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Magazin für Tradition, Mythos und Kultur
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  unabhängige Vereinspage über die Profimannschaft des VfB Stuttgart 1893 e.V.       11. Jahrgang

 
 
 


 
    
  Erfolge als Spieler beim VfB Stuttgart
  Deutscher Meister 1951/52
Deutscher Pokalsieger 1953/54
     
  Länderspiele während der Zeit beim VfB Stuttgart
   
     
  Vereinskarriere beim VfB Stuttgart:
 
Liga Saison Verein Position   Spiele Tore   Gelb G/R Rot
Oberliga 51/52   Torwart 30 0      
Oberliga 52/53   Torwart 30 0      
Oberliga 53/54   Torwart 30 0      
Oberliga 54/55   Torwart 24 0      
Oberliga 55/56   Torwart 30 0      
Oberliga 56/57   Torwart 22 0      
     

 

 

 

Geschichte / Sonstiges

Karl Bögelein (* 28. Januar 1927 in Bamberg) ist ein ehemaliger Fußballspieler und späterer Trainer.

Im Sommer 1951 wechselte Karl Bögelein vom FC Bamberg zum VfB Stuttgart. Beim VfB wurde ein Nachfolger für den langjährigen Torhüter, den legendären Otto "Gummi" Schmid, benötigt. Der Trainer Georg Wurzer setzte auf sein schon in der 2. Liga gezeigtes Können, auf seine Athletik und den Ehrgeiz, mit dem neuen Verein auch um die Deutsche Meisterschaft spielen zu können. 1952 wurde der VfB mit Bögelein im Tor Deutscher Meister und 1954 hütete er auch das Tor beim Gewinn des DFB-Pokals. Der auch in mehreren Repräsentativspielen für den Süden glänzende "Elfmetertöter" spielte von 1951 bis 1957 für die Stuttgarter 166 mal in der Oberliga Süd. Danach wechselte er zum SSV Reutlingen und stand bis 1963 in weiteren 154 Spielen in dieser Liga im Tor.

Bögelein kam einmal (am 23. Dezember 1951) in der A-, 1953 einmal in der B-Nationalmannschaft zum Einsatz.

Dabei waren die Voraussetzungen, Fußball zu spielen, für ihn seit dem 2. Weltkrieg nicht optimal. 1944 in Montenegro waren ihm nämlich alle Zehen erfroren, nur drei Zehen vom linken Fuß konnten gerettet werden. Fortan spielte er mit Spezialschuhen.

Nach Ablauf seiner Spieler-Karriere kehrte er als Amateur- und Jugendtrainer zum VfB Stuttgart . Mit den Amateuren wurde er 1971 Vizemeister in der Deutschen Meisterschaft und mit der A-Jugend gewann er 1973 den Titel. In der Bundesliga sprang er 1971/72 ab dem 19. April 1972 als Interims-Trainer für den entlassenen Branko Zebec ein.

Im Seniorenalter hielt er sich als Tennisspieler des SV Obertürkheim fit - seinem VfB Stuttgart blieb er als Mitglied des Ehrenrats verbunden.

Personendaten
NAME Bögelein, Karl
KURZBESCHREIBUNG deutscher Fußballtorhüter
GEBURTSDATUM 28. Januar 1927
GEBURTSORT Bamberg


DER FINAL-HELD

VON OTTO E.LACKNER (06/92)

Er hat krftige Hände, die zupacken können. Ein Mann, den nichts umwirft. So stabil wie eine deutsche Eiche oder unerschütterlich wie der Dom in Bamberg: Von dort kommt er nämlich her, der Karl Bögelein. Von 1951 bis 1957 war er Torhüter beim VfB Stuttgart. "Böges", wie ihn die Leute der Einfachheit halber gerufen haben, war ein Markenzeichen im Nachkriegsfußball.

Bei Bögelein war es wie bei vielen seiner "Zunft": Gute Torhüter werden per Zufall entdeckt. Als der Torwart in seiner Mannschaft in Bamberg einmal fehlte, musste er in den Kasten. "ich war der Größte." Der VfB-Trainer Schorsch Wurzer hatte ihn bei einem Spiel in Degerloch gesehen. Bögelein überlegte hin und her und sagte zweimal ab und zweimal zu und ließ sich am Ende doch zu seinem Glück zwingen, weil Wurzer den letzten Trumpf aus dem Ärmel holte und dezent auf die bevorstehende Mexico-Reise des VfB hinwies. 

Der VfB vermittelte ihm ein Zimmer, die Arbeitsstelle musste er sich selbst suchen, und fürs Spielen gab's ein paar Mark, mit denen ein Profi heute nicht mal seine Telefonrechnung bezahlen könnte. Bögelein: "Wenn ich heute nochmals zwanzig wäre, ich würde sofort Profifußballer werden." 1951 bestritt Bögelein gegen Luxemburg gleich zwei Länderspiele, sein erstes und letztes. "Ich hatte das Pech, dass es damals einen Toni Turek gab." 1952 die Deutsche Meisterschaft mit dem VfB (3:2 in Ludwigshafen gegen den 1. FC Saarbrücken) - Bögelein wurde als "Final-Held" gefeiert. 1954 der Gewinn des DFB-Pokals, daneben die Vizemeisterschaft und ein paar Mal Endrundenteilnahme. "Meine schönste Zeit", sagt Bögelein.

Sie endete, als er hin und wieder daneben griff. "Ich hatte eine schwache Serie." Torhüter-Pech. Wurzer holte Sawitzki, und Bögelein wechselte zum SSV Reutlingen. Keine einfache Zeit: Es ging meist gegen den Abstieg - und nicht so recht voran. Abends um halb fünf schwang sich Bögelein auf seine Vespa Richtung Reutlingen.
Danach vertauschte er zweierlei: Den SSV wieder mit dem VfB und das Tor mit der Trainerbank. Er betreute auf dem Wasen den Nachwuchs, wurde mit der A-Jugend Deutscher Meister, trainierte mit Franz Seybold zusammen und danach allein die Amateure, mit denen er Deutscher Vizemeister wurde.

Er hat es sogar bis zum Bundesligatrainer gebracht - aushilfsweise. Wenn Trainer abgelöst wurden (Sztani zum Beispiel) oder krank wurden (Zebec), musste Karl Bögelein ran. Warum er nicht Profitrainer geworden ist? "Das sollte man gleich nach der aktiven Laufbahn machen, sonst tut man sich schwer."

Heute, da er nach fast vierzig Berufsjahren in der Kraftstoffbranche den Ruhestand mit seiner Frau Anneliese genießt, hat er viele Hobbys: Golf (in Ohringen) und Tennis (bei seinem Verein in Obertürkheim ist er sogar zweiter Vorsitzender) zum Beispiel. Aber sein größtes ist der VfB geblieben. Bei jedem Heimspiel der Profis (und meist auch der Amateure) schaut er zu, am Montagnachmittag spielt er noch selbst Fußball (auch mit seinem einstigen Konkurrenten Sawitzki "wir sind gute Freunde") und zudem ist er Mitglied im Ehrenrat des Vereins. Bögelein: "Mein Herz hängt am VfB. Hier bin ich über Vierzigjahre Mitglied. Hier hatte ich meine schönsten Erfolge. Das ist für mich der Verein."

     
   
     
   
     
   
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