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Schuß, Kuß und Schluß (Buch 100 Jahre VfB Stuttgart, zu bestellen im VfB Sport-Shop
)
Ein Brasilianer, die schwere Geburt des Magischen
Dreiecks und das Happyend in Berlin (06/97)
In der linken Hand von Giovane Elber dampfte eine
dicke Havanna, mit dem rechten Arm hatte er Gerhard Mayer-Vorfelder
umschlungen.
Dann spitzte der Torjäger aus Brasilien die Lippen und drückte dem
Fußball-Patron aus dem Schwabenland einen Kuss auf die Stirn. Das Bild
vom Abschied und Friedensschluss zwischen dem gelegentlich aufsässigen
Giovane Elber und dem Präsidenten haben sie später rahmen lassen und im
Roten Haus von Cannstatt aufgehängt. Als Symbol für ein Happyend und zur
ewigen Erinnerung an den lustigen und auch ein bisschen verrückten
Giovane, dessen zwei Tore gegen Energie Cottbus den dritten Pokaltriumph
des VfB Stuttgart erst möglich gemacht hatten. "Giovane Elber wird für
uns immer ein guter Freund und ein großer Fußballspieler sein." So wie
Krassimir Balakov haben praktisch alle Pokalsieger ihren Nachruf auf den
Brasilianer eingeleitet.
Der Held des'97er Pokalfinales kennt keine Feinde, und böse sein wollte
ihm auch keiner mehr. Die Geschichte in Deutschlands dickstem
Sonntagsblatt, wonach Elber wegen seiner ziemlich unglücklich
platzierten Kritik am Klubmanagement von Mayer-Vorfelder eine dicke
Geldstrafe aufgebrummt bekommen habe, war schon überholt, bevor die
Rotationsmaschinen der Boulevardzeitung am Samstag anliefen. Nein, in
den Köpfen der Stuttgarter bleibt Giovane Elber, der liebe, der manchmal
etwas und berechenbare große junge, auch wenn er nach drei Jahren am
Neckar nun ausgerechnet für den FC Bayern tricksen und Tore schießen
soll.
Dass sie deshalb richtig getrauert und ihrem Giovane
nun Tag und Nacht hinterhergeheult hätten, kann man allerdings auch
nicht behaupten. Vielen beim VfB Stuttgart ist es in Berlin schwer
gefallen, ihre Emotionen zu kanalisieren. Unvoreingenommene Bankettgäste
haben gar nicht begreifen können, warum man sich hier erst in den frühen
Morgenstunden, und nachdem Rock-Sänger Wolle Kriwanek die Vereinshymne
("der ganze Wilde Süden strahlt in Weiß und Rot") angestimmt hatte, auch
wie im Hotel eines Cupsiegers fühlen konnte. Zuvor hatte nämlich der
Pokal Conferencier Rolf Töpperwien ähnlich jahrmarktschreierisch und
unsensibel fürs patriotische Gemüt wie im vergangenen Jahr bei der Party
des 1. FC Kaiserslautern die Stimmung gekillt.
Das
Fest hatte nämlich außergewöhnlich sentimental begonnen. Es kommt nicht
allzu oft vor, daß dem in allen Ämtern und Funktionen gestählten
Polit-Profi Mayer-Vorfelder die Stimme bricht und man das Nasse in
seinen Augen sehen kann. "Heutzutage ist es üblich, dass man einen Titel
einer Person widmet", hatte der Aufsichtsrats-Vorsitzende Heinz Bandke
gesagt, "wir widmen den Pokalsieg unserem Präsidenten." Und die Spieler
waren aufgestanden und hatten gesungen: "Es gibt nur einen MV". Wo,
außer vielleicht beim FC Bayern München, gibt es das, daß der Präsident
wichtiger oder bedeutender ist als die Mannschaft- Und die Spieler, die
doch sonst so gern als Stars glänzen wollen, einem Funktionär freiwillig
allen Ruhm zuschanzen.
Es mag damit zusammenhängen, daß diese Stuttgarter
Mannschaft noch ein Identifikationsproblem hat. Jogi Löw, der Trainer,
ist kein Mann der lauten Töne. Weder Krassimir Balakov, der beste
Regisseur der Bundesliga, noch Kapitän Frank Verlaat, der beste Libero
hierzulande, hauen nach außen auf den Putz. Die Entwicklung Fredi Bobics
zur Führungsfigur verläuft zwar steigend, aber immer noch kurvig. Alle
aber waren sich sicher, daß ihnen dieser erste gemeinsam gewonnene Titel
in Zukunft viel mehr Konstanz verleihen wird.
Dieses Gefühl ist auch nach der triumphalen Heimkehr
und dem begeisternden Empfang auf dem Marktplatz hängengeblieben. Mehr
noch als die Fotos dieser Fete: wie 20 000 nicht mehr aufhören wollen
ihre Stars zu bejubeln und ein Meer von rotweißen Schals immer wieder
den Wilden Süden swingen lassen; wie Gerhard Poschner aus Jogi Löws
dunklem Schopf die letzte VfB-Glatze dieser Saison macht. Oder die
großen Worte, die an einem solchen Tag dazugehören.
"Wir
müssen im nächsten Jahr um die Meisterschaft spielen", rief Krassimir
Balakov ins Mikrofon. "Unser Ziel liegt im Bereich der Champions
League", sprach Jogi Löw. "In der nächsten Saison wollen wir bis zum
Schluss dranbleiben im Kampf um Titel und Pokale", formulierte Frank
Verlaat, der holländische Kapitän.
Geradezu symbolisch für die neuen Ansprüche stand
Thomas Berthold da. Der kann manche Betrachter schon mal nerven mit
seiner arroganten Tour. In Berlin und bei all den Feiern danach hat er -
obwohl er mit seinen goldgefärbten Haaren ziemlich verboten aussah -
äußerst glaubhaft gewirkt. Berthold hat die Wette um seine Frisur
bestimmt nicht gerne eingelöst. Er hat dies nur für den Pokalsieg getan,
und weil er an diese Mannschaft glaubte. Man konnte ihm jedenfalls
abnehmen, dass er die kleine Medaille um seinen Hals gleich nach dem
Weltmeistertitel von Rom eingestuft hat. Auch seine Ankündigung, sie
hätten gegen Energie Cottbus schon einmal den Stil der neuen Runde
geprobt, diesen wichtigen Schritt zur Cleverness, wie man sie vor allem
gegen kleinere und schwächere Mannschaften brauche, war absolut ernst
gemeint. Auch wenn es dann später doch nicht ganz so gekommen ist.
Balakov,
Löw, Verlaat und Berthold haben in diesen Augenblicken, mittendrin im
Zigarrendunst und Alkoholnebel, ganz bestimmt nicht den Mund zu voll
genommen. Sie hielten sich, auch wenn sie an die Verstärkungen des
Kaders dachten, für die ernsthaften Herausforderer der großen Zwei. Die
Überzeugung, mit dem Rekordmeister aus München und den Champions
League-Siegern von Borussia Dortmund mithalten zu können, hatten sie
fast alle verinnerlicht. Viele VfB-Profis vertreten die Meinung, es
hätte schon im Mai'97 zum Meistertitel reichen müssen. Nur der Ausfall
einer kompletten Hintermannschaft und etliche unglückliche
Schiedsrichter-Entscheidungen (vor allem bei der Heimniederlage gegen
Bayer Leverkusen) im Saisonfinale hatten das Happyend verhindert.
Umso intensiver wurde deshalb der Pokalcoup gefeiert.
Auch wenn unter den feineren Klubs der Bundesliga immer wieder mal die
Meinung kursiert, es handle sich bei diesem Wettbewerb mehr oder weniger
um einen Trostpreis. So reden nur die, die zuvor ausgeschieden sind.
Doch schon der neutrale Beobachter erkennt den Stellenwert des
"Deutschen Wembley". Und obwohl der FC Energie Cottbus nun nicht gerade
über einen großen Namen oder ein außerordentliches Flair verfügt, blieb
die Reise in die Hauptstadt nicht nur für bekennende VfBFans ein
einmaliges Erlebnis. Die Mannschaft, die den begeisternsten und
gleichzeitig gepflegtesten Fußball dieser Saison gespielt hat, hatte
sich mit dem Pokal die Auszeichnung und den Lohn ihrer Arbeit abgeholt.
Wenigstens etwas, was man in die Hand nehmen konnte.
Etwas, was nun für alle Zeiten im Briefkopf und in sonstigen stolzen
Annalen steht. Und nicht nur dieses kurze Haltbarkeitsdatum aufweist wie
jene Leserumfrage nach den "besten Bundesligaspielern" in "Sport-Bild",
die das Trio Elber, Balakov und Bobic während der Winterpause haushoch
gewonnen hatte. Komplett stand da die Stuttgarter Torfabrik auf dem
Podest des Boulevardblatts. Oder die interne Abstimmung der
Bundesliga-Profis ein Jahr zuvor und zum gleichen Zeitpunkt. Mit
Riesenvorsprung hatte der Bulgare die Wahl zum "Spieler der Vorrunde"
gewonnen.
Krassimir Balakov hatte in dieser Zeit ein Svmbol
kreiert: das "Magische Dreieck" strahlte noch heller über der Bundesliga
als der weltberühmte Stern von Untertürkheim. Nie, seit es die
Bundesliga gab, war die Spielkunst und Klasse des VfB so bewundert und
auch beneidet worden um diese außergewöhnliche Konstellation von
Technik, Akrobatik, Power und Übersicht, wie sie sich im harmonischen
Zusammenspiel zwischen Krassimir Balakov, Giovane Elber und Fredi Bobic
entfalten konnte. Diese Drei hatten einander gesucht und gefunden.
Geboren wurde das "Magische Dreieck" in einer dunklen Nacht in Lissabon,
an die sich Ulrich Schäfer heute noch mit Grausen erinnert. Die Stunden
in der Villa des Sporting-Präsidenten Sousa Cintra zogen sich lang und
länger. Mal musste der Mann ein Video gucken, dann nickte er wieder ein.
Auch solche Geduldsspiele gehören zum Preispoker. Endlich, morgens kurz
vor drei, hatten der Geschäftsführende Vorstand des VfB und dessen
damaliger Sportdirektor Dieter Hoeness die Unterschrift unter der
Freigabe, um die sie solange gekämpft hatten. Krassimir Balakov gehörte
für die nächsten zwei Jahre ihnen.
Dieter Hoeness redet heute noch gern über sein
Copyright an diesem Clou. Zusammen mit Trainer Röber, der den
Ballvirtuosen so gern in seinem Team erlebt hätte, trauern sie bei
Hertha BSC ihrem "Bala" nach. Im Konzept, welches das
Manager/Trainer-Duo zu Weihnachten 1994 dem Präsidium vorgelegt hatte,
stand der Name Krassimir Balakov für die Wende zum Guten. Und zwar dick
unterstrichen.
Vorwiegend im südwestdeutschen Bundesliga-Raum
zirkulierte damals eine Videokassette mit den Kunst- und Beinschüssen,
Zauber- und Hackentricks Balakovs. Über dieses Band wird von den
Verantwortlichen auch Jahre später noch geschwindelt und nach Kräften
dementiert. Uli Hoeness war schon mit Andreas Herzog klar, Trainer Otto
Rehhagel hatte sich allein auf Ciriaco Sforza als neuen "Quarterback"
des FC Bayern festgelegt. Bernd Hölzenbein winkte für Eintracht
Frankfurt ab, und Rainer Geve vom 1. FC Kaiserslautern ließ den
Kontaktmann, in diesem Fall den Spielerberater Gruler, mit dem Kommentar
auflaufen: "3,5 Millionen Ablöse - und das in dem Alter".
Damals
war Krassimir Balakov 28. Er war 29, als er im Juni '95 nach Stuttgart
kam, und jeden austanzte, der sich ihm auf dem Weg zum Tor
entgegenstellte. Mittlerweile hat Krassimir Balakov beim VflB einen
Vertrag bis ins Jahr 2000 bekommen, bezieht ein Jahresgehalt, das nicht
mehr weit von seinem einstigen Kaufpreis entfernt liegt - nur ist
Balakov, im Vergleich zu vielen andern sogenannten Superstars, jeden
Pfennig seiner Gage wert. Denn Krassimir Balakov ist nicht nur "ein
Maradona mit all dessen positiven Eigenschaften" (Ex-Trainer Fringer),
einer der weltbesten Fußballspieler ist sich nicht zu schade, wenn es
ernst wird, auch einmal Drecksarbeit zu erledigen.
Um einen Künstler, der obendrein schaffen kann, zu
finden, braucht man Glück. Warum ein Spieler, der nach dem WM-Halbfinale
und dem Sieg über Deutschland immerhin in jeder Auswahl der
Turnier-Besten gestanden hatte, von den Spähern des europäischen
Fußball-Hochadels so lange unentdeckt geblieben ist, kann bis heute kein
Experte schlüssig beantworten. Sicher scheint nur, dass Balakov wohl der
einzige aus dieser Jahrhundert-Generation des bulgarischen Fußballs ist,
der noch eine größere Zukunft vor sich hat.
Stoitchkov. Penev. Kostadinov. Letchkov. Im Schatten seiner berühmten
Freunde und Kollegen hatte Balakov lange genug gelebt. Erklären läßt
sich "Balas" offensichtliche Zurückhaltung nur mit der Vergangenheit. Er
stammt aus der Provinzhauptstadt Tarnovo und spielte dort für den
ortsansässigen Erstligaklub Etar. Als er zum Serienmeister und
Militärklub ZSKA Sofia, wo die andern Stars alle spielten,
zwangsdelegiert wurde, verweigerte er den Befehl und kehrte in seine
Heimatstadt zurück. Für den daraufhin vom Verband gesperrten Spieler
sammelten Fans 80 000 Unterschriften und organisierten Straßensperren.
Es bleibt dies aber zugleich der einzig bemerkenswerte Punkt in der Vita
des über 60maligen Nationalspielers, wo dieser ohne Ball grob
aufgefallen wäre.
Auch in Lissabon haben sie den Bulgaren vergöttert.
Doch irgendwann hatte der begriffen, dass für einen solch
außergewöhnlichen Profi die Karriere nicht mit ein paar spektakulären
WM-Auftritten und ein bisschen Rampenlicht als portugiesischer
Pokalsieger gelaufen sein kann. Und die Erkenntnis, wonach ein Profi nie
satt werden darf, sondern immer ein Ziel braucht, ist ihm gerade im
richtigen Moment gekommen.
Giovane Elber trug sein großes Ziel schon früh im
Kopf herum. Mit 19 war der Junioren-Vizeweltmeister schon zum AC Milan
gekommen. Die Italiener aber hatten das Talent gewissermaßen als
Leasing-Modell beim Grasshoppers Club Zürich geparkt ehe ihn der VfB im
Sommer'94 für 3,2 Millionen Mark kaufte.
Auch
damals war jenes Glück im Spiel, das Schäfer im Zusammenhang mit den
großen Transfers immer wieder zitiert. Denn eigentlich hätte der
Torschützenkönig der Schweizer Liga seinerzeit beim FC Bayern landen
sollen. Die hatten schon etliche Flüge und Gespräche in Giovane Elber de
Souza investiert. Bei der letzten Beobachtung auch noch 350 Franken
Taxi. Als Uli Hoeness an jenem Gründonnerstag 1994, gestresst vom
Osterverkehr durch den Gotthardt, mit einer halben Stunde Verspätung die
Treppen im Stadion hochschnaufte, verpasste er die entscheidende Szene
nur um ein paar Sekunden. Elbers 1:0 für die Grasshoppers.
Ein paar Tage später unterschrieb dann Jean-Pierre Papin in München. Die
Fußball-Weisen von der Säbener Straße setzten auf die Routine und den
Ehrgeiz des Mailänder Edelreservisten und überließen die jugendliche
Alternative kampflos den Stuttgartern. Schon bald darauf bereute nicht
nur der Bayern-Patron Uli Hoeness diese Entscheidung. Auch der AC
Mailand wurde zwei Jahre darauf wieder vorstellig auf dem Wasen, holte
sich jedoch sowohl bei Elber wie beim VfB einen Korb.
Mit Fallrückziehern, Flugkopfbällen und den
verrücktesten Strafraumgags hatte der Sonnybov mit den weißen Schuhen
seinen Wert auf die Wahnsinnssumme von 12,5 Millionen Mark
hochgeschraubt. Wer zu spät kommt, den bestraft das Schicksal, heißt es.
Bayern München aber besaß so viel Geld und mit der Freundschaft zwischen
Uli Hoeness und Elbers Impressario Branchini die einzig mögliche
Connection, dass diese Geschichte doch noch einmal umgeschrieben werden
musste.
Alles nur Glück, Schicksal oder Geschichte, dass
Fredi Bobic und Giovane Elber einander am ersten Arbeitstag auf dem
Wasen schon so sympathisch vorkamen, dass sie gleich miteinander essen
gingen. Es war der Beginn einer internationalen Freundschaft und
sportlichen Partnerschaft, wie sie im heutigen Profigeschäft nur selten
vorkommt.
Auf jeden Fall fand der Schwabe Bobic fast alles nett
und schön, was der Brasilianer vormachte. Und umgekehrt. Ganz egal, ob
es sich um Musik, Essen oder Fußball handelte. Mit ziemlicher Sicherheit
hätte das VfB-Spiel auch schon in jener Saison etwas mehr an Zauber und
Zirkus besessen, in der nur zwei Mitglieder des Magischen Zirkels für
die "Roten" stürmten - leider aber war Bobic ziemlich allein. Denn schon
im dritten Spiel hatte der "Löwen"-Verteidiger Alexander Kutschera die
Samba des neuen Bundesliga-Torjägers beendet. Ein Knochenbruch setzte
Elber ein halbes Jahr außer Gefecht.
Und
daran, wie Fredi endlich bei seinem Lieblingsklub (wo er als
Jugendlicher schon gekickt hatte) auf dem Wasen landete, war nichts
Mysteriöses oder Abenteuerliches. Es hatte ganz einfach damit zu tun,
dass jeder, der in Degerloch konstant über dem Level spielt und zum
Objekt höherer Begehrlichkeiten wird, den Sprung nach oben macht, indem
er in die Stadt hinunter fährt. Die Route zu Ruhm und Reichtum. Wie Karl
Allgöwer, Walter Kelsch, Jürgen Klinsmann und Guido Buchwald.
Fredi Bobic hatte keine andere Wahl gehabt. Wäre er
zum Karlsruher SC oder nach Kaiserslautern gefahren, wo sie ebenfalls
heftig um ihn warben, hätte MV wohl dem Kickers-Kollegen Axel
Dünnwald-Metzler die Freundschaft gekündigt und dem Spielervermittler
Hans Hägele, der Fredi Bobic damals betreute, den Zutritt im VIP-Bereich
des Gottlieb-Daimler-Stadions gestrichen.
So viel zur Geburt des "Magischen Dreiecks". Das Ende
nach zwei Jahren, mit Balakovs Show, Elbers Toren und Bobics Freude beim
Pokal-Finale war erst spektakulär und dann ganz unsentimental. In einem
Porsche, der ziemlich schnell aus der Tiefgarage neben dem Marktplatz
herausfuhr, entzog sich Elber allen Emotionen und tränenreichen
Umarmungen. Fredi Bobic ist ihm zum Abschied tags darauf nachgeflogen
nach Rio und Londrina. In Elbers Heimat. Dort, wo Giovane wegen seines
Engagements für die Ärmsten der Armen, der "Engel von Londrina" heißt.
Die meisten Spenden für das Berufsschulzentrum in den Favelas kommen
übrigens aus dem Schwäbischen, vor allem aus Winterbach, wo Familie
Elber drei Jahre gewohnt hat.
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