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Magazin für Tradition, Mythos und Kultur
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  unabhängige Vereinspage über die Profimannschaft des VfB Stuttgart 1893 e.V.       11. Jahrgang

 
 
 


 
    
  Erfolge als Spieler beim VfB Stuttgart
 
Liga:  Deutscher Meister 1949/50
Deutscher Meister 1951/52
DFB Pokal: Deutscher Pokalsieger 1953/54
Deutscher Pokalsieger 1957/58
     
  Länderspiele während der Zeit beim VfB Stuttgart
   
     
  Vereinskarriere beim VfB Stuttgart:
 
 Liga   Saison   Position   Spiele   Tore   Karten 
Oberliga 48/49   26 9  
Oberliga 49/50   30 14  
Oberliga 50/51   33 16  
Oberliga 51/52   30 9  
Oberliga 52/53   29 16  
Oberliga 53/54   11 6  
Oberliga 54/55   27 11  
Oberliga 55/56   28 2  
Oberliga 56/57   21 6  
Oberliga 57/58   30 3  
Oberliga 59/59   28 11  
Oberliga 59/60   27 6  
Oberliga 60/61   18 10  
Oberliga 61/62   9 3  
 Liga   1948-1962  Sturm   350   125   — 
     



Geschichte / Sonstiges

Rolf Blessing (* 21. Juli 1929 in Wendlingen am Neckar; † 1. August 2004 ebenda) war ein Fußballspieler des VfB Stuttgart in der Oberliga Süd.

Blessing war zusammen mit Robert Schlienz der einzige Spieler von Trainer Georg Wurzer, der an allen vier Titelgewinnen in der Erfolgsära des VfB Stuttgart in den 50ern als Aktiver beteiligt war. Der vom TSV Wendlingen zum VfB gekommene Linksaußen wurde je zweimal Deutscher Meister (1950 gegen Kickers Offenbach; 1952 gegen 1. FC Saarbrücken) und Gewinner des DFB-Pokal (1954 gegen 1. FC Köln; 1958 gegen Fortuna Düsseldorf). In der Oberliga Süd kam er auf 348 Spiele und erzielte dabei 115 Tore.

In der Saison 1961/62 beendete er zusammen mit seinem langjährigen Mannschaftskameraden Erich Retter seine Spielerkarriere beim VfB Stuttgart.

International setzte der Bundestrainer Sepp Herberger den torgefährlichen Techniker dreimal in den Jahren 1951-53 in der B-Länderelf ein. Mitspieler waren in diesen DFB-Einsätzen u.a. Horst Buhtz, Georg Stollenwerk und Bernhard Termath.

Richard Kirn hält über Blessing fest:

"Spielt Fußball wie Hidegkuti, dem er auch körperlich sehr ähnelt. Wirkt leider oftmals etwas 'verschlafen', was ihm Karriere in der Nationalelf verwehrte."
Am 1. August 2004 starb Rolf Blessing nach langer Krankheit.


Zum Gedenken: 2004

Er war schon längere Zeit krank, aber es gab Hoffnung auf Besserung. Doch nun, nur wenige Tage nach seinem 75. Geburtstag, ist Rolf Blessing gestorben. Überraschend letztlich für alle, die ihn noch besuchen wollten. So gezogen Rolf Blessing auch die letzten Jahre verbracht hat, in Wendlingen, woher er zum VfB kam, und das er nie losgelassen hat, der Kontakt zum Wasen hielt bis zuletzt. Er hatte seine Tribünenkarte, auch wenn ihm die Krankheit wenig Gelegenheit ließ, seinen Platz einzunehmen. Rolf Blessing, das war vierzehn Jahre lang eine feste Größe in der Wurzer-Elf. Ein Stürmer, er kam vor allem über links, dessen Gegenspieler des öfteren leichter Schwindel befiehl, denn für ein Tor war er immer gut. Als er 1948 zum VfB kam, da erhielten die Vertragspieler gerade mal 200 Mark im Monat als Fixum, und als er 1962 beim VfB aufhörte, da stand die Bundesliga erst vor der Tür und die Aussicht vom Fußball zu leben.

Für Rolf Blessing zu spät. Er arbeitete in seinem Beruf als Bankkaufmann, vor, während und nach seiner Karriere auf dem Spielfeld. Eine Karriere mit Seltenheitswert: Deutscher Meister 1950 und 1952, Deutscher Pokalsieger 1954 und 1958, dazu Vizemeister 1953. Fünf deutsche Endspiele und viermal erfolgreich. Es waren die goldenen fünfziger Jahre des VfB Stuttgart. Und Rolf Blessing war eine tragende Kraft dieser Zeit, die den VfB in Deutschland ganz oben sah. Rund 350 Oberligaspiele hat er für den VfB bestritten und dabei 125 Tore geschossen. Eine Konstanz, die so selten wie beispielhaft ist. Das geht nur, wenn man für seinen Sport lebt, und Fußball, das war sein Lebensinhalt und dazu brauchte er nicht den Antrieb durch Geld.

Nach heutigen Kategorien war Rolf Blessing ein Star, für die Jugend der damaligen Zeit war er ein Fußballidol, dem sie nacheiferte. Ein Idol ohne jegliche Anlagen zum Star. Denn Rolf Blessing hat durch seine Leistungen überzeugt, hob aber nie ab. Er ist auf allen Meisterschaftsfotos abgebildet, aber bescheiden in der Reihe, am Rand, im Hintergrund – nach vorne hat er sich nie gedrängt. Der VfB Stuttgart wird diesem großen Sportler ein ehrendes Gedenken bewahren.


Ein Fußballidol ohne Starallüren
Der Wendlinger Rolf Blessing starb kurz nach seinem 75. Geburtstag

WENDLINGEN (sel).

"Für die Jugend der damaligen Zeit war er ein großes Fußballidol. Ein Idol ohne jegliche Starallüren." Mit diesen Worten würdigt der VfB Stuttgart seinen einstigen Vertragsspieler Rolf Blessing, der jetzt am 1. August nach langer und schwerer Krankheit verstorben ist. Die Trauerfeier für den Verstorbenen fand am Mittwoch unter großer Beteiligung auf dem Wendlinger Friedhof statt.

Nicht nur der VfB Stuttgart trauert um Rolf Blessing. Der Wendlinger ist seiner Heimatstadt stets treu geblieben. Bereits mit 16 Jahren kickte Rolf Blessing für den TSV Wendlingen, dem er zuletzt als Ehrenmitglied angehörte. Als der TSV Wendlingen am 20. Juni 1948 in Köngen kickte, wurde der junge Blessing vom damaligen VfB-Trainer entdeckt und "vom Platz weg verpflichtet". Kaum war die obligatorische dreimonatige Sperre wegen des Vereinswechsels vorbei, spielte der junge Wendlinger anderntags für den VfB in Frankfurt gegen die Spieler der Eintracht. Das Spiel endete 1:0 für Stuttgart, Torschütze Rolf Blessing.

Noch heute spricht der VfB Stuttgart im Gedenken an den jetzt Verstorbenen von einer "Karriere mit Seltenheitswert". 1948 kam Rolf Blessing zum VfB Stuttgart und blieb dort als Vertragsspieler bis zum Jahr 1962. Der Wendlinger war mit dabei, als der VfB einen Sieg um den anderen errang: Deutscher Meister 1950 und 1952, Deutscher Pokalsieger 1954 und 1958, Vizemeister 1953. "Es waren die goldenen fünfziger Jahre des VfB Stuttgart - und Rolf Blessing war eine tragende Kraft dieser Zeit, die den VfB in Deutschland ganz oben sah." Rund 350 Oberligaspiele hat Rolf Blessing für den VfB bestritten und dabei 125 Tore geschossen.

Wendlinger Freunde sprechen von Rolf Blessing als dem "besten Linksaußen Deutschlands" und "begnadeten Fußballer". Bei seinem Wechsel vom TSV Wendlingen zum VfB Stuttgart flossen übrigens keine Millionen. Die einzige Ablösebedingung der Wendlinger war die Zusage des VfB, einmal im Jahr in Wendlingen zu spielen. Und das wurde tatsächlich auch die vielen Jahre eingehalten, in denen Rolf Blessing Vertragsspieler in Stuttgart war.

Seiner Heimatstadt Wendlingen blieb Rolf Blessing bis zuletzt verbunden. Sie blieb in all den Jahren sein Wohnort. Von hier fuhr er mit dem Zug zu den VfB-Spielen - manchmal auf den letzten Drücker. Das war auch beim Meisterschaftsspiel 1952 in Ludwigshafen so. Mit seinem Fußball-Köfferle in der Hand überwand er mit einer Flanke die Bahngleissperre und konnte gerade noch auf den anfahrenden Zug aufspringen.

Rolf Blessing, berichten seine Freunde, hat nie viel geschwätzt, war äußerst wortkarg. Aber daraus ein Desinteresse abzulesen, wäre völlig falsch. Rolf Blessing war ein Sportler, der das Vereinsleben des TSV Wendlingen stets mit dem gleich großen Interesse begleitete wie das des VfB Stuttgart. Rolf Blessing, der hauptberuflich als Bankkaufmann in Stuttgart beschäftigt war, hat seine Mitmenschen durch seine Leistungen überzeugt. Auf allen Meisterschaftsfotos ist er abgebildet - bescheiden in der Reihe, am Rand, im Hintergrund, "nach vorn hat er sich nie gedrängt".


04.08.2004
Ex-VfB-Stürmer Rolf Blessing gestorben

"Er zählte zu den Spielern, welche die goldenen 50er Jahre des VfB Stuttgart prägten. Und er galt als hochtalentierter Fußballer. Bis heute schwärmen Zeitzeugen von den rasanten Dribblings des Linksaußen. Am vergangenen Sonntag starb Rolf Blessing in seinem Wohnort Wendlingen nach einer längeren Krankheit - wenige Tage nach seinem 75. Geburtstag. Der gelernte Bankkaufmann feierte mit dem VfB zweimal die deutsche Meisterschaft. 1950 siegte die Elf mit 3:2 gegen Kickers Offenbach. Zwei Jahre später entschieden die Roten das Endspiel gegen den 1. FC Saarbrücken für sich (2:1). In beiden Partien bildete Rolf Blessing mit Otto Baitinger die "Flügelzange" unter Trainer Georg Wurzer. Blessing holte überdies mit dem VfB 1954 und 1958 den DFB-Pokal. Er trug 15 Jahre lang das VfB-Trikot und schoss in 350 Oberligaspielen 125 Tore. Der VfB wird am Sonntag im Heimspiel gegen Mainz seines ehemaligen Stürmers gedenken."
Stuttgarter Nachrichten 04. August 2004





     
   
     
   
     
   
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