch auch klar: Wenn ich eine solche Absicht gehabt hätte, dann wäre ich doch nicht mit dem Team raus zum Aufwärmen und hätte mich noch 15 Minuten warm gelaufen. Dann wäre es einfacher gewesen schon drei Tage vorher zu sagen, ich habe Fieber, mir ist schlecht und kann deshalb nicht spielen." Wie würdest Du Deine Art zu spielen beschreiben? Khalid Boulahrouz: "Aggressiv, im positiven Sinne. Zweikämpfe gehören dazu. Wer das nicht akzeptiert, hat Fußball nicht verstanden. Aber Fairplay ist immer wichtig. Es ist ein Geben und ein Nehmen auf dem Platz." Und wann sehen wir den positiv aggressiven Khalid Boulahrouz erstmals im VfB-Trikot? Khalid Boulahrouz: "Wenn es nach mir geht schnell. Ich fühle mich gut, bin fit, denn ich habe auch in meinem Urlaub nach der EM in Holland und in Dubai etwas getan. Ich kann nicht lange still sitzen und nichts tun. Wenn ich nichts mache, nur faulenze und esse, fühle ich mich schlecht. Nach ein paar Tagen fängt es spätestens an zu jucken. Dann muss ich kicken, laufen oder im Kraftraum trainieren und den Schweiß auf der Haut wieder spüren."
"Dass ich das noch erleben durfte" / Profis, 01.10.2011 aus vfb.de 68 Spiele musste Khalid Boulahrouz auf seinen ersten Torjubel im Trikot mit dem roten Brustring in einem Pflichtspiel warten. Egal ob Bundesliga, DFB-Pokal, UEFA Europa League oder Champions League, ein Treffer wollte dem niederländischen Nationalspieler nicht gelingen. "Dass ich das noch erleben durfte, dass Khalid Boulahrouz ein Tor für den VfB macht, hätte ich fast schon nicht mehr geglaubt", sagte VfB-Sportdirektor Fredi Bobic mit einem Augenzwinkern. "Aber im Ernst, es freut mich sehr für ihn. Er hat es sich verdient, da er hart gearbeitet hat und topfit ist", so Bobic weiter. Wie groß das Glücksgefühl des zweifachen Familienvaters nach dem Tor zum 2:0-Endstand am Freitagabend war, konnten die 46.186 Zuschauer im Fritz-Walter-Stadion und die vielen Fans an den Bildschirmen deutlich sehen. Mit weit ausgebreiteten Armen und einem Grinsen auf dem Gesicht rannte "Boula" zur Eckfahne, wo er sich schließlich von seinen Teamkollegen feiern ließ. Der abgefälschte Schuss aus etwa 17 Metern war nicht nur das erste Tor für den 29-Jährigen für den VfB, sondern auch ein extrem wichtiger Treffer in einem Spiel, das zu kippen drohte. Der FCK drängte auf den Ausgleich, nur eine Glanzparade von Sven Ulreich verhinderte das 1:1 durch Itay Shechter, und dann kam der Hammer vom "Kannibalen".
Dass der Schuss noch leicht abgefälscht und nicht unhaltbar war, störte im Nachhinein niemanden mehr. "Jetzt ist es schon soweit, dass Boula die Tore für uns machen muss. Aber wen wundert es, Boula hat einfach einen Torriecher", scherzte Martin Harnik über die neuen Qualitäten des rechten Verteidigers. Über den Killerinstinkt vor dem Tor mag es vielleicht unterschiedliche Meinungen geben, wirklich überrascht vom eigenen Torerfolg zeigte sich der Schütze im Nachhinein aber nicht. "Ich hatte schon seit längerem das Gefühl, dass ich bald ein Tor machen würde. Chancen dazu hatte ich zuletzt ja immer wieder. Ich habe immer an meine Stärken geglaubt und Bruno Labbadia hat mir das Vertrauen geschenkt. Ich bin glücklich, dass es endlich geklappt hat", sagte der Vize-Weltmeister von 2010. Es gibt für alles ein erstes Mal Lob erhielt Boulahrouz schließlich auch vom VfB-Cheftrainer, der ihn von seinen Qualitäten als rechter Verteidiger überzeugte, und der über den Holländer sagt: "Boula verfügt über ein sehr gutes Umschaltspiel und ist einer unserer schnellsten Spieler. Er muss noch effektiver werden im Abschluss. Im Training sehen wir oft, dass er einen sehr guten Schuss hat. Schon gegen Leverkusen hatte er ein paar gute Chancen. Dass er es kann, hat er ja nun gezeigt. Aber auch die Vorlage zum 1:0 von Cacau hat er gut gemacht." Zeit, sich über sein erstes Tor im Trikot mit dem roten Brustring sowie die lobenden Worte von Sportdirektor, Cheftrainer und Mitspieler zu freuen, hat Khalid Boulahrouz nun genug, schließlich stehen zwei Länderspiele mit der niederländischen Nationalmannschaft in der EM-Qualifikation auf dem Programm. Noch hat er für Oranje nicht getroffen, aber es gibt ja bekanntlich für alles ein erstes Mal.
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