|
Thomas Berthold (* 12. November 1964 in Hanau) ist ein
ehemaliger deutscher Fußballspieler.
Thomas Berthold spielte in der Fußball-Bundesliga als
Abwehrspieler in 322 Spielen (22 Tore) für Eintracht Frankfurt
(1982-1987), Bayern München (1991-1993) und den VfB Stuttgart
(1993-2000). In der Zeit von 1987 bis 1991 war er in Italien für
Hellas Verona (1987-1989) und den AS Rom (1989-1991) aktiv. Vom
15. Januar 2001 bis zum Ende der Saison 2000/01 spielte er beim
türkischen Club Adanaspor und beendete dort seine Karriere.
Zuvor war er ein halbes Jahr vereinslos.
In der Nationalmannschaft spielte er von 1985 bis 1994 in 62
Länderspielen und erzielte einen Treffer. Er nahm an drei
Fußballweltmeisterschaften und einer Fußballeuropameisterschaft
teil und wurde bei der WM 1990 in Italien Fußballweltmeister.
Die Anzahl Länderspiele ist vergleichsweise gering, wenn man
bedenkt, dass er bei drei Weltmeisterschafts-Endrunden
Stammspieler war und insgesamt 18 WM-Spiele absolvierte.
Nach Meinungsverschiedenheiten mit Trainer Erich Ribbeck wurde
er in der Saison 1992/93 bei Bayern München vom Training
freigestellt und erhielt von Bayern-Schatzmeister Kurt Hegerich
die ironische Bezeichnung "Bestbezahlter deutscher Golfprofi
nach Bernhard Langer".
Auf dem Fußballplatz war er als harter, aber technisch
versierter Verteidiger bekannt. Zu Weltruhm brachte er es durch
einen 60m Solo-Lauf während der Fußballweltmeisterschaft 1990,
die er mit dem Weltmeistertitel krönen konnte. Bei der
Weltmeisterschaft 1986 in Mexiko sah er im Viertelfinale gegen
den Gastgeber nach einem Revanchefoul die Rote Karte, stand aber
nach verbüßter Sperre im Endspiel gegen Argentinien wieder in
der Startelf. Im Vorfeld der Weltmeisterschaft 1994 kehrte er
nach fast dreijähriger Abwesenheit wieder in die
Nationalmannschaft und bestritt bei der Endrunde in den
USA sämtliche Partien von der ersten bis zur letzten Minute.
Berthold vertrat außerhalb des Platzes stets eine eigene
Meinung. Dies führte auch dazu, dass er nach einem kritischen
Interview im Spiegel, das er Ende 1994 gab, nicht mehr in die
Nationalmannschaft berufen wurde.
Beim VfB Stuttgart, mit dem er den DFB-Pokal 1997 gewann, trägt
er den vereinsinternen Rekord für die meisten Platzverweise -
insgesamt wurde er fünf Mal des Feldes verwiesen.
Vom 1. Juli 2003 bis zum 14. März 2005 war Thomas Berthold
Manager bei Fortuna Düsseldorf.
Seit einigen Jahren spielt er zusammen mit Karlheinz Förster,
Guido Buchwald und weiteren Ex-Fußballprofis für die Schwaben
Allstars und sammelt Spenden für die Mexiko-Hilfe bzw. das
Straßenkinderprojekt Pan de Vida.
| |
Stadion Aktuell 13 03/04 |
03/2004
|
| |
Boom mit Thomas Berthold bei
Fortuna Düsseldorf |
|
| |
Als er 1993 vom FC Bayern zum VfB Stuttgart wechselte, war die
Skepsis der Schwaben groß. Schließlich eilte dem gebürtigen Hessen
nach zwei Jahren bei den Bayern kein guter Ruf voraus. Doch seine
Kritiker verstummten schnell, denn Thomas Berthold zeigte, dass er
trotz des unrühmlichen Intermezzos bei Bayern vor allem eines ist:
ein Weltklasseverteidiger. Schließlich wurde der 62-malige
Nationalspieler nicht umsonst 1986 in Mexiko, wo er grandios
aufspielte, an der Seite von Felix Magath Vize- und 1990 in seiner
damaligen fußballerischen Heimat Rom gar Weltmeister. Insgesamt
191 Mal trug Berthold in seinen sieben Jahren beim VfB das Trikot
der Roten mit der Rückennummer 4 und krönte seine Laufbahn im
Schwäbischen mit dem Gewinn des DFB-Pokals 1997 und mit der
Teilnahme am Endspiel des Europapokals der Pokalsieger 1998. |
|
|
Nach seinem Abschied 2000 spielte er noch eine
Saison in der Türkei bei Adanaspor, bevor er vor drei Jahren seine
Fußballschuhe an den Nagel hängte.In ein Loch ist der inzwischen
39-Jährige nach seiner aktiven Laufbahn nicht gefallen. Inzwischen
lebt er mit seiner Familie in Düsseldorf und betreut für die Walter
Bau AG, die auch für die Stadionumbauten in Berlin und Frankfurt
verantwortlich zeichnet, den Umbau des Rheinstadions in die Arena
Düsseldorf. In dieser Funktion lernte Berthold auch die
Verantwortlichen von Fortuna Düsseldorf kennen und schnell entstand
auf beiden Seiten der Wunsch, enger zusammen zu arbeiten. Seit
letzten Sommer ist der gebürtige Frankfurter offizieller
Sportmanager der Fortuna 1895 Düsseldorf. „Mitte Juni kam der
Kontakt zustande, Planungszeit gab es überhaupt nicht, und ich
kannte weder die Mannschaft noch das Umfeld. Da bin ich dann eben
ins kalte Wasser gesprungen”, so Berthold. Inzwischen dürfte das
Wasser ein wenig wärmer sein, denn die Fortuna, bei der mit Michael
Zeyer ein weiterer Ex-VfB`ler die Kapitänsbinde trägt, führt
überlegen die Oberliga Niederrhein an. Der Aufstieg in die
Regionalliga sollte somit im Sommer eigentlich gelingen. Doch
Berthold denkt schon weiter, schließlich soll die Fortuna möglichst
bald in der 2004 fertiggestellten 51.000 Zuschauer fassenden Arena
spielen. „Wir wollen in spätestens drei Jahren in der zweiten
Bundesliga sein”, so der Fortuna-Manager. Dass mit Berthold ein
frischer Wind durch die Fortuna weht, hat sich schnell
herumgesprochen in der von großem Fußball nicht gerade verwöhnten
Rheinmetropole. So kommen inzwischen 6.000 Zuschauer im Schnitt zu
den Heimspielen. Auswärts sind die Fortuna-Fans sowieso immer in der
Überzahl. Auch dank Manager Thomas Berthold wird die Fortuna in
Düsseldorf nicht nur wieder wahrgenommen, sondern ist auf dem besten
Weg zum Kultclub. Für eine Zukunft im bezahlten Fußball
scheint auch angesichts des Stadionneubaus alles gerichtet zu sein. |
|
Boss mit Krimsekt geduscht
„Kalinka, Kalinka" sang eine
russische Folkloregruppe. Die Spieler sangen und klatschten begeistert mit.
Ausgelassen feierte der VfB am 17. April 1998 im Moskauer Hotel „Olympic Penta"
den Einzug ins Pokalfinale der europäischen Pokalsieger nach einem 1:0-Sieg bei
Lokomotive Moskau.
Präsident Gerhard
Mayer-Vorfelder kam verspätet zum Bankett, als das Buffet längst eröffnet war.
Er musste erst ausgiebig duschen. Grund: Mitten im ARDInterview mit Waldemar
(„Waldi") Hartmann unmittelbar nach dem Schlusspfiff hatte ihn Thomas Berthold
vor einem Millionenpublikum an den Bildschirmen mit einer Pulle Sekt übergossen.
MV nahm's mit Humor. In seiner
Tischrede sagte er: „Ich erteilte Thomas Berthold die Genehmigung, dass er eine
Flasche Champagner über mich ausleeren darf, wenn wir das Endspiel gewinnen.
Champagner hat im Gegensatz zum klebrigen Krimsekt den Vorteil, dass er trocken
ist." Doch dazu kam es nicht. Der VfB verlor das Finale von Stockholm gegen
Chelsea London unglücklich mit 0:1.
|